| Boeing 787 "Dreamliner" |
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|---|---|---|
Eine Boeing 787-8 in Boeing-Hausfarben |
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| Typ: | Zweistrahliges Großraumflugzeug | |
| Entwurfsland: | Vereinigte Staaten | |
| Hersteller: | Boeing Commercial Airplanes | |
| Erstflug: | 15. Dezember 2009 | |
| Indienststellung: | September 2011 | |
| Produktionszeit: | In Serienproduktion (Stand: September 2011) | |
| Stückzahl: | 6 | |
Die Boeing 787, Zusatzname Dreamliner, ist ein zweistrahliges Langstrecken-Verkehrsflugzeug des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing für 200 bis 300 Passagiere. Sie ist das Nachfolgemodell der Boeing 767[1] und das erste Großraumflugzeug, dessen Rumpf zu einem Großteil aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff besteht. Die Erstauslieferung an All Nippon Airways erfolgte nach dreieinhalbjähriger Verzögerung am 25. September 2011.[2] Am 26. Oktober 2011 ging die 787 bei dieser Fluggesellschaft erstmals in Dienst[3].
Inhaltsverzeichnis |
Boeing hatte mit dem Muster 777 zuletzt Mitte der 1990er-Jahre ein neues Flugzeug auf den Markt gebracht.
Seit dem Ende der 1990er-Jahre verfolgte Boeing unterschiedliche Strategien, um auf die Herausforderung durch Airbus und deren Entwicklung des weltgrößten Passagierflugzeuges, der A380, zu reagieren: Zunächst wollte Boeing, das mit der in den 1960er-Jahren entwickelten 747 das bis dahin größte Passagierflugzeug im Programm hatte, durch eine extragroße Variante des Jumbo-Jets 747-X dem Airbus A380 direkt Konkurrenz machen. Dieser Plan wurde jedoch mangels Nachfrage der Fluggesellschaften bald wieder aufgegeben und durch die Ankündigung ersetzt, ein fast schallschnelles Großflugzeug Sonic Cruiser zu entwickeln. Man nahm bei Boeing an, maximale Zeitersparnis bleibe der bestimmende Faktor im Fluggeschäft.
Durch die Krise in Folge der Anschläge vom 11. September 2001 und die steigenden Ölpreise war aber keine Fluggesellschaft mehr bereit, den zwar schnellen, aber relativ unwirtschaftlichen Sonic Cruiser zu bestellen. Aufgrund dieser Reaktionen machte sich Boeing daran, aus dem zunächst nur als Referenz gedachten Entwurf eines Super Efficient Airplane ein neues Flugzeug zu machen eben die Boeing 787. Zunächst firmierte das Flugzeug als 7E7, mit einem E für efficient; nach dem Programmstart wurde es offiziell in 787 umbenannt, um besser in das Ziffernschema der Firma zu passen und um eine im asiatischen Raum Glück verheißende 8 im Namen zu haben. Außerdem gab man der 787 den Beinamen Dreamliner, was in etwa Traumschiff bedeutet.
Die Entscheidung zum Bau der 787 fällte der Boeing-Vorstand im Dezember 2003, womit im Vorfeld bereits gerechnet worden war: Allgemein herrschte die Auffassung vor, dass Boeing es sich nicht leisten könne, zum dritten Mal in Folge ein angekündigtes Modell nicht zu bauen.
Boeing sieht nun die Zukunft eher in mittelgroßen Modellen als in Boeing-747-Mustern, mit denen auch von weniger großen Flughäfen abseits der Luftfahrt-Drehkreuze direkt und ohne Zwischenstopp Lang- und Ultra-Langstrecken geflogen werden können (Point-to-Point) und die Luftfahrtdrehkreuze mit den kleineren Maschinen häufiger angeflogen werden können. Boeing erwartet, dass die gut zahlenden Geschäftsreisenden weniger eine Kostenersparnis durch ein besonders großes Flugzeug, als eher eine kurze Wartezeit bis zum nächsten Flug oder Anschlussflug nach dem Umsteigen wünschen. Zusätzlich wurde mit der 747-8 eine vergrößerte Variante ihres Klassikers auf den Markt eingeführt.
Der offizielle Programmstart der Boeing 787 Dreamliner erfolgte am 26. April 2004, nachdem All Nippon Airways (ANA) als erster Kunde fünfzig Maschinen zur Auslieferung ab 2008 fest bestellte. Dieser gilt für die Versionen 787-3, -8 und -9. Die Version 787-10 ist bisher von Boeing noch unbestätigt. Der Termin für den geplanten Rollout wurde am 30. März 2007 bekanntgegeben und fand schließlich am 8. Juli 2007 im Endfertigungswerk in Everett (Washington) statt.
