| Bombardier Q Series de Havilland Canada DHC-8 / Dash 8 |
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Eine Dash 8Q-400 der Flybe |
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| Typ: | Regionalflugzeug | |
| Entwurfsland: | Kanada | |
| Hersteller: | ||
| Erstflug: | 20. Juni 1983 | |
| Indienststellung: | 1984 | |
| Produktionszeit: | Seit 1983 in Serienproduktion | |
| Stückzahl: | 1.028 (Stand: April 2011) | |
Die Bombardier Q Series, früher de Havilland Canada DHC-8 oder Dash 8 genannt, ist eine Familie zweimotoriger Turboprop-Regionalflugzeuge. Sie wurde Anfang der 1980er Jahre vom Flugzeughersteller de Havilland Canada entwickelt. Heute wird die Dash 8 vom Unternehmen Bombardier Aerospace gefertigt, das 1992 DHC von Boeing erwarb und als Tochtergesellschaft in seinen Konzern eingliederte.
Inhaltsverzeichnis |
Die Dash 8 war die erste der neuen Generation von leistungsstarken Turboprop-Maschinen, die in den 1980er Jahren auf den Markt kamen. De Havilland Canada begann mit ihrer Entwicklung als Nachfolger für die viermotorige DHC-7 im Jahre 1980. Ihren Erstflug hatte die DHC-8 am 20. Juni 1983, ein Jahr später begann die Serienproduktion.
Ab dem zweiten Quartal 1996 wurden alle neuen Dash 8 (inklusive des Typs 400) mit einer aktiven Geräusch- und Vibrationsdämmung (Noise and Vibration Suppression, NVS) versehen, da Bombardier das Innengeräusch und die Vibrationen während des Fluges denen eines strahlgetriebenen Passagierjets angleichen wollte. Um diese verbesserten Flugeigenschaften und den höheren Komfort noch zu verdeutlichen, wurde der Name der Maschinen von Dash 8 in Dash 8Q (quiet) geändert. Heute bietet Bombardier die Modellreihe als Q 200, Q 300 und Q 400 (Q Series)[1] an. Die Maschinen dieses Typs gelten als besonders sicher, da bei einem Triebwerksausfall der verbleibende Motor 10 % mehr Leistung aufbringen und das Flugzeug somit sicher weiterfliegen kann. Die Hauptkonkurrenten der Dash 8 sind die ATR 42 und ATR 72, wie auch die alternde Fokker 50.
Die erste Version die Dash 8-100 mit 36 Sitzen hatte ihren Erstflug am 20. Juni 1983. Es folgte knapp 10 Jahre später die 200er Serie mit neuen Triebwerken. Mit diesen ist die Maschine knapp 30 km/h schneller und ermöglicht ein höheres Abfluggewicht. Die dann folgende 300er Version wurde um 3,43 m gestreckt (jetzt 56 Passagiere). Die neueste Version (Erstflug am 31. Januar 1998) ist die de Havilland Canada Dash 8Q-400 mit bis zu 78 Passagieren und nochmals verbesserten, leiseren Triebwerken. Erstauslieferung dieser Maschinen war im Sommer 1999.
Für die Maschinen der 100, 200 und 300 Versionen bietet Field Aviation eine Umrüstung der Cockpitausstattung auf fünf EFI-890R-LCD Bildschirme an. Die erste Maschine wurde im Juni 2011 an die isländische Küstenwache übergeben, nachdem am 12. April 2011 die ergänzende Zulassung durch die kanadische Flugaufsicht erteilt worden war.[2]
Das heute auch als Dash 8Q-100 bekannte STOL-Flugzeug sollte mit einer Kapazität von bis zu 40 Passagieren die Lücke zwischen der größeren DHC-7 und der kleineren DHC-6 Twin Otter schließen. Die Dash 8 Series 100 hatte ihren Erstflug am 20. Juni 1983, wurde ab Dezember 1984 ausgeliefert und wird heute nicht mehr als Neuflugzeug angeboten.
