| Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG | ||
|---|---|---|
| IATA-Code: | AB | |
| ICAO-Code: | BER | |
| Rufzeichen: | AIR BERLIN | |
| Gründung: | 1978 | |
| Sitz: | Berlin, Deutschland | |
| Drehkreuz: | ||
| Heimatflughafen: | Berlin-Tegel | |
| Unternehmensform: | PLC & Co. KG | |
| ISIN: | GB00B128C026 | |
| Leitung: | Joachim Hunold | |
| Mitarbeiterzahl: | mehr als 8.200 (11. Februar 2010)[1] |
|
| Umsatz: | 3.400,7 Mio. (2008)[2] | |
| Bilanzsumme: | 2.400,7 Mio. (2008)[2] | |
| Fluggastaufkommen: | 27,911 Mio. (2009)[2] | |
| Vielfliegerprogramm: | topbonus | |
| Flottenstärke: | 144 (+ 117 Bestellungen) | |
| Ziele: | national und international | |
Air Berlin (im Außenauftritt abweichend auch airberlin oder airberlin.com) ist die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Berlin. Air Berlin beförderte im Jahr 2008 28,6 Millionen Passagiere, inklusive ihrer Tochtergesellschaften.[2] Im Februar 2010 beschäftigte Air Berlin mehr als 8.200 Mitarbeiter.[1] Im Januar 2010 bestand die Flotte Air Berlins inklusive ihrer Tochtergesellschaften aus 146 aktiven Flugzeugen.
Air Berlin Inc. wurde im Juli 1978 von den Amerikanern Kim Lundgren und John D. MacDonald als Berliner Charterfluggesellschaft unter US-Zulassung (FAA) im US-Bundesstaat Oregon gegründet, da nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 nur Flugzeuge der Siegermächte West-Berlin anfliegen durften. Offizieller Sitz der Fluggesellschaft war Miami im US-Bundesstaat Florida, das zeitweise auch von Berlin aus angeflogen wurde.[3] Der erste Flug der Gesellschaft ging am 28. April 1979 mit einer Boeing 707 jedoch von Berlin nach Palma de Mallorca. 1981 wurden die beiden Boeing 707 durch zwei kleinere Boeing 737 ersetzt. Air Berlin spezialisierte sich auf Ziele in der Mittelmeerregion. Auch heute noch ist Mallorca das wichtigste Ziel von Air Berlin. Täglich verkehren Air-Berlin-Flugzeuge von 19 deutschen Städten aus auf die Baleareninsel.
Nach der deutschen Einheit fiel auch die Lufthoheit der Alliierten, so dass ein Zulassungswechsel zum Luftfahrt-Bundesamt (LBA) notwendig wurde. Am 16. April 1991 wurde die Gesellschaft zur Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG umfirmiert. In der Folgezeit änderte der Geschäftsführer Joachim Hunold das Firmenprofil grundsätzlich. Aus der vormals kleinen Charterfluggesellschaft entstand schrittweise die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands mit einem linienähnlichen Netzwerk. Seit 2004 hält Air Berlin 24 Prozent Anteile an der österreichischen Fluggesellschaft Niki und stockte diese im Februar 2010 auf 49,9 Prozent auf.