Ähnlich dem Produktionsmodell von Airbus werden wesentliche Teile an verschiedenen Standorten produziert und zur Hauptmontage gebracht: Anders als bei Airbus werden diese Komponenten nicht in verschiedenen Werken der Firma bzw. Muttergesellschaft sondern von unabhängigen Auftragnehmern gefertigt. Die Tragflächen werden durch Mitsubishi Heavy Industries im japanischen Nagoya gefertigt, das Höhenleitwerk durch Alenia Aeronautica in Italien (in Zusammenarbeit mit der türkischen TAI), einzelne Rumpfsektionen ebenfalls durch die vorgenannten Hersteller und die Lewis and Vought Corporation aus South Carolina bzw. Spirit AeroSystems aus Wichita (Kansas).
Das erste inoffizielle Roll-Out fand Ende Juni 2007 statt, als eine Boeing 787 aus den Fertigungshallen geschleppt wurde,[4] der offizielle folgte am 8. Juli 2007 (das Datum schreibt Boeing nach amerikanischer Schreibweise als 7/8/7), als die 787 auf der Boeing-Flugwerft in Everett der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde.[1]
Am 20. Juni 2008 wurde als wichtiger Meilenstein vor dem Erstflug das erste Einschalten (Power On) der elektrischen Systeme erfolgreich zum Abschluss gebracht.[5]
Der Erstflug fand am 15. Dezember 2009 um 10:28 Uhr (Ortszeit) beziehungsweise 19:28 Uhr (Mitteleuropäische Zeit) durch eine 787-8 auf dem Paine Field in Everett bei Seattle im US-Bundesstaat Washington mit einer Verspätung von 27 Monaten statt. Der etwa dreistündige Flug wurde durch die Testpiloten Mike Carriker und Randy Neville durchgeführt, wobei die Maschine eine Maximalhöhe von 4572 m und eine Geschwindigkeit von 370 km/h erreichte.[6][7][8]
Zur Luftfahrtsmesse in Farnborough landete der Dreamliner am 18. Juli 2010 erstmals in Europa.[9] Der erste Besuch in Deutschland erfolgte am 25. Juni 2011 zu einer Präsentation des deutschen Erstkunden Air Berlin auf dem Flughafen Berlin-Tegel.[10]
Im Rahmen eines Testfluges am 6. Dezember 2011 konnte ein Dreamliner (Registrierung ZA 006) mit 13 Personen an Bord, darunter sechs Piloten, zwei Rekorde für Flugzeuge seiner Gewichtsklasse (200250 Tonnen) einstellen: Einen Distanzrekord für das zurücklegen einer Strecke von 19.835 Kilometern ohne Zwischenstopp, und einen Zeitrekord von 42 Stunden 27 Minuten für eine Umrundung der Erde. Die erste Teilstrecke führte das Flugzeug von Seattle in östlicher Richtung über den Atlantik, das Mittelmeer, den mittleren Osten und Indien 19.835 Kilometer nach Dhaka, Bangladesh. Während eines zweistündigen Stopps dort wurde die Maschine aufgetankt. Anschließend flog sie in östlicher Richtung über Singapur, die Philippinen und den Pazifik 18.678 Kilometer nach Seattle, wo sie 42 Stunden und 27 Minuten nach dem Start wieder landete. Damit brach der Dreamliner einen sieben Jahre alten Distanzrekord eines A330 einen Zeitrekord für eine Weltumrundung gab es bisher noch nicht.[11][12]
Die Markteinführungskosten der 787 betragen insgesamt etwa 13,4 Mrd. US-Dollar, die von Boeing selbst (etwa 4,2 Mrd. US-Dollar), von Zulieferern (3,1 Mrd. US-Dollar), durch staatliche Subvention der an der Produktion beteiligten Staaten (Italien 590 Mio. US-Dollar, Japan 1,588 Mrd. US-Dollar), von den US-Bundesstaaten Kansas (200 Mio. US-Dollar) und Washington (3,2 Mrd. US-Dollar) und weiteren Geldgebern aufgebracht werden.[13] Dies entspricht etwa dem Doppelten der 1990 für die Markteinführung der Boeing 777 (67 Mrd. US-Dollar) benötigten Kosten.