Knapp zehn Jahre später folgte mit neuen Triebwerken die 200er-Serie (heute Dash 8Q-200). Dadurch erhöhte sich die Reisegeschwindigkeit der Maschine um über 30 km/h und zudem ihr Startgewicht.
Die 300er-Serie (Dash 8Q-300) wurde um 3,43 m gestreckt und bot Platz für bis zu 56 Passagiere. Entwickelt wurde sie ab 1986, bereits drei Jahre später war sie bei verschiedenen Fluggesellschaften in Diensten. Ihr Erstflug fand am 15. Mai 1987 statt.
Die neueste Version dieses Flugzeugtyps ist die Dash 8Q-400 mit Platz für 78 Passagiere und weiterentwickelten, noch leiseren Triebwerken. Die Roll-Out-Zeremonie fand am 21. November 1997 statt, gefolgt vom Erstflug am 31. Januar 1998. Zertifizierung und erste Auslieferungen folgten im Sommer des folgenden Jahres.
Die DHC-8 400 Dash 8 Series 400 verfügt im Unterschied zu ihren Geschwistern über EFIS und eine moderne Avionik.
Ab dem dritten Quartal 2009 sollte die Q400 als NextGen Variante ausgeliefert werden. Sie verfügt über eine modernisierte Inneneinrichtung, unter anderem mit LED-Beleuchtung und größeren Ablagefächern. Auch längere Wartungsintervalle wurden versprochen.[3]
Zuletzt untersuchte Bombardier unter dem Projektnamen Q400X eine weitere Streckung der Q400, um so drei zusätzliche Sitzreihen unterzubringen. Allerdings wurde bislang nicht über einen Programmstart entschieden.
Als Q400F werden zu Frachtern mit 9 t Nutzlast umgebaute Dash 8Q-400 bezeichnet. Die erste Maschine wurde von der kanadischen Firma Cascade Aerospace in Vancouver umgerüstet und ist seit Anfang 2009 bei der schwedischen Fluggesellschaft Nord-Flyg im Dienst.
Im August wurden die ersten zwei Q400 in VIP-Bestuhlung von Field Aviation an Avitrade Belgium übergeben. Die Zahl der Sitzplätze variiert zwischen 28 und 40.[4]
Wegen mehrerer Probleme mit dem Fahrwerk der Maschine empfahl Bombardier selbst am 12. September 2007 ein Startverbot für Flugzeuge dieses Typs mit mehr als 10.000 Landungen. Weltweit waren circa 60 Flugzeuge davon betroffen.[5][6] Es hatte binnen einer Woche zwei Bruchlandungen und zwei weitere Notlandungen von Maschinen der skandinavischen Fluggesellschaft SAS wegen technischer Defekte gegeben.[7] Am 14. September 2007 hatte der Hersteller der Fahrwerke, die Goodrich Corporation, bereits eine Inspektionsanleitung angewiesen, die von Bombardier an die Halter der betroffenen Flugzeuge verteilt wurde. Gemäß dieser Herstelleranweisung können die Maschinen nach erfolgter Inspektion wieder in Dienst gestellt werden. Trotzdem musste am 21. September 2007 eine DHC-8 400 der Augsburg Airways den Landeanflug in Florenz abbrechen und wieder nach München zurückkehren, weil das Bugfahrwerk nicht ordnungsgemäß ausgefahren werden konnte.[8] Den Piloten gelang eine Landung ohne Verletzte.