| Anteil | Anteilseigner |
|---|---|
| ca. 40 % | Streubesitz |
| 16,48 % | ESAS Holding A.S. |
| 9,90 % | Leibniz-Service GmbH / TUI Travel PLC |
| 7,39 % | Hans-Joachim Knieps |
| 5,97 % | Ringerike GmbH & Co. Luftfahrtbeteiligung Metolius Foundation |
| 3,82 % | Werner Huehn |
| 3,70 % | JPMorgan Chase & Co. |
| 2,93 % | Rudolf Schulte |
| 2,93 % | Severin Schulte |
| 2,61 % | Joachim Hunold, CEO Air Berlin PLC (Vorstand) |
| 2,39 % | Moab Investments Ltd. |
| 1,58 % | Johannes Zurnieden, Chairman Air Berlin PLC |
| Stand: 31. Dezember 2009[4] | |
Die Fluggesellschaft Germania, die seinerzeit 577 Mitarbeiter beschäftigte und über eine Flotte von 44 Flugzeugen verfügte, sollte Ende 2005 durch einen Managementvertrag an Air Berlin gebunden werden. Vorbild hierfür war die bereits bestehende Partnerschaft der Air Berlin mit Niki. Bereits Mitte 2004 gingen beide Gesellschaften erstmals aufeinander zu: Air Berlin mietete Flugzeuge von Germania, im Gegenzug stellte Germania die von beiden stark umkämpften Flüge nach Zürich und Wien ein. Der Vertrag kam jedoch nicht zustande. Die Erbengemeinschaft der Germania konnte sich Anfang März 2008 nicht über eine Übernahme durch die Air Berlin einigen, Germania blieb daher eine eigenständige Fluggesellschaft.
Zum 1. Januar 2006 änderte Air Berlin ihre Unternehmensform von einer GmbH & Co. KG in eine PLC & Co. KG und überführte dabei die GmbH in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (PLC). In diesem Fall ist die PLC, anstelle einer deutschen juristischen Person, ausländischer persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) der deutschen KG. Als Grund für diese Änderung werden bilanzrechtliche Vorteile und bessere Abschreibungsmöglichkeiten sowie die Umgehung der Unternehmensmitbestimmung genannt.[5]
Der Börsengang war zunächst für den 5. Mai 2006 angesetzt. Das Volumen für diesen von der Commerzbank, Morgan Stanley und Shearman & Sterling LLP organisierten Vorgang betrug 870 Millionen Euro. Am 4. Mai 2006 wurde der Börsengang jedoch verschoben. Offizielle Gründe hierfür wurden nicht angegeben. Gerüchten zufolge wurden im Vorfeld jedoch nicht genügend Aktien gezeichnet, da die Preisspanne von 15 Euro bis 17,30 Euro zu hoch angesetzt gewesen sei.
Am 10. Mai 2006 wurde der Preis dann mit 12 Euro je Aktie bekanntgegeben, woraus sich ein Gesamterlös von 510 Millionen Euro ergab, also rund 360 Millionen Euro weniger als geplant. Die meisten Aktien hielt der Geschäftsführer der Air Berlin. Die Erstnotierung fand am 11. Mai 2006 statt. Zum Börsengang von Air Berlin schrieben die Medien daher u. a. Air Berlin schafft die Notlandung[6] und der Börsen-Neuling wurde nicht mit offenen Armen empfangen.[7]
Nach dem Börsengang befanden sich 38,41 Prozent im Streubesitz, 16,36 Prozent bei der Deutschen Bank, 8,58 Prozent bei der Ringerike Luftfahrtbeteiligung, 8,40 Prozent bei Hans Joachim Knieps und weiteren Investoren.[8]
| Gesellschaft | Beteiligung |
|---|---|
| LTU | 100 % |
| airberlin Technik | 100 % |
| Binoli Reiseplattform | 49 % |
| Belair | 100 % |
| NIKI | 49,9 % |
Im August 2006 kaufte Air Berlin die deutsche Fluggesellschaft dba von der Intro Verwaltungs GmbH und der Aton GmbH, deren Preis laut Nachrichtenmagazin Focus 120 Millionen Euro betragen haben soll.[9] Der Kaufpreis wurde mit Barmitteln der Air Berlin bezahlt. Zusammen kamen beide Fluggesellschaften 2006 auf ein Passagieraufkommen von 19,7 Millionen (2005: 17,5 Mio.). Daran hatte Air Berlin einen Anteil von gut 15,2 Mio. und dba einen Anteil von knapp 4,5 Mio. Die Marke dba wurde bis April 2007 vom Markt genommen. Die Flugpläne der beiden Gesellschaften wurden mit Beginn des Sommerflugplans 2007 aufeinander abgestimmt; bereits seit November 2006 flogen Teile der Flotte der ehemaligen dba in den Farben von Air Berlin mit dem Zusatz (als kleiner Sticker bei der Tür 1 L) powered by dba. Diesen Sticker fand man auch an jedem Flugzeug der dba. Die dba existierte als eigenständige Tochterfirma weiter und betrieb neun Flugzeuge. Nachdem die Verwaltung und die Technik der dba schon aufgelöst und von Air Berlin übernommen worden waren, wurde zum 30. November 2008 der Flugbetrieb komplett eingestellt. Bedingt durch einen Warnstreik der dba-Flugbegleiter am 14. November 2008 entzog Air Berlin der dba alle Flugaufträge und legte so den dba-Flugbetrieb noch am selben Tag still. Den Arbeitnehmern wurden Stellen bei Air Berlin angeboten.