Die mutmaßlichen Verstöße gegen die im Übereinkommen über Subventionen und Ausgleichsmaßnahmen der Welthandelsorganisation (WTO) festgelegten Subventionierungs-Regelungen bei der Finanzierung der 787 führten 2004 zu einer Beschwerde der EU an die WTO.[14]
Ein Ziel der Entwickler der 787 war, die Betriebskosten vor allem aufgrund des niedrigeren Treibstoffverbrauchs um acht bis zehn Prozent unter die der Boeing 767-300ER zu bringen. Am 7. November 2006 kündigte der Hersteller an, dass die direkten Betriebskosten wegen niedrigerer Wartungskosten um weitere zwei bis drei Prozent geringer ausfallen würden. Dieser Kostenvorteil soll laut Boeing die höheren Anschaffungskosten der 787 mehr als kompensieren.
Der Kerosinverbrauch soll durch neuentwickelte Triebwerke, verringertes Gewicht und bessere Aerodynamik um 20 Prozent niedriger sein als bei vergleichbaren jetzigen Modellen,[15] die unter realen Bedingungen abhängig von Bestuhlung, Einsatzprofil und Auslastung spezifische Verbräuche von 3 bis 10 l/100 km/Passagier aufweisen.[16] Zudem sollen die neuartigen Triebwerke weniger Lärm verursachen.
Sensoren und intelligente Elektronik sollen den Flug der Maschine bei Turbulenzen ruhiger machen, weil in jedem Moment automatisch gegengesteuert wird; Boeing geht davon aus, dass sich dadurch das Risiko von Reisekrankheiten erheblich reduzieren lässt.
Der Kabinendruck in der Boeing 787 wird dem Luftdruck in einer Höhe von rund 1830 Metern über dem Meer entsprechen (600 Meter weniger als in herkömmlichen Flugzeugen) das sind etwa 10 % weniger Luftdruck als im Durchschnitt zu Lande üblich. Die Luftfeuchtigkeit wird etwa 15 % betragen, um somit dem Austrocknen der Passagiere besser vorzubeugen (die bisherige Luftfeuchtigkeit in Flugzeugen liegt in aller Regel bei lediglich etwa 5 %).
Eine Besonderheit der 787 ist die weltweit verteilte Fertigung der Baugruppen, die komplett von Zulieferern ausgerüstet werden. Während die Tragflächen (von Kawasaki Heavy Industries und Mitsubishi Heavy Industries) und einzelne Rumpfteile (Center Wing Box von Fuji Heavy Industries/Nagoya, vorderer Rumpfteil und der Hauptfahrwerksschacht von Kawasaki Heavy Industries/Nagoya) in Japan produziert werden, stammen andere Teile aus Italien (mittlerer Rumpfteil von Alenia in Grottaglie, Höhenleitwerk von Alenia in Foggia).[21] Boeing selbst beschränkt sich auf die Endmontage, bei der ungefähr vier vorgefertigte Komponenten sowie Triebwerke und Innenausstattung in wenigen Tagen montiert werden. Damit versteht sich Boeing nur noch als Systemintegrator.
Zu den Vorteilen dieser Produktionsweise zählt, dass Risiken und Kosten auf die Zulieferer übertragen werden können (absatzabhängige Bezahlung der Zulieferer und vollständige Übernahme für einmalig für Entwicklung und Produktion anfallende Kosten.[22]). Nachteilig ist, dass die Abhängigkeit von den Zulieferern steigt und Know-how für die nächsten Flugzeugentwicklungen verloren geht.
Für den Transport der Teile wurde mit der 747LCF, einer Modifikation der 747, eigens ein neuer Flugzeugtyp geschaffen.[23]
Im November 2006 bestätigte ein Boeing-Sprecher, dass aufgrund hoher Nachfrage ab dem Jahr 2011 eine Erhöhung der Produktionsrate geplant sei.[24]
Da Boeing vor der Entwicklung der 787 nur sehr wenig Erfahrung mit Faserverbundbauteilen hatte, waren Probleme insbesondere beim Fertigungsprozess abzusehen. Bei der zuvor entwickelten Boeing 777 wurden im Vergleich zu den Airbus-Maschinen (A340/A330/A320) relativ wenige Faserverbundbauteile verwendet. Erste Anzeichen für Probleme gaben Berichte über Blasenbildung im Faserlaminat bei der Rumpffertigung.[25]
Im Mai 2009 trat bei einem Belastungstest der Tragflächen eine Delamination der Verbundwerkstoffe am Ende der Tragflächenstringer ein, was zu einer weiteren Verschiebung des Erstfluges führte.[26] Boeing will das Problem mit zusätzlichen Verstärkungen lösen.
