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Aeroflot


(Aeroflot)
IATA-Code: SU
ICAO-Code: AFL
Rufzeichen: AEROFLOT
Gründung: 25. Februar 1932
Sitz: Moskau,  Russland
Drehkreuz:

Moskau-Scheremetjewo

Heimatflughafen: Moskau-Scheremetjewo
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
ISIN: RU0009062285
Leitung: Waleri Michailowitsch Okulow (General Director)
Mitarbeiterzahl: 14.802
Bilanzsumme: + 278 Mio. Euro (2006)
Fluggastaufkommen: 10.200.000 (2007)
Allianz: SkyTeam
Vielfliegerprogramm: Aeroflot Bonus
Flottenstärke: 94 (+85 Bestellungen)
Ziele: national und international

Aeroflot, eigentlich Aeroflot Russische Luftfahrtlinien (russ.  /Transkription Aeroflot Rossiskije awialinii) ist die größte russische Fluggesellschaft und war mehrere Jahrzehnte lang die größte Fluggesellschaft der Welt. Seit 1992 ist die Aeroflot eine offene Aktiengesellschaft und ist im RTS Index gelistet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfangsjahre

Der 9. Februar 1923 wird amtlich als Geburtsdatum der russischen Zivilluftfahrt angesehen. Der Arbeiter- und Verteidigungsrat gab an diesem Tag eine Entschließung heraus, die die Verwaltung der zentralen Luftflotte bevollmächtigte, die technische Überwachung von Fluglinien und die Gründung eines Zivilluftfahrt-Rates vorzunehmen.[1] Am 8. März 1923, wurde in der jungen Sowjetunion der Verein der Luftfahrtfreunde gegründet. Der neue Verein machte es sich zum Ziel, Geldmittel für den Bau von Flugzeugen zu sammeln und die Vorteile der Luftfahrt zu propagieren. Nur wenige Tage später, am 17. März, fand die konstituierende Versammlung der Aktiengesellschaft Dobrolet statt der ersten Luftfahrtgesellschaft der Sowjetunion. Neben den Vereinsmitgliedern kauften auch Funktionäre die zum Preis von je 1,05 Rubel emittierten Aktien. Selbst Lenin soll dabei 60 Aktien gekauft haben. Im selben Jahr wurde die ukrainische Luftfahrtgesellschaft Ukrwosduchput sowie die Kaukasische SakAvia gegründet. Durch Parolen wie etwa Wer nicht Aktionär von Dobrolet ist, der ist auch kein Bürger der Sowjetunion eingeschüchtert, spendeten die Arbeiter ihren Lohn und die Bauern ihre Erzeugnisse an den Verein unter Vorsitz von Dserschinski und Frunse oder kauften Aktien von Dobrolet.

Für die erste Flotte der neuen Luftfahrtgesellschaft wurden 15 Flugzeuge vom Typ Junkers F13 gekauft. Die erste Linie Moskau Nischni Nowgorod wurde am 15. Juli 1923 eröffnet. Bereits ein Jahr später stellte der Wegbereiter der russischen Flugzeugindustrie, Andrei Nikolajewitsch Tupolew seine aus Aluminium gebaute ANT-2 vor. Im gleichen Jahr flog mit der AK-1 das erste einheimische Modell bei Dobrolet. Auslandsflüge konnte Dobrolet immer noch nicht ausführen und so verlängerte die Regierung der UdSSR den Vertrag mit der ausländischen, halbstaatlichen Fluggesellschaft Deruluft für die Flüge Moskau Königsberg Berlin. Am 29. Oktober 1930 fusionierte Dobrolet mit der Aktiengesellschaft Ukrwosduchput, die schon zuvor die SakAvia übernommen hatte, zur Allunionsvereinigung der Zivilluftflotte (WOGWF).