Am 27. März 2007 wurde bekanntgegeben, dass Air Berlin die Traditionsairline LTU übernimmt. Der Name LTU sollte damals im Langstreckenverkehr bestehen bleiben, die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge gingen komplett in Air Berlin auf.[10] Des Weiteren wurde die Lackierung der Air Berlin-Flugzeuge an die neue Lackierung von LTU angepasst. Von Seiten des Kartellamts wurden zunächst Bedenken bzgl. der Übernahme angemeldet.[11] Am 8. August 2007 genehmigte das Kartellamt die Übernahme der LTU jedoch ohne Auflagen. Im November 2007 übernahm Air Berlin alle europäischen Flüge der LTU. Die ehemaligen Flüge der LTU in Nicht-EU-Länder wurden mit LTU-Flugzeugen unter AB-Flugnummern bedient. Der letzte Langstreckenflug unter LTU-Flugnummer wurde am 17. Juni 2009 durchgeführt. Zwischenzeitlich gab Air Berlin bekannt, die Marke LTU nicht weiter zu nutzen, die verbliebenen Flugzeuge wurden umlackiert.
2007 erwarb Air Berlin eine 49-prozentige Beteiligung an der Schweizer Fluggesellschaft Belair Airlines AG. Die Beteiligung wurde am 21. August 2007 von den deutschen und Schweizer Kartellämtern und von der EU-Kommission genehmigt. Durch die Beteiligung verstärkte Air Berlin seine Aktivitäten auf den internationalen Strecken ab der Schweiz. Der bisherige Alleineigentümer Hotelplan erhoffte sich Vorteile durch die Integration der Belair in den Vertrieb und die Logistik der Air Berlin.[12] Im November 2007 übernahm Air Berlin alle europäischen Flüge der Belair. Alle Strecken aus der Schweiz in Nicht-EU-Länder werden unter 4T-Flugnummer und mit Belair-Fluggerät operiert. Die Langstreckenflüge der Belair sind zum Sommer 2009 eingestellt worden. Außerdem übertrug Air Berlin die im Jahr 2007 vereinbarte Option auf den 51 Prozent-Anteil an der Belair einer Schweizer Stiftung. Am 29. Oktober 2009 wurde diese Stiftung neue Eigentümerin der 51 Prozent der Belair, indem sie die Option gegenüber Hotelplan ausübte. Der Anteil der Air Berlin an Belair blieb unverändert bei 49 Prozent, wobei Air Berlin von der Stiftung eine Option auf den Erwerb der 51 Prozent eingeräumt wurde.[13]
Am 20. September 2007 gab Air Berlin bekannt, die Condor Flugdienst GmbH übernehmen zu wollen. Die Thomas Cook Group PLC, momentaner Hauptanteilseigner bei der Condor, wollte dazu bis zum 10. Februar 2009 ihre Anteile an der Condor Flugdienst GmbH in die Air Berlin PLC einbringen und sollte im Gegenzug mindestens 500 Millionen Euro in bar und Aktienanteile an Air Berlin erhalten.[14] Das Bundeskartellamt hatte die Prüfungsfrist mehrmals verlängert. Der Antrag auf Genehmigung der Fusion wurde am 11. Juli 2008 durch Air Berlin und den Reiseveranstalter Thomas Cook wegen der erheblich veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückgezogen.