Am 15. August 2009 wurde bekannt, dass an 23 Segmenten der in Bau befindlichen Flugzeuge Falten in der Außenhaut entdeckt wurden. Diese Segmente wurden vom italienischen Zulieferer Alenia Aeronautica gefertigt. Nach dem Entdecken dieser Probleme wurde die Produktion beim Zulieferer bis zur Lösung des Problems gestoppt.[27]
Bereits 2006 kursierten Berichte über Probleme, den Zeitplan einhalten zu können. Die Gründe hierfür lägen, zusätzlich zu den bestätigten Problemen bei der Produktion von Rumpfsegmenten, in Problemen mit den Tragflächen (bezüglich Produktion und zu hohem Gewicht) und der Integration der Elektronik. Außerdem soll es zu dieser Zeit Probleme bei der Kommunikation mit den programmbedingt vielen Zulieferern sowie bei der Abstimmung der Zulieferer untereinander gegeben haben.[28] Am 11. Dezember 2006 bekräftigte Boeing die Einhaltung des Zeitplans, wonach 2007 der Testflug der ersten Maschine geplant sei und 2008 die erste ausgeliefert werden solle.
Die Spekulationen von 2006 bestätigten sich, als am 5. September 2007 Boeing in einer Telefonpressekonferenz ankündigte, den Erstflug auf Mitte November bis Mitte Dezember 2007 verschieben zu müssen. Dachte man damals noch, dass auf Grund einer Straffung des Testprogramms die für Mai 2008 geplante Erstauslieferung weiterhin möglich bliebe,[29] musste das am 10. Oktober 2007 revidiert werden, als durch eine offizielle Erklärung angekündigt wurde, dass sich der Erstflug auf März 2008 und die Auslieferung auf Dezember 2008 verschiebt.[30]
Am 16. Januar 2008 gab Boeing weitere Verzögerungen bekannt, wonach sich der Erstflug auf das Ende des zweiten Quartals 2008 und die Erstauslieferung auf das erste Quartal 2009 verschiebe.[31] Dieser Termin konnte ebenfalls nicht gehalten werden, und es wurde ein Erstflug Ende 2008 und ein Beginn der Auslieferungen für das dritte Quartal 2009 angestrebt.[32]
In der Folgezeit hielt man einige der neudefinierten internen Projekttermine nicht ein und musste weitere Verbesserungen bei den Produktionsabläufen vornehmen. Am 9. April 2008 kündigte Boeing schließlich eine weitere Verzögerung an. Der Erstflug wurde demnach für das vierte Quartal 2008 angesetzt, während die erste Auslieferung im vierten Quartal 2009 stattfinden sollte. Daraus ergibt sich gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan eine Gesamtverzögerung des Projekts von etwa 18 Monaten. Mit dem neuen Zeitplan gab Boeing außerdem bekannt, dass die Reihenfolge, in der die drei bisher angekündigten Varianten auf den Markt kommen werden, geändert wurde. Dem Basismodell 787-8 soll nun nicht die 787-3, sondern im Jahr 2012 die 787-9 folgen. Die -3-Variante soll somit erst als dritte ausgeliefert werden; ein Termin wurde nicht genannt.[33]
Am 4. November 2008 gab Boeing schließlich bekannt, dass mit dem Erstflug des Dreamliners nicht mehr im Jahr 2008 zu rechnen sei. Als Grund für die neuerliche Verzögerung wurden Probleme mit Verbindungsteilen (sechs Prozent der Spezialbolzen zur Verbindung von Titan- und Verbundstoffteilen schließen nicht bündig ab) und ein langwieriger Mechanikerstreik benannt.[34] Am 11. Dezember wurde der neue Zeitplan konkretisiert: Der Erstflug sollte nun im zweiten Quartal 2009 stattfinden, die Erstauslieferung im ersten Quartal 2010.
Am 23. Juni 2009 gab Boeing bekannt, dass der Erstflug wegen technischer Probleme erneut, vorerst auf unbestimmte Zeit, verschoben werde. Als Grund wurden Probleme mit der Rumpfseite genannt. Diese soll jetzt verstärkt werden.[35]
Am 27. August 2009 gab Boeing einen neuen Zeitplan bekannt.[36] Danach sollte der Erstflug des Basismodells 787-8 Ende 2009 stattfinden und die Erstauslieferung im vierten Quartal 2010.