Nach Entstehen der Aeroflot

Am 25. Februar 1932 wurde die WOGWF zur Hauptverwaltung der Zivilluftflotte (GUGWF) umgewandelt. Die mittlerweile zu einem riesigen Verband der zivilen Luftfahrt angewachsene GUGWF erhielt als Kurzbezeichnung den Namen Aeroflot.[2] Die aktive Flotte der Fluggesellschaft zählte nun über 100 Flugzeuge, darunter mittlerweile einige sowjetische wie ANT-9 und K-5.

Zu Sowjet-Zeiten war Aeroflot mit mehr als 10.000 Flugzeugen die größte Fluggesellschaft der Welt. Man wollte damals das ganze Land flächendeckend versorgen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ging auch der Zusammenfall der Aeroflot einher. Seit 1993 ist Aeroflot neuorientiert und nennt sich seitdem Aeroflot Russian International Airlines (ARIA). Seit dem 14. April 2006 ist Aeroflot Mitglied im SkyTeam (Air France, KLM, Delta etc). Somit ist sie die erste russische Airline in einer weltweiten Allianz.

Im Februar 2010 wurde bekannt, dass Aeroflot binnen zwei Jahren mit Rossija sowie weiteren fünf kleineren russischen Regionalfluggesellschaften unter der Dachmarke Aeroflot fusionieren soll.[3]

Flotte

Mit Stand Januar 2010 besteht die Flotte der Aeroflot aus 97 Flugzeugen:[4][5]

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkung
Airbus A319-100 15
Airbus A320-200 33
Airbus A321-200 16 10
Airbus A330-200 05
Airbus A330-300 04
Airbus A350-800 18 Auslieferung voraussichtlich ab 2014
Airbus A350-900 04 Auslieferung voraussichtlich ab 2014
Boeing 767-300ER 11
Boeing 787-8 22 Auslieferung voraussichtlich ab 2014
Iljuschin Il-96-300 06
McDonnell Douglas MD-11F 04 01 Frachtmaschinen der Aeroflot Cargo
Suchoi Superjet 100 30 Auslieferung voraussichtlich ab 2010
Gesamt 94 85

Das Alter der Flotte der Aeroflot betrug im Januar 2010 durchschnittlich 4,3 Jahre.[6]

Um hohe Importsteuern für im Ausland hergestellte Flugzeuge zu vermeiden (die zwischenzeitlich die Mehrheit der Flotte ausmachen), lässt Aeroflot ihre Airbus- und Boeing-Flugzeuge auf den Bermuda-Inseln registrieren. Diese haben daher die entsprechende Luftfahrzeug-Kennung VP- anstelle der Kennung RA- für in Russland registrierte Flugzeuge.

Zwischenfälle

Die Unfall-Datenbank von AirDisaster.com listet insgesamt 127 Unfälle seit 1953 auf, in die Maschinen der Aeroflot verwickelt waren. Insgesamt kamen dabei 6.875 Menschen an Bord der Maschinen sowie 20 Menschen am Boden ums Leben. Seit den frühen 1990ern hat Aeroflot ihre bis dahin sehr negative Sicherheitsbilanz, und somit auch ihr Image, wesentlich verbessern können. Nach dem Ende der Sowjetunion und der damit einhergehenden Restrukturierung der Gesellschaft gab es lediglich zwei Unglücke mit Todesopfern, die hier exemplarisch genannt sind:

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Aeroflot  Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aeroflot History (englisch), abgefragt am 8. Februar 2010
  2. Aeroflot Geschichte, abgefragt am 8. Februar 2010
  3. airliners.de: Aeroflot auf dem Weg zu alter Größe? 3. Februar 2010
  4. ch-aviation.ch Flotte der Aeroflot und Aeroflot Cargo (englisch) 9. Januar 2010
  5. Airbus Bestellungen von Aeroflot (XLS-Datei, englisch) 12. Januar 2010
  6. airfleets.net: Flottenalter der Aeroflot 9. Januar 2010
  7. FAZ.NET: 88 Tote bei Flugzeugabsturz in Russland 14. September 2008


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