Im September 2008 bestätigte Air Berlin Fusionsgespräche mit dem Wettbewerber TUIfly, ergänzte die Nachricht jedoch um den Hinweis, mit allen zu sprechen. Air Berlin flog bereits bis 2007 für TUIfly viele Flüge im Codesharing-Verfahren. Ende März 2009 besiegelten die Air Berlin PLC und die TUI Travel PLC für ihr deutsches Fluggeschäft eine langfristig ausgerichtete strategische Allianz. Eine Überkreuzbeteiligung der beiden Airlines von ursprünglich jeweils 19,9 Prozent wurde beim Bundeskartellamt zur Genehmigung angemeldet. Nach Bedenken des Bundeskartellamtes wurde diese Überkreuzbeteiligung nicht umgesetzt. Stattdessen übernahm die TUI Travel PLC über eine Tochtergesellschaft im Rahmen einer Kapitalerhöhung im Oktober 2009 einen Anteil von 9,9 Prozent an der Air Berlin PLC.[15]
Mit Beginn des Winterflugplans 2009/10 am 25. Oktober 2009 übernahm Air Berlin das City-Streckennetz der TUIfly. Hierfür verchartert TUIfly für die Wintersaison 2009/10 zunächst 13 und ab Sommer 2010 dann 14 Flugzeuge über einen langfristigen Leasingvertrag (inkl. Crews) an Air Berlin.[16]
Im Oktober 2008 wurde eine strategische Zusammenarbeit mit der russischen Fluggesellschaft S7 Airlines bekanntgegeben. Die Zusammenarbeit beinhaltet gemeinsam durchgeführte Flüge (Code-Share) von und nach Moskau. Buchungen sind derzeit nur bei S7 Airlines freigeschaltet. Seit Anfang 2009 fliegt Air Berlin zwischen Berlin und Peking auch im Code-Share mit der Fluggesellschaft Hainan Airlines. Air Berlin bietet für diese Flüge Zu- und Abbringer innerhalb Deutschlands an. Die Buchung ist über beide Fluggesellschaften möglich.[17] Im Oktober 2009 gab Air Berlin die Kooperation mit Bangkok Airways auf den Strecken ab Bangkok nach Koh Samui, Chiang Mai und Phuket bekannt. Air Berlin bietet die von Bangkok Airways durchgeführten Flüge unter eigener Flugnummer an.[18]
Mitte Dezember 2007 stellte Air Berlin den Mitarbeitern ein neues Logo inklusive neuem Corporate Design vor. Offiziell wurde das Logo am 7. Januar 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Logo ist ein weißer ovaler Kreis auf rotem Grund (angedeutetes Flugzeugfenster), in dem ein a durch einen weißen Punkt und zwei weiße Flügel symbolisiert wird. Der Air-Berlin-Schriftzug wird nunmehr klein und zusammen geschrieben. Ergänzt wird das Logo teilweise durch den Claim "Your Airline."
LTUR (51 Prozent) und Air Berlin (49 Prozent) gaben am 14. Januar 2008 die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens Binoli (BIllig fliegen, NObel LIegen) bekannt. Binoli ist eine Online-Reiseplattform.[19]
Nachdem die Berliner Beteiligungsgesellschaft Vatas Holding GmbH über ihre Tochter Haarlem One am 3. Januar 2008 zunächst 15,4 Prozent der Stimmrechte erworben hatte,[20] stockte sie ihren Anteil am 10. Januar 2008 auf 18,56 Prozent auf.[21] Sie wurde damit zum größten Anteilseigner vor der Deutschen Bank mit 15,02 Prozent.