Mitte Juli 2010 gab Boeing bekannt, dass sich die Auslieferung der ersten Maschine an die japanische Gesellschaft All Nippon Airways auf Anfang 2011 verschieben könnte. Als Grund für die Verzögerung wurden unter anderem weitere Untersuchungen in der Erprobungsphase des Flugzeuges genannt.[9] Am 27. August 2010 wurde bestätigt, dass die erste 787 nun voraussichtlich erst im Februar 2011 ausgeliefert werden könne, da sich die Bereitstellung der Rolls-Royce-Trent-1000-Triebwerke nach einem fehlgeschlagenen Testlauf und damit verbundenen notwendigen Korrekturen verzögere.[37]
Anfang Dezember 2010 gab Boeing informell gegenüber Managern der Air France an, dass sich die ersten Auslieferungen in den Juni oder Juli 2011, also um ein weiteres halbes Jahr verschieben würden. [38] Am 18. Januar 2011 gab Boeing schließlich öffentlich bekannt, dass die erste Auslieferung definitiv in das dritte Quartal 2011 verschoben werden müsse. Insgesamt beträgt die Verzögerung im Vergleich zum ursprünglichen Plan über drei Jahre.[39]
Am 26. Mai 2011 teilte Boeing mit, dass die erste Auslieferung zwischen August und September 2011 erfolgen werde. Abnehmer des ersten Flugzeugs wird die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) sein.[40]
Am 13. August 2011 wurde das Flugerprobungsprogramm der sieben dazu eingesetzten Maschinen nach 1731 Flügen und 4911 Flugstunden abgeschlossen.[41]
Am 25. September 2011 fand letztendlich die erste Auslieferung einer 787 statt. Abnehmer war wie vorausgesagt All Nippon Airways.[2] Am 26. Oktober 2011 nahm man letztendlich den Betrieb mit der 787 auf[3].
Am 7. November 2006 wurde bekannt, dass der Entwurf noch um etwa 2,5 Tonnen (zwei bis drei % des Leergewichts) leichter werden müsse, um die versprochenen Leistungsdaten zu erfüllen. Dies soll durch Detailoptimierungen und durch verstärkten Einsatz von Titan erreicht werden. Dazu wurde das Forschungs- und Entwicklungsbudget im Jahr 2006 um 300 Mio. US-Dollar und 2007 nochmals um 335 Mio. US-Dollar angehoben.
Die ersten sechs Prototypen des Modells sollen nach Boeing-Angaben vom 11. Dezember 2006 mit Übergewicht gebaut werden. Ab dem siebten Flugzeug soll dann das Zielgewicht eingehalten werden.[42]
Steven Udvar-Hazy, Chef der Leasingsgesellschaft ILFC, kritisierte, die 787-9 sei mehr als sechs Tonnen zu schwer. Wir arbeiten an Gewichtsreduzierungen für die 787-9 sowie andere Mitglieder der 787-Familie, bestätigte der Hersteller.[43]
Im Dezember 2009 veröffentlichte Boeing eine überarbeitete Version der Flughafenplanungsunterlagen für die 787, aus der Erhöhungen des maximalen Abfluggewichts für alle drei Varianten hervorgehen, die teilweise auf das erhöhte Leergewicht zurückzuführen sind. Das maximale Abfluggewicht der 787-3 beträgt nun 170.250 kg (plus 5.000 kg), das der 787-8 227.900 kg (plus 8.400 kg) und das der 787-9 247.400 kg (plus 2.270 kg).[44]
Der relativ geringe Gewichtszuwachs der 787-9 ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Boeing die Spannweite der 787-9 auf das Maß der 787-8 verringerte, nachdem eine Analyse der Belastungsergebnisse der Tragflächen der 787-8 vorlag.[45]
Am 11. Mai 2011 gab Boeing einen weiteren Gewichtszuwachs der 787-9 bekannt, auf mittlerweile 251.000 kg. Damit erhöhte sich das maximale Startgewicht gegenüber der ursprünglichen Planung um ca. 5.800 kg.[46]
Am 4. Oktober 2011 wurden weitere Details über das Übergewicht der 787-8 bekannt, so wog der Prototyp fast zehn Tonnen mehr als ursprünglich geplant; die ersten Kundenmaschinen (7.19. ausgeliefertes Exemplar) werden immer noch mit 6,1 Tonnen Übergewicht in den Dienst der jeweiligen Airlines gehen. Erst ab der 90. Maschine wird Boeing nach eigenen Angaben das versprochene Gewicht erreichen können, bis dahin sind ständige Gewichtsreduktionen geplant. Zumindest bist zum 34. Exemplar wird das Leergewicht aber vier Tonnen über dem geplanten Gewicht liegen.[47]
