| Air India |
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|---|---|---|
| IATA-Code: | AI | |
| ICAO-Code: | AIC | |
| Rufzeichen: | AIR INDIA | |
| Gründung: | 1932 | |
| Sitz: | Mumbai, Indien | |
| Drehkreuz: | ||
| Unternehmensform: | Staatsbesitz | |
| Leitung: | Arvind Jadhav | |
| Vielfliegerprogramm: | Flying Returns | |
| Flottenstärke: | 99 (+ 24 Bestellungen) | |
| Ziele: | National und international | |
Air India (Hindi: ear iiy) ist eine indische Fluggesellschaft mit Sitz in Mumbai und Heimatbasis auf dem dortigen Chhatrapati Shivaji International Airport. Ein weiteres Drehkreuz der größten indischen Fluggesellschaft ist der Indira Gandhi International Airport in Delhi. Sie ist ein Tochterunternehmen der Air India Limited (zuvor NACIL), die aus der Fusion der früheren Air India mit Indian Airlines entstand.
Inhaltsverzeichnis |
Air India wurde aus der Gemeinschaft von indischen Geschäftsmännern, früher tätig in der Fluggesellschaft Tata Airlines, im Jahre 1932 in Mumbai (Bombay) gegründet. Bereits fünf Jahre später weitete sich der Flugverkehr von den bisher ausschließlich angeflogenen nationalen Flughäfen in Indien auf Iran, den Irak und weitere Staaten aus.
1946 wurde Tata Airlines in Air India umbenannt. Für ihren Inlandflugdienst beschaffte Air India eine größere Anzahl der Dakota, der Militärversion der Douglas DC-3. Außerdem erwarb die Gesellschaft acht Vickers Viking, die es ermöglichten von Mumbai aus nonstop nach Delhi, Kolkata (Kalkutta) und Chennai (Madras) zu fliegen. Es entstanden Hangars und andere Betriebseinrichtungen. Air India begann mit der Einstellung der ersten Stewardessen und der Ausbildung eigener Techniker.
1948 bildete sich dann die Air India International, mit der sowohl britische als auch kanadische Flughäfen angeflogen werden konnten. Weitere Staaten folgten in den nächsten 20 Jahren, jedoch fanden auch Ersetzungen statt wie die Station Aden im Jemen durch Rom auf dem Weg nach London. 1951 kam Frankreich mit dem Flughafen Paris dazu. 1953 führte man dann Deutschland mit der ersten Station Düsseldorf ein. Erst etwa 20 Jahre später folgten Frankfurt am Main und als erster US-amerikanischer Flughafen der New Yorker John F. Kennedy International Airport.
1953 wurde Air India von der Regierung Jawaharlal Nehru verstaatlicht, eine Maßnahme, gegen die der Gründer Jehangir Ratanji Dadabhoy Tata vergeblich aber mit ganzem Herzen kämpfte.
Ende der siebziger Jahre geriet Air India in eine finanzielle Krise. Seit 1953 wurden mit Ausnahme von drei Geschäftsjahren nur Gewinne verzeichnet. Das Geschäftsjahr 1979/80 brachte jedoch einen Verlust von 15 Millionen Dollar. Im nächsten Geschäftsjahr stieg der Verlust auf 21 Millionen Dollar. Nach diesen Verlusten wurde der ehemalige Bankier Raghu Raj zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Alle Ausgaben wurden durchleuchtet. Nur die Ausgaben zur Wahrung der Sicherheit und der Qualität des Kundendienstes blieben unberührt. Auf der anderen Seite war die Gesellschaft bestrebt die Einnahmen zu erhöhen. Zu den Maßnahmen gehörte die Einstellung des Verkauf von Billigflugscheinen. Die Gesellschaft verstärkte die Werbung für ihre erste Klasse besonders bei den Geschäftsleuten. Die indische Regierung wurde einbezogen. Zum Beispiel besorgte sie Überflugrechte von der damaligen Sowjetunion. So konnte auf dem Weg von Delhi nach Frankfurt der Umweg von mehr als 700 km, der nach Ausbruch des Krieges zwischen Iran und Irak erforderlich wurde, vermieden werden. Die bis dahin übliche Verschwendung von Lebensmitteln in den Bordküchen wurde beendet.
Im Geschäftsjahr 1981/82 erzielte Air India bereits wieder einen Gewinn von einigen Millionen Dollar. Im folgenden Geschäftsjahr betrug der Gewinn bereits 38 Millionen Dollar.
Von 1978 bis 1985 gab es drei Flugzeugunglücke, die Fluggesellschaft erhielt große Aufmerksamkeit beim Anschlag vom 23. Juni 1985, als eine Bombe an Bord einer Boeing 747 auf dem Weg von Montreal nach London etwa 180 Kilometer westlich von Irland explodierte.