Der Anteil von 18,56 Prozent der Beteiligungsfirma Vatas Holding soll Ende März 2008 zunächst von der NORD/LB als "Pfand" für fehlgeschlagene Aktiengeschäfte mit Vatas übernommen worden sein.[22] Der aufgestockte Anteil von 18,94 Prozent wurde am 19. Mai 2008 von der AI Aviation Coöperatief U.A., die zur Beteiligungsfirma Access Industries des russischstämmigen US-Milliardärs Leonard Blavatnik gehört, übernommen.[23] Air Berlin Vorstandschef Joachim Hunold begrüßte einen Einstieg des Investors Blavatnik, der Interesse an einem langfristigen Engagement bei Air Berlin habe.[24][25] Am 8. Januar 2009 teilte Air Berlin mit, dass Blavatnik seine Aktien verkauft habe.[26]
Wie am 18. Februar 2009 bekannt wurde, soll die Schweizer Großbank UBS Zugriff auf das Aktienpaket von 18,56 Prozent haben.[27]
Am 29. März 2009 wurde bekannt, dass die ESAS Holding des türkischen Industriellen Ali Sabanci einen Anteil von 15,3 Prozent an der Air Berlin PLC von der Schweizer Großbank UBS übernehmen wolle. Die ESAS Holding gehört zur Sabanci Holding der türkischen Industriellenfamilie Sabanci und hält auch die Pegasus Airlines. Nach Genehmigung durch das Bundeskartellamt übernahm die ESAS Holding den 15,3 Prozent-Anteil am 27. April 2009.[28]
Im Rahmen einer Kapitalerhöhung gab Air Berlin am 4. Juni 2009 6.571.700 neue Aktien an institutionelle und qualifizierte Investoren aus. Eine weitere Kapitalerhöhung um 4,5 Mio. neue Aktien folgte am 9. Juni 2009. Von diesen 4,5 Mio. Aktien wurden 4 Mio. Aktien von der ESAS Holding, 350.000 Aktien vom Chairman des Board of Directors der Air Berlin, Johannes Zurnieden, sowie 150.000 Aktien vom CEO der Air Berlin, Joachim Hunold, erworben.
Am 28. September 2009 starteten Air Berlin und Pegasus Airlines ihre Zusammenarbeit. Die Websites beider Fluggesellschaften wurden miteinander verlinkt und über das Air Berlin-Internetportal sind nun zusätzliche Verbindungen von Deutschland in die Türkei sowie innertürkische Strecken buchbar.[29]
Der Londoner Hedgefonds Blue Bay Asset Management hat Ende August 2009 Anteile an einer Air Berlin Wandelanleihe erworben. Bei einer Umwandlung in Aktien würde Blue Bay auf einen Stimmrechtsanteil von 5,2 Prozent kommen.[30]
Mitte September 2009 wurde bekannt, dass Air Berlin das Städteflugnetz von TUIfly mit 117 Strecken (55 davon in Italien) mit Beginn des Winterflugplanes 2009/10 am 25. Oktober 2009 übernehmen werde. Dazu werden anfänglich 13 Flugzeuge von TUIfly übernommen. Das Bundeskartellamt genehmigte die Übernahme des Städteflugnetzes durch Air Berlin.[31]
| 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008[2] | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz [Mio. ] | 863,2 | 1.033,9 | 1.215,2 | 1.575,4 | 2.536,5 | 3.400,7 |
| Gewinn [Mio. ] | 36,7 | 2,9 | 115,9 | 40,1 (1) | 21,0 | -75,0 |
| Mitarbeiterzahl | 1.956 | 2.146 | 2.764 | 4.108 | 8.360 | 8.311 |
| Fluggäste [Tsd.] | 10.019 ? | 12.055 ? | 17.505 | 19.702 | 27.863 | 28.559 |
| Sitzladefaktor [%] | 76,72 ? | 79,52 ? | 75,23 | 75,27 | 77,22 | 78,36 |
| Flugzeuge Jahresende | 46 | 47 | 79 | 117 | 124 | 125 |
(1) = nachträglich von Air Berlin berichtigt.