Am 2. Februar 2007 wurde bekannt, dass Boeing Probleme mit den Zulieferern Kawasaki Heavy Industries und Fuji Heavy Industries hat. Diese konnten die Arbeit an den Komponenten für die 787 nicht beenden, weshalb die halbfertigen Teile in ein Boeing-Werk in South Carolina gebracht werden mussten.[48] Am 12. Juni 2007 wurden Probleme mit der Passgenauigkeit bekannt. Um das Vorderteil des ersten Prototyps mit dem Rest des Rumpfs zu verbinden, mussten interne Einbauten entfernt werden, um ihn weniger stabil zu machen, damit man eine Lücke von 4,5 cm mit Hydraulikhilfe schließen konnte.[49][50] In die für den Rollout vorgesehene Maschine konnten aufgrund von Lieferschwierigkeiten zunächst an vielen Stellen nur provisorische Niete eingebaut werden, die vor dem Erstflug noch ersetzt werden mussten.[51]
Am 9. August 2007 wurde bekannt, dass aufgrund von Softwareproblemen der Erstflug der Boeing 787 vom bis zu diesem Zeitpunkt geplanten Termin im September in den Oktober 2007 verschoben werden müsse. Die Einhaltung des restlichen Zeitplans sei aber noch möglich.[52][53]
Im Dezember 2007 kamen Zweifel auf, ob insbesondere die Triebwerke von Rolls-Royce die versprochenen Verbrauchswerte einhalten können.[54] Am 16. September 2010 wurde bekannt, dass Schwierigkeiten mit einem Triebwerk eines Testflugzeugs aufgetreten waren. Das Triebwerk musste ausgewechselt werden. Unklar war, ob dieser Vorfall Auswirkungen auf den Zeitplan der Auslieferung haben wird. Die Boeing 787 hat eine ETOPS-330-Zulassung in den Testflügen erreicht, sodass die Flugzeuge nach Ausfall eines Triebwerkes erst nach 330 Minuten einen Ausweichflughafen erreichen müssen.[17]
Am 15. Januar 2012 wurde vermeldet, dass Analysen der ersten beiden bei ANA eingesetzten 787-8 hochgerechnet auf die Langstrecke Tokyo-Frankfurt gegenüber der B767-300ER nur eine Einsparung von 1,2 % Kerosin bringen. Boeings Ziel sind Kerosineinsparungen von 20%.[55]
Die B787 wurde zum Programmstart in drei Varianten auf den Markt angeboten: die beiden Langstreckenvarianten 787-8 und 787-9 sowie die Mittelstreckenvariante 787-3.
Die Boeing 787-3 war, ähnlich wie die Boeing 747-SR, für eine Besonderheit des japanischen Marktes konzipiert, die Planungen wurden jedoch aufgrund geringer Nachfrage eingestellt. In Japan gibt es diverse Inlandsflüge über teilweise nur 400 km mit einem sehr hohen Passagieraufkommen, für das die üblichen Mittelstreckenflugzeuge wie Boeing 737 deutlich zu klein sind. Zunächst waren für diese Version 43 Bestellungen von den japanischen Airlines JAL und ANA eingegangen, die diese vermutlich überwiegend auf innerjapanischen Routen eingesetzt hätten zwischenzeitlich wurden jedoch beide Bestellungen storniert beziehungsweise auf andere Baureihen der 787 umgewandelt.
Da Starts und Landungen Flugzeuge erheblich mehr belasten als der Reiseflug, hätte die 787-3 im Vergleich zur -8 eine deutlich verstärkte Struktur erhalten, hätte aber, wegen einer im Regionalverkehr im Vergleich zum Langstreckenverkehr üblichen dichteren Bestuhlung, mit etwa 290 bis 330 Plätzen wesentlich mehr Passagiere befördert als die Version -8. Die Abmessungen sind abgesehen von der etwas geringeren Spannweite identisch mit denen der -8, da die im Regionalverkehr verwendeten Blended Winglets im Gegensatz zu den bei Langstreckenmaschinen effizienteren Raked Wingtips nicht in die Breite gehen, sondern in die Höhe. Auch können aufgrund der kleineren Reichweite die Treibstofftanks verkleinert und dadurch das Flugzeug entlastet werden.