In den 1990er-Jahren erholte sich die Fluggesellschaft und unterschrieb im Oktober 2001 Codeshareverträge mit der Lufthansa, Thai Airways und Silk Air: mit der Lufthansa drei von/nach Mumbai und vier von/nach Delhi, mit Thai Airways drei Flüge die Woche von Mumbai nach Bangkok und zurück, mit Silk Air zwei Flüge von Kochi nach Singapur und zurück. Im Jahre 2002 gingen Air India mit Kuwait Airways einen Codeshare-Vertrag ein, und der Newark Liberty International Airport wurde neben New York und Chicago dritter angeflogener Flughafen in den USA. Diese Verbindung lief von Mumbai über Paris nach Newark mit regulär eingesetzten Boeing 747. Im Juni 2004 kam dann die Route Delhi-Frankfurt-Los Angeles hinzu, der Los Angeles International Airport war somit vierte Station in den USA. Die Route wurde von Air India zwei Mal die Woche bedient.
Im März 2005 wurde die Billigfluggesellschaft Air India Express als Tochterunternehmen gegründet. Im selben Monat wurde der tägliche Anflug von Frankfurt am Main von allen vier bedienten Flughäfen in den USA eingeführt.
Am 26. April 2005 erfolgte ein Großauftrag über 50 Maschinen an Boeing, bestehend aus acht Boeing 777-200LR, 15 Boeing 777-300ER und 27 Boeing 787-800 im Gesamtvolumen von 6,9 Mrd. US-$ zur Lieferung von 2006 bis 2015.
Im Juli 2007 wurde die Fusion von Air India und Indian Airlines eingeleitet, die inzwischen in Air India Limited (zuvor National Aviation Company of India) aufgegangen sind. Ziel war es, wieder eine große starke Fluggesellschaft zu bilden und sich erfolgreich gegen die größere Konkurrenz im Fluggeschäft zu wehren. Vorher hatte sich Air India auf internationale Ziele und Indian Airlines auf nationale und regionale Routen spezialisiert. Eine neue Bemalung wurde eingeführt, welche Komponenten von beiden Bemalungen enthält. Durch die Zusammenführung der Flotten wurde die Anzahl der Flugzeuge von 42 auf 104 vergrößert.
Am 28. Juli 2007 wurde die erste Boeing 777-200LR an Air India ausgeliefert. Mit diesem Flugzeug wurde am 1. August 2007 der Nonstopflug von Mumbai nach New York eingeführt. Dienste von Delhi und Bangalore nach New York und Los Angeles werden folgen. Die Lackierung und Inneneinrichtung der Boeing 747-400 werden nun noch einmal erneuert, damit sie dem Standard der Kabine der Boeing 777-200LR entsprechen, sollen aber zu Vollfrachtern umgerüstet werden, sobald entsprechender Ersatz verfügbar ist. Bei den Airbus A310 und Boeing 747-300 ist dies bereits geschehen, sie werden durch neue Boeing 787-8 ersetzt.
Air India plant inzwischen einen Börsengang. Nebenbei wurden alle Boeing 767 und Airbus A300 von Air India und Indian Airlines ausgeflottet, die durch Airbus A330 bzw. A321 ersetzt wurden. Somit endet die Geschichte der ehemaligen Indian Airlines, die nun kein eigenes Flugzeug mehr besitzt, und gleichzeitig endet auch die Geschichte der A300 in Indien, die lange Zeit von Indian Airlines und auch kurzzeitig von Air India betrieben wurde. Alle Flüge werden nun unter dem Markennamen Air India abgewickelt, wobei beide IATA-Codes AI & IC erhalten bleiben: Während internationale Services den AI Code tragen, operieren nationale Flüge und Flüge auf den kürzeren Routen in den Golf, Mittleren Osten, Südasien und Südostasien weiterhin unter dem IC-Code.