Das Streckennetz von Air Berlin wurde sukzessive zunächst in Deutschland und kurze Zeit später in ganz Europa am jeweiligen regionalen Bedarf an Nonstop-Flügen zu Zielen innerhalb Europas ausgerichtet. Ein Hauptziel im Streckennetz von Air Berlin ist seit ihrer Gründung Palma de Mallorca, das mit dem Sommerflugplan 2009 über 380 Mal pro Woche angesteuert wurde. Auch andere bekannte Ferienziele am Mittelmeer, darunter Griechenland und Kroatien, auf den Kanarischen Inseln, in Portugal, der Türkei und in Nordafrika werden im Linienbetrieb angeflogen. Daneben gibt es zahlreiche Verbindungen zu europäischen Metropolen, z. B. in Frankreich, Italien, Großbritannien, Österreich, Russland, Skandinavien und in den Niederlanden. Ein wichtiges Standbein der Air Berlin sind auch Ziele auf dem spanischen Festland, vor allem Alicante, Barcelona und Malaga. Diese Destinationen werden von den meisten Abflughäfen in Deutschland angeflogen. Über das Drehkreuz in Palma de Mallorca verbindet die Airline zahlreiche spanische Flughäfen untereinander. Air Berlin ist mittlerweile der größte nichtspanische Anbieter von innerspanischen Verbindungen.
Seit der Übernahme der LTU werden nun auch Langstrecken unter AB-Flugnummer angeboten. Dazu zählten im Sommer 2009 u. a. Flüge nach New York, Los Angeles, Miami, Fort Myers, Vancouver, Mexiko, Kuba, Südafrika, Thailand, in die Dominikanische Republik und auf die Malediven.
Abflughäfen mit besonders breitem Spektrum an Air Berlin-Zielen haben dabei die Funktion von dezentralen Flotten-Stützpunkten. Die Anzahl der dort jeweils stationierten Flugzeuge richtet sich wiederum nach dem jeweiligen Fluggastaufkommen. Bei manchen von diesen Schwerpunktflughäfen handelt es sich um Drehkreuze (Flughafen Berlin-Tegel, Flughafen Düsseldorf, Flughafen Palma de Mallorca und Flughafen Nürnberg).
Air Berlin stellte die erst im Mai 2008 neu aufgenommenen Strecken nach Peking und Shanghai zum Winterflugplan 2008/09 wieder ein. Die Strecken nach New York City und Los Angeles wurden ebenfalls ausgesetzt, aber ab Mai 2009 wieder angeflogen.
Neue Ziele im Sommer 2009 waren die Kanalinsel Jersey, Krakau in Polen, die norwegische Hauptstadt Oslo, Rijeka und Split in Kroatien, die Lagunenstadt Venedig sowie die israelische Metropole Tel Aviv-Jaffa. Seit Winter 2009/10 fliegt Air Berlin nach Pritina im Kosovo. Ebenfalls zum Winterflugplan wurde die vormals nur von Lufthansa geflogene Strecke Hamburg-Frankfurt ins Streckennetz aufgenommen. Dies führte zu einigem Aufruhr auf dem deutschen Markt.
Mit dem Sommerflugplan 2010 nimmt Air Berlin ab 1. Mai 2010 die neuen Ziele Araxos (nahe Patras) und Kalamata in Griechenland, San Francisco, die schwedische Insel Gotland, die polnische Stadt Danzig, Constana an der rumänischen Schwarzmeerküste, Florenz sowie die Ostsee-Insel Usedom ins Programm auf. Bereits ab Februar 2010 wird Air Berlin mit Arbil und Sulaimaniyya, jeweils ab München, erstmals zwei Ziele im Irak anfliegen.[32]
Mit Stand Januar 2010 verzeichnet Air Berlin weder Unfälle mit Todesfolge noch Flugzeugverluste.