Im Januar 2010 wurde bekannt, dass All Nippon Airways ihre verbleibenden 28 787-3-Bestellungen in 787-8-Bestellungen konvertiert hat. Eine Rolle bei der Entscheidung spielte die voraussichtliche Verfügbarkeit des Modells. Damit hatte Boeing keine Aufträge für die 787-3 mehr.[56] Im Dezember 2010 wurde die Modellvariante dann offiziell aus dem Angebot gestrichen.[57]
Die Version -8 ist das Basismodell der Boeing 787. Sie wird voraussichtlich Anfang 2012 als erste Boeing-787-Version von ANA in Dienst gestellt werden und soll etwa 210 bis 250 Passagiere auf Langstrecken befördern können. Diese Version ist mit 671 Festbestellungen bis jetzt die populärste. An den Tragflächenspitzen befinden sich bei der 787-8 Raked Wingtips. Dieses Modell führte auch den Erstflug durch, hierzu siehe den Abschnitt Erstflug.
Die Version -9 ist eine im Vergleich zur 787-8 um etwa sechs Meter gestreckte Langstreckenversion der Boeing 787. Durch diese Streckung ist das Flugzeug für 250 bis 290 Passagiere ausgelegt, und auch im Rumpf sorgen größere Tanks für eine gegenüber der 787-8 um 700 km gesteigerte Reichweite. Auch bei der 787-9 befinden sich Raked Wingtips an den Tragflächenenden. Die erste Maschine der Version -9 sollte ursprünglich im Dezember 2010 durch die neuseeländische Air New Zealand in Betrieb genommen werden. Am 28. August 2009 wurde bekannt,[58] dass die erste 787-9 erst im vierten Quartal 2013 ausgeliefert werden soll. Am 27. Oktober 2011 wurde bekannt,[59] dass die erste 787-9 erst im ersten Quartal 2014 ausgeliefert werden soll. Es wurden bisher 195 Flugzeuge fest bestellt.
Eine 787-10-Version, auch Boeing 787-10X, wird aufgrund vieler Kundenanfragen bezüglich einer größeren 787 seit Ende 2005 von Boeing untersucht. Diese soll gegenüber der 787-9 nochmals um etwa sechs Meter (gegenüber der 787-8 also um zwölf Meter) gestreckt werden. Somit fänden etwa 300 bis 350 Passagiere Platz, was die 787, deren größte Version bisher etwas kleiner als der Airbus A350 ausgelegt war, zum direkten Mitbewerber der Muster A350-900 und (Boeing-intern) der Boeing 777-200ER macht. Die Version -10 soll ebenfalls Raked Wingtips erhalten.
Bisher wird das Modell noch nicht offiziell angeboten, womit es auch noch keine Kunden gibt. Boeing selbst bezeichnet es als sehr wahrscheinlich, dass die 787-10 angeboten wird, und wollte eine Entscheidung hierüber ursprünglich bis Ende 2006 treffen. Bisher (September 2011) ist dies jedoch noch nicht geschehen, auch wenn mögliche Kunden wie British Airways bestätigt haben, dass man das Modell für zukünftige Bestellungen evaluiere. Die Indienststellung der 787-10 wäre laut Boeing frühestens 2012 möglich, wobei diese Angabe die im April 2008 bekannt gegebenen Verzögerungen noch nicht berücksichtigt.
Allgemeine Verkaufszahlen (Stand: Februar 2011):[60]
siehe auch Liste der Boeing-787-Bestellungen
| Baureihe | 787-8 | 787-9 | Summe |
|---|---|---|---|
| Bestellungen: | 613 | 230 | 843 |
| Auslieferungen: | 3 | 0 | 3 |
| Kunden | 46 | 18 | 64 |
Die größten Käufer der Boeing-787-Familie (Stand: Februar 2011):
| B787-8 | B787-9 | ||
|---|---|---|---|
| ILFC1 | 67 | Qantas Airways | 35 |
| All Nippon Airways | 40 | Etihad Airways | 31 |
| Air Canada | 37 | Singapore Airlines | 20 |
| Japan Airlines | 35 | British Airways | 16 |
| Qatar Airways | 30 | Virgin Atlantic Airways | 15 |
1 Hierbei handelt es sich um eine Leasinggesellschaft
Am 4. April 2007, etwa ein Jahr vor der damals geplanten Indienststellung des ersten Exemplars, gab Boeing bekannt, die Marke von 500 Bestellungen erreicht zu haben. Dies ist das beste Vorverkaufsergebnis eines zivilen Flugzeugs bis heute. Bis Mitte 2008 sind mit fast 900 Bestellungen fast so viele zusammengekommen, wie von der Vorgängerbaureihe 767 insgesamt gebaut wurden.