Zum Sommerflugplan 2009 strukturierte Air India seine Flüge in die USA neu. Europäisches Drehkreuz der Fluggesellschaft wurde dabei Frankfurt, mit Flügen von und nach Ahmedabad, Chennai (über Mumbai), Chicago, Delhi, Hyderabad (über Delhi), Mumbai und New York-Newark. Die Verbindung Amritsar - Toronto, die gegenwärtig noch Zwischenstop in London-Heathrow einlegt, sollte ab Winterflugplan 2009 ebenfalls über Frankfurt abgewickelt werden - dies wurde allerdings nicht umgesetzt.[1]
Im November 2009 wurde bekannt, dass Air India im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust etwa 1,2 Milliarden Dollar erwirtschaftete. Die indische Regierung gewährte der Fluggesellschaft bereits zuvor unter der Bedingung einer Verbesserung der Kostensituation eine Finanzhilfe von einer Milliarde Dollar. Im Rahmen der erforderlichen Sparmaßnahmen wurde auch die Auslieferung neuer Langstrecken-Maschinen verschoben.[2]
Die Fluggesellschaft gab mit dem Beginn des Winterflugplans ab 1. November 2010 ihr Drehkreuz in Frankfurt am Main wieder auf. Seit dem 31. Oktober werden die Verbindungen nach Chicago und New York sowie nach Ahmedabad und Mumbai eingestellt, da Deutschland für den Betrieb eines solchen Drehkreuzes zu teuer sei. Lediglich eine tägliche Verbindung nach Neu-Delhi blieb bestehen.[3]
Im Jahr 2010 betrug die Auslastung der internationalen Flüge der Air India 67,9 %, die der Inlandsflüge jedoch nur äußerst geringe 22 %, was unter anderem durch das eingesetzte Fluggerät bedingt ist - teilweise werden beispielsweise Boeing 747 auf Kurzstrecken eingesetzt.[4]
Im Mai 2011 wurde bekannt, dass Air India wegen unbezahlter Rechnungen in Höhe von mehr als 43 Millionen Euro ein Landeverbot in Delhi und Hyderabad droht.[5] Zudem wurde bekannt, dass sich der Beitritt zur Luftfahrtallianz Star Alliance, der bereits mehrfach verschoben wurde, erneut verzögern könnte. Grund sind bisher teils nicht erfüllte Beitrittskriterien. Am 31. Juli 2011 wurde der Integrationsprozess in die Star Alliance schließlich für unbestimmte Zeit ausgesetzt.[6]
Im September 2011 gab der indische Minister für Zivilluftfahrt bekannt, dass Air India nicht in der Lage sei, die 27 bestellten Boeing 787-8, von denen die ersten Ende 2011 an die Gesellschaft übergeben werden sollten, zu bezahlen.[7] Kurze Zeit später stellte der Vorstand der Air India an das indische Finanzministerium den Antrag, die Bestellung auf 14 Boeing 787-8 zu halbieren.[8]
Im Dezember 2011 gab die indische Regierung bekannt, die mit mehr als 6 Milliarden Euro verschuldete Gesellschaft über umfangreiche Hilfsmaßnahmen zu sanieren. Neben der Ausweitung von Krediten soll eine Finanzhilfe über gut 4 Milliarden Euro erfolgen.[9] Eine Auswertung des Verkehrsministeriums für den Zeitraum April bis September 2011 ergab, dass von 175 bedienten Routen der Air India durchschnittlich lediglich zwei Gewinne erwirtschaften, während ein Großteil der Verbindungen höchstens die Treibstoffkosten deckt.[10]
Im April 2012 wurde bekannt, dass die indische Regierung die Fluggesellschaft mit umgerechnet 4,4 Milliarden Euro unter die Arme greifen wird. Diese Unterstützung ist für acht Jahre angesetzt und an Sparmaßnahmen der Airline geknüpft.[11]
Zum Sommerflugplan 2012 wird der Flughafen Frankfurt als Zwischenstopp der Flüge von Delhi nach Chicago genutzt.
Im August 2012 wurde bekannt, dass Air India ihre Boeing 787-8 nun im Zeitraum von August/September 2012 bis März 2016 erhalten wird.[12]
Air India bedient ein umfangreiches Netzwerk an Zielen innerhalb Indiens sowie internationale Destinationen in Europa, Afrika, Asien und Nordamerika. Angeflogen werden beispielsweise Toronto, Hongkong, Paris, Tokio, Dubai und New York City.[13]
Darüber hinaus unterhält Air India Codeshare-Abkommen mit Aeroflot, Air Mauritius, Austrian Airlines, Ethiopian Airlines, Kuwait Airways, Lufthansa, Singapore Airlines, South African Airways, Sri Lankan Airlines, Swiss und Turkish Airlines.[14]
Mit Stand Januar 2013 besteht die Flotte der Air India inklusive der Flugzeuge der ehemaligen Indian Airlines aus 99 Flugzeugen[15] mit einem Durchschnittsalter von 8,7 Jahren[16]:
| Flugzeugtyp | aktiv | bestellt[17] | Anmerkungen | Sitzplätze[18] (First/Business/Economy) |
|---|---|---|---|---|
| Airbus A319-100 | 24 | 144 (-/-/144) | ||
| Airbus A320-200 | 23 | 146 (-/20/126) | ||
| Airbus A321-200 | 20 | 172 (-/20/152) | ||
| Airbus A330-200 | 2 | 279 (-/24/255) | ||
| Boeing 747-400 | 4 | 423 (12/26/385) | ||
| Boeing 777-200LR | 8 | 5 werden an Ukraine International Airlines abgegeben[19] | 238 (8/35/195) | |
| Boeing 777-300ER | 12 | 3 | 342 (4/35/303) | |
| Boeing 787-8 | 6 | 21 | Erste Auslieferung am 6. September 2012[20], alle stillgelegt | 256 (-/18/238)[21] |
| Gesamt | 99 | 24 |
Nicht berücksichtigt ist hier die Billigflug-Tochter Air India Express, da diese unabhängig unter einem eigenen AOC operiert.
Air India verzeichnete in den letzten 30 Jahren 556 Todesopfer und vier Flugzeug-Totalverluste.