Air Berlin wurde von verschiedener Seite für seine Mitarbeiterpolitik kritisiert. Stein des Anstoßes waren dabei die öffentlichen Äußerungen des CEO Joachim Hunold, die Mitarbeiter seines Unternehmens bräuchten keine Gewerkschaften oder Mitbestimmung. Bis 2007 waren die Mitarbeiter der Air Berlin und der zugehörigen Unternehmen kaum organisiert. Während dies von Seiten der Air Berlin mit dem Hinweis auf ein gutes Betriebsklima kommentiert wurde, vermuteten Kritiker u. a. auf Seiten der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, dass das Unternehmen die Gründung von Betriebsräten systematisch unterbinde. Auch im Wechsel der Gesellschaftsform weg von der deutschen GmbH hin zur PLC nach britischem Recht wurde ein taktischer Schachzug zur Beschneidung der Arbeitnehmerrechte gesehen.
Am 7. August 2007 hat sich Air Berlin mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und ver.di erstmals auf Tarifverträge (Mantel- und Vergütungstarifvertrag) für die 805 Piloten und 1.442 Flugbegleiter geeinigt. Außerdem sollen Verhandlungen über die Gründung eines Betriebsrates aufgenommen werden.[33]
2009 berief Air Berlin Hartmut Mehdorn nach seinem Ausscheiden bei der Deutsche Bahn AG in den Aufsichtsrat des Unternehmens.[34]
Mit Stand Januar 2010 besteht die Flotte der Air Berlin aus 144 Flugzeugen[35], die teilweise entweder von Tochtergesellschaften (LTU und Belair) oder aber im Wetlease (LGW, TUIfly und Germania) jeweils im Auftrag, Namen und Außenauftritt von Air Berlin betrieben werden.
| Flugzeugtyp | aktiv | bestellt[36][37] | Anmerkungen | Einsatzgebiet | Sitzplätze[38] |
|---|---|---|---|---|---|
| Airbus A319-100 | 16 | 1 betrieben durch Belair | Kurz- & Mittelstrecken | 144 / 150 | |
| Airbus A320-200 | 32 | 18 | 12 betrieben durch LTU, 5 betrieben durch Belair | Kurz- & Mittelstrecken | 174 |
| Airbus A321-200 | 8 | 1 | 1 betrieben durch LTU | Kurz- & Mittelstrecken | 210 |
| Airbus A330-200 | 10 | betrieben durch LTU | Langstrecken | 303 | |
| Airbus A330-300 | 3 | betrieben durch LTU | Mittel- & Langstrecken | 387 | |
| Boeing 737-300 | 2 | betrieben durch Germania | Kurz- & Mittelstrecken | 136 | |
| Boeing 737-700 | 27 | 20 | 11 betrieben durch TUIfly, 6 betrieben durch Germania | Kurz- & Mittelstrecken | 144 |
| Boeing 737-800 | 36 | 53 | 2 betrieben durch TUIfly | Kurz- & Mittelstrecken | 186 |
| Boeing 787-8 | 25 | Auslieferung voraussichtlich ab 2013 | - offen - | - offen - | |
| Bombardier Dash 8Q-400 | 10 | betrieben durch Luftfahrtgesellschaft Walter | Kurzstrecken | 76 | |
| Gesamt | 144 | 117 |
Im Februar 2010 betrug das durchschnittliche Alter der Flugzeuge von Air Berlin 5,5 Jahre.[1]
In der langen Laufzeit der Air Berlin flogen neben der aktuellen Flotte auch Flugzeuge des Typs Boeing 707, Boeing 737-400, Boeing 757-200, Boeing 767-300 und Fokker 100, welche für die Air Berlin-Group im Einsatz waren.
Durch die diversen Übernahmen und Umstrukturierungen gab es bei Air Berlin zwischenzeitlich eine Reihe von Lackierungen nebeneinander.