Wegen der Verzögerungen kündigte Azerbaijan Airlines am 7. April 2008 den Auftrag für eine georderte Maschine und bestellte stattdessen eine Boeing 767. Am Kauf zweier weiterer 787 halte die Fluggesellschaft aber fest, betonte Boeing.[61]
Am 29. Januar 2009 gab die S7 Airlines als erster 787-Kunde bekannt, seinen kompletten Auftrag für den Typ storniert zu haben. Man betonte aber, dass man stattdessen am Leasen des Typs interessiert sei.[62]
Am 6. Februar 2009 wurde bekannt, dass die Leasingfirma LCAL 16 ihrer ursprünglich bestellten 21 787 Dreamliner aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation storniert hat.
Mitte Juni 2009 wandelte Japan Airlines (JAL) ihre Bestellung über 13 787-3 in 787-8 um; damit verblieb All Nippon Airways (ANA) als einziger Kunde für diese Variante. Auch ANA wandelte zwei ihrer 787-3-Bestellungen in Aufträge für die 787-8 um.[63]
Am 25. Juni 2009 kündigte Qantas eine Bestellung über 15 Maschinen; begründet wurde die Stornierung mit dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld der Airlines.[64]
Die Fluggesellschaft Air Berlin ist derzeit der einzige deutsche Kunde für die Boeing 787. Ursprünglich hatte man 25 Exemplare, mit einer Option auf 25 weitere, bestellt. Am 16. März 2010 gab man jedoch bekannt, dass man zehn Festbestellungen storniert und die Anzahl der Optionen auf fünf reduziert habe. Zur Begründung gab die Gesellschaft an, dass man nach der gescheiterten Condor-Übernahme nicht mehr die ursprünglich bestellte Anzahl 787 benötige.[65]
Im Januar 2010 wurde bekannt, dass All Nippon Airways ihre verbleibenden 28 787-3-Bestellungen in 787-8-Bestellungen umgewandelt hat. Damit hat Boeing derzeit keine Aufträge für die 787-3 mehr.[56] Die Variante 787-3 ist nun aus dem Angebot genommen worden.
Am 25. September 2011 wurde die erste 787-8, mit ungefähr dreieinhalb Jahren Verspätung, an den Erstkunden All Nippon Airways ausgeliefert.
Der erste Langstreckenflug fand am 21. Januar 2012 auf der neu eingerichteten ANA-Strecke Tokio-Haneda - Frankfurt statt.
| Kenngröße | Boeing 787-3 | Boeing 787-8 | Boeing 787-9 | Boeing 787-10 (*) |
|---|---|---|---|---|
| Einsatzbereich: | Mittelstrecke | Langstrecke | Langstrecke | Langstrecke |
| Länge: | 56,70 m | 62,8 m | ca. 69 m | |
| Spannweite: | 51,9 m | 60,1 m | 60,0 m | |
| Flügelpfeilung: | 32,2° | |||
| Höhe: | 16,90 m | 17 m | k. A. | |
| Rumpfdurchmesser: | 5,74 m | |||
| Sitzplätze: | 290330 | 210250 | 250290 | 300350 |
| Leertankgewicht: | 151.953 kg | 161.025 kg | 181.437 kg | k. A. |
| maximales Startgewicht: | 170.097 kg | 227.930 kg | 247.208 kg | 244.940 kg |
| maximale Treibstoffkapazität: | 48.567 l | 126.917 l | 126.539 l | k. A. |
| Höchstgeschwindigkeit: | Mach 0,89 bzw. 945 km/h | |||
| Reisegeschwindigkeit: | Mach 0,85 bzw. 903 km/h | |||
| maximale Flughöhe: | ca. 13.100 m | |||
| Flugreichweite: | 4.6505.640 km[67] | 14.20015.200 km[68] | 14.80015.750 km[69] | ca. 15.700 km |
| Preis: | 150155 Mio. USD[70] | 161171 Mio. USD[70] | 194205 Mio. USD[70] | k. A. |
| erste Kundenauslieferung: | Projekt eingestellt | 25. September 2011 | 4. Quartal 2013 (geplant) | k. A. |
| Triebwerke: | zwei General-Electric-GEnx- oder Rolls-Royce-Trent-1000-Mantelstromtriebwerke | |||
| Kerosinverbrauch: | 2,5 Liter/100 km/Passagier (hypothetisch, rechnerischer Wert laut Hersteller)[71] | |||
(*) Die 787-10 ist projektiert und wird laut Boeing mit hoher Wahrscheinlichkeit entwickelt; bisher (Ende 2011) ist das Programm jedoch offiziell noch nicht gestartet. Alle Daten für diese Variante sind daher als vorläufig und noch hypothetisch zu verstehen. Alle sonstigen Daten basieren auf dem Stand Dezember 2009.[44]