Am 27. Oktober 2007 ereignete sich erneut ein Zwischenfall einer DHC-8 400 der skandinavischen Fluggesellschaft SAS in Kopenhagen, bei der sich das rechte Hauptfahrwerk nicht ausfahren ließ. Der Pilot landete das Flugzeug daraufhin nur mit dem linken ausgefahrenen Hauptfahrwerk, bei der Notlandung wurde niemand verletzt.[9] Daraufhin zog SAS alle 27 eingesetzten Maschinen ohne zeitliche Begrenzung aus dem Verkehr.[10] Alle DHC-8 Maschinen der SAS waren erst bis Anfang November überprüft und danach freigegeben worden. Damit sind in nur zwei Monaten drei DHC-8 400 der SAS mit Problemen des Hauptfahrwerks bruchgelandet. Am 28. Oktober zog die Gesellschaft daraus die Konsequenz, sämtliche Maschinen des Typs Dash 8Q-400 dauerhaft aus der eigenen wie auch aus der Flotte der Tochtergesellschaft Widerøe zu nehmen und andere Flugzeugtypen als Ersatz anzuschaffen.[11] Der Hersteller Bombardier äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung und verwies darauf, dass die Untersuchungen der Vorfälle noch nicht abgeschlossen seien und die Ursache noch nicht festgestellt worden sei.[12] Bereits nach den ersten beiden Bruchlandungen kündigte SAS außerdem Schadenersatzforderungen an Bombardier in Höhe von 500 Millionen schwedischen Kronen (55 Millionen Euro) wegen Rost an der Fahrwerkshydraulik fast aller Maschinen an.[13] Die EASA nahm daraufhin eine Untersuchung vor und ist Anfang November zu dem Ergebnis gekommen, dass der letzte Unfall nicht mit den vorherigen in Verbindung steht, sondern auf falsche Wartungsarbeiten seitens SAS zurückzuführen ist. Da also keine konstruktiven Mängel vorliegen, besteht nach Ansicht der EASA kein Zweifel an der allgemeinen Flugsicherheit der Maschinen.[14]
In den anderen Fällen lag aber eine Fehlkonstruktion vor. Korrosion an einem Gewinde sorgte dafür, dass das Fahrwerk nicht einrastete und beim Aufsetzen nachgab. Inzwischen ist das Problem durch Verwendung besonders versiegelter Bauteile behoben.[15]
| Kenngröße | Dash 8Q-100 | Dash 8Q-200 | Dash 8Q-300 | Dash 8Q-400 |
|---|---|---|---|---|
| Länge: | 22,30 m | 25,70 m | 32,84 m | |
| Spannweite: | 25,90 m | 27,40 m | 28,42 m | |
| Höhe: | 7,49 m | 8,34 m | ||
| Radstand: | k. A. | 13,94 m | ||
| Spurweite: | k. A. | 8,8 m | ||
| maximale Kabinenhöhe: | k. A. | 1,95 m | ||
| maximale Kabinenbreite: | k. A. | 2,51 m | ||
| maximales Startgewicht: | 16.465 kg | 19.505 kg | 29.257 kg | |
| maximales Landegewicht: | k. A. | 27.44228.123 kg | ||
| maximale Treibstoffmenge: | k. A. | 5.318 kg | ||
| Reisegeschwindigkeit: | 500 km/h | 538 km/h | 629 km/h (max. 666 km/h) | |
| maximale Passagierzahl: | 39 | 56 | 78 | |
| Reichweite mit max. Zuladung: | 2.000 km | 1.600 km | 1.569 km 2.825 km mit 74 Passagieren |
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| Start/Landestrecke bei max. Masse: | 951 m/960 m | 960 m/960 m | 1.177 m/1.040 m | 1.287 m/1.396 m |
| Dienstgipfelhöhe: | 7.620 m | |||
| Antrieb: | zwei Pratt & Whitney Canada PW120A mit je 1.491 kW | zwei Pratt & Whitney Canada PW123 mit je 1.749 kW | zwei Pratt & Whitney Canada PW150A mit je 3.781 kW (maximale Startleistung) und Dowty-Sechsblatt-Propeller | |
| Zivile Baureihen: |
BD-700 Challenger 300 Challenger 600 Challenger 800 Challenger 850 CL-215 CL-415 BRJX CRJ-Serie CSeries Q Series Global Learjet 31 Learjet 35 Learjet 36 Learjet 40 Learjet 45 Learjet 60 Learjet 85 |
| Militärische Baureihen: |