Air Berlin stellte ihre neue Lackierung im Juni 2007 vor. Diese ist stark an die letzte Farbgebung der damals neu erworbenen Tochtergesellschaft LTU angelehnt und verzichtet vollkommen auf das bis dahin gewohnte Bordeaux-Rot. Stattdessen sind der untere Teil des Rumpfes, die Turbinen und das Leitwerk in hellroter Farbe lackiert. Die erste Maschine in neuer Lackierung war eine Boeing 737-800 mit der Registrierung D-ABBX.[39]
Im Januar 2008 wurde ein neues Logo und ein neuer Schriftzug eingeführt - die neue Grundlackierung vom Juni 2007 blieb dabei unverändert.
Die Flugzeuge der Belair, der LGW und der LTU fliegen durchgehend im aktuellen Design, die anderen Maschinen der Air Berlin werden in der neuen Lackierung ausgeliefert bzw. nach und nach umlackiert.
Im Rahmen der Auslieferung einer fabrikneuen Boeing 737-800 mit Winglets gelang es der Air Berlin im November 2001 erstmalig einen Rekordflug durchzuführen. Die Maschine mit der Kennung D-ABBC legte in 9:10 Stunden eine Distanz von 8.345 Kilometern nonstop zwischen Seattle (USA) und Berlin zurück.[40]
Wie viele andere Fluggesellschaften hat auch Air Berlin ein Vielfliegerprogramm. Das Kundenbindungsprogramm von Air Berlin heißt topbonus. Auf allen Flügen lassen sich Punkte (Meilen) sammeln, die später für weltweite Freiflüge (Prämienflüge) oder ein Upgrade in die Business Class eingelöst werden können. Neben der "topbonus Card Classic" gibt es auch Karten mit dem Status "Silver" und "Gold". Außerdem wird eine kostenpflichtige Service-Karte (Service Card) angeboten.
Verbraucherschützer werfen Air Berlin und anderen Luftverkehrsanbietern vor, sich einer Zusammenarbeit mit der vom Bund finanzierten Schlichtungsstelle Mobilität noch immer zu verweigern.
Im Streit mit dem Land Berlin um die Verlegung des Flugbetriebs von Flughafen Berlin-Tegel nach Flughafen Berlin Brandenburg versuchte Air Berlin Druck auszuüben und drohte mit Verlegung des Sitzes und der Änderung des Firmennamens. Eine Klage, die Air Berlin wie auch andere Fluggesellschaften gegen die Schließung des Flughafens Tegel angestrengt hatte, wurde inzwischen jedoch letztinstanzlich abgewiesen.
Im Air-Berlin-Magazin 03/2008 schrieb Hunold ein Editorial aufgrund eines Briefes der balearischen Landesregierung, in dem die Fluggesellschaft zur Nutzung der katalanischen Sprache aufgefordert wird.[49] Umgehend führte die Form dieses Artikels zu Reaktionen in der gesamten spanisch-katalanischen Öffentlichkeit, die bis zu Boykott-Aufrufen des Unternehmens reichten.[50][51][52]
Air Berlin | Alstria office REIT | Arques Industries | Axel Springer AG | Bertrandt | Biotest | C.A.T. Oil | Centrotec Sustainable | CeWe Color | Colonia Real Estate | comdirect bank | Constantin Medien | CTS Eventim | Curanum | Delticom | Deutsche Beteiligungs AG | Deutsche Wohnen | Deutz | DIC Asset | Dürr | Dyckerhoff | elexis | Gerry Weber | Gesco | GfK | Grammer | Grenkeleasing | H & R WASAG | Highlight Communications | Homag Group | Hornbach Holding | Indus Holding | Jungheinrich | Koenig & Bauer | KUKA AG | KWS SAAT | Loewe | Medion | MVV Energie | Patrizia Immobilien | SKW Stahl-Metallurgie Holding | Sixt | TAG Immobilien | TAKKT | Teleplan | Tipp24 | VBH Holding | Villeroy & Boch | VTG | Wacker Neuson SE