| airBaltic | ||
|---|---|---|
| IATA-Code: | BT | |
| ICAO-Code: | BTI | |
| Rufzeichen: | AIRBALTIC | |
| Gründung: | 1995 | |
| Sitz: | Riga, Lettland | |
| Drehkreuz: | ||
| Heimatflughafen: | Flughafen Riga | |
| Unternehmensform: | Aktiengesellschaft | |
| Leitung: | Martin Gauss | |
| Mitarbeiterzahl: | 1300 (2009)[1] | |
| Fluggastaufkommen: | 3,0 Mio. (2010)[1] | |
| Vielfliegerprogramm: | BalticMiles | |
| Flottenstärke: | 25 (+ 10 Bestellungen) | |
| Ziele: | National und international | |
Air Baltic (Eigenschreibweise airBaltic) ist eine staatliche lettische Fluggesellschaft mit Sitz in Riga und Basis auf dem Flughafen Riga.
Inhaltsverzeichnis |
Air Baltic entstand als neue nationale lettische Fluggesellschaft durch den Zusammenschluss der privaten Baltic International und der staatlichen Latavio Latvian Airlines im September 1995. An dem neuen Unternehmen war der lettische Staat mit einer Kapitalmehrheit von 51 % beteiligt. Weitere Teilhaber waren Baltic International USA, SAS Scandinavian Airlines und zwei Investmentfirmen. Erstes Flugzeug der neuen Fluglinie war eine Saab 340, der im Frühjahr 1996 drei Avro RJ70 folgten. Die Übernahme der früheren Latavio-Routen konnte erst nach der langwierigen Abwicklung dieser Fluggesellschaft im Jahr 1998 durchgeführt werden, weswegen Air Baltic bis dahin in ihren strategischen Entwicklungsmöglichkeiten behindert war.
Nach dem Ausstieg der Baltic International USA zum Jahresende 1998 übernahm SAS im Januar 1999 deren Anteile und transferierte einige Fokker 50 für den Einsatz auf den Routen von Riga nach Kopenhagen und Stockholm. Nach der Umstrukturierung hielt der lettische Staat 52,6 % und Baltic Aviation Systems (BAS) 47,2 % der Anteile.
Von der European Regions Airline Association (ERA) wurde Air Baltic zur Fluggesellschaft des Jahres 2009/10 gewählt. Der 1991 eingeführte Preis wurde zur bedeutendsten Auszeichnung der Branche auf diesem Gebiet. Air Transport World, das bedeutendste Magazin der Branche, hat airBaltic 2010 den Phoenix Award als Anerkennung für die erfolgreiche Umstrukturierung verliehen.
2008 gelangten zwei Boeing 757-200, die vorher bei Audeli Air für Iberia im Einsatz standen, zur Flotte. Die beiden Flugzeuge wurden mit Winglets ausgerüstet und im Jahr 2011 und 2012 (jeweils ein Flugzeug) an TonleSap Airlines abgegeben.
Im Juni 2010 wurde eine neue Basis in Tallinn eröffnet, Air Baltic war damit erstmals in allen baltischen Staaten (Estland, Lettland sowie Litauen) vertreten. Allerdings wurden seither sowohl in Tallinn als auch in Vilnius, wo bereits zuvor eine Basis bestand, alle Flugrouten bis auf die Verbindungen nach Riga gestrichen und diese Basen wieder geschlossen.
2011 geriet Air Baltic zunehmend in Liquiditätssprobleme. Die lettische Regierung machte die Gewährung eines Kredits zur Erhöhung des Grundkapitals jedoch vom Rücktritt des Geschäftsführers Bertolt Flick abhängig, dem untransparente Methoden vorgeworfen wurden. Im Juni 2011 bezichtigte Flick auf einer Pressekonferenz seinerseits die Regierung, den Wert des Unternehmens durch eine Schmutzkampagne zu reduzieren, um so die Staatsanteile noch vor den Parlamentswahlen zur 11. Saeima verkaufen zu können.[2] Im September kam es zu einem Affront, als kurzfristig mehrere Flüge der Air Baltic abgesetzt wurden. Unter den Betroffenen befand sich der lettische Staatspräsident Andris Brzi, der nach seinem Antrittsbesuch in Brüssel einen Tag unfreiwilligen Aufenthalt hatte.
Am 16. September, dem Tag vor den Parlamentswahlen kam es laut einem Sprecher des Haupteigentümers BAS schließlich zu einer Einigung über die Geldzuschüsse.[3] Am 21. September 2011 meldete Air Baltic infolge eines Defizits von etwa 84 Millionen Euro, unter Aufrechterhaltung des Flugbetriebs Insolvenz an.[4] Am 27. November gab die lettische Regierung eine proportionale Erhöhung des Grundkapitals bekannt.[5] Der Staat sollte hierbei 57,6 Millionen Lat, die BAS 50 Millionen Lat investieren. Zu den Voraussetzungen der Einigung gehörte unter anderem der Rücktritt Flicks aus der Geschäftsführung.
Anfang Dezember 2011 übte die lettische Regierung ihr Vorkaufsrecht aus und übernahm 99,8 % der Anteile an Air Baltic von BAS. Die Gesellschaft wurde somit verstaatlicht.[6]
Im Februar 2012 wurde Air Baltic von FlightStats als pünktlichste regionale Fluggesellschaft Europas ausgezeichnet.[7]
Air Baltic bedient von Riga aus Städte- und Urlaubsdestinationen in ganz Europa und Vorderasien. Angeflogen werden beispielsweise Paris, Helsinki, Teneriffa, Baku und Tel Aviv. In Deutschland werden Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und München angesteuert.
Mit Stand Dezember 2012 besteht die Flotte der Air Baltic aus 25 Flugzeugen[8] mit einem Durchschnittsalter von 13,8 Jahren[9]: