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Czech Airlines

Czech Airlines
IATA-Code: OK
ICAO-Code: CSA
Rufzeichen: CSA LINES
Gründung: 1923
Sitz: Prag, Tschechien Tschechien
Drehkreuz:

Prag-Ruzyn

Heimatflughafen: Prag-Ruzyn
Unternehmensform: Akciová spolenost
Leitung: Radomír Laák (CEO)
Umsatz: 16,6 Mrd CZK[1]
Allianz: SkyTeam
Vielfliegerprogramm: OK Plus
Flottenstärke: 23 (+ 6 Bestellungen)
Ziele: National und international

Czech Airlines (Firma: eské aerolinie a.s., früher auch kurz SA) ist die größte tschechische Fluggesellschaft mit Sitz in Prag und Drehkreuz auf dem Flughafen Prag sowie Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre [Bearbeiten]

SA wurde am 29. Juli 1923 als staatliches Luftfahrtunternehmen mit der Bezeichnung eskoslovenské státní aerolinie gegründet und ins Firmenregister eingetragen. Damit ist sie die fünft-älteste Airline der Welt, die noch bis heute aktiv ist.[2] Die erste Fluglinie Prag-Bratislava wurde am 28. Oktober 1923 durch eine Aero A-14 (Lizenzbau der Hansa-Brandenburg C.I) symbolisch eröffnet. Der erste richtige Flug des Piloten Karel Brabenec mit dem Passagier Vaclav König und etwas Post (ganze 760 Gramm) erfolgt einen Tag später. Bis Ende des Jahres wurden noch 29 Personen befördert. Anfangs kamen umgebaute ehemalige Militärflugzeuge zum Einsatz. Im Frühjahr 1924 wurde die Strecke Prag-Koice mit der Aero A.10, dem ersten tschechoslowakischen Verkehrsflugzeug, eröffnet. 1925/26 wurden die ersten Zivilflugplätze Brünn, Marienbad und Bratislava errichtet.

Aero hatte mit der A.22 seit 1925 die Linie Prag-Marienbad beflogen. 1927 wurde diese von der SA übernommen. Am 22. Januar 1927 wurde von der koda A.G. parallel zur SA die eskoslovenská letecka spolenost (LS) gegründet, die bis zum Jahre 1930 die Auslandslinien übernahm, während sich SA auf das inländische Streckennetz beschränkte. Hier kamen meist einheimische Flugzeuge wie Aeros A.35 und A.38 zum Einsatz, jedoch auch ausländische wie die britische De Havilland D.H.50. Die LS blieb bis zum Ende der 1930er Jahre Partner der SA.

1929 wurde SA in die IATA aufgenommen. Ein Jahr später konnte am 1. Juli 1930 die erste Auslandsroute nach Zagreb eröffnet werden. In den 1930er Jahren kamen weitere Auslandsrouten hinzu. Die Avia F-VIIb/3m (Lizenzbau der Fokker F.VIIb/3m) beflog die Strecke Koice-Bukarest. Britische Airspeed Envoy verkehrten ab September 1936 auf der Linie Prag-Moskau. Im Gegenzug flog die Aeroflot mit PS-35 von Moskau nach Prag. Später wurden für die längeren Strecken italienische Savoia-Marchetti SM.73 und amerikanische Douglas DC-2 und DC-3 angeschafft. Anfang April erfolgte die Aufnahme des Flugbetriebes mit der Verbindung Prag-Brüssel vom neuerrichteten Flughafen Prag-Ruzyn aus. Im Mai 1937 eröffnete SA Auslandsrouten nach Italien.

1938 verfügten SA und LS zusammen über ein Flugnetz von 2.638.729 Kilometern. Nach der Okkupation durch Deutschland wurden beide Gesellschaften aufgelöst und der Flugzeugpark und die Flugplätze in die Deutsche Lufthansa integriert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg [Bearbeiten]

Nach Ende des Krieges wurde am 14. September 1945 die SA wieder gegründet, diesmal unter der Bezeichnung eskoslovenské aerolinie und der provisorische Flugbetrieb mit drei deutschen Junkers Ju 52 auf der Linie Prag-Brno-Bratislava wieder aufgenommen. Bis 1946 kamen ehemalige Transporter Douglas C-47 und DC-3 hinzu, die bei Avia zu Zivilmaschinen umgerüstet worden waren. Als erste Auslandsziele wurden ab März 1946 Zürich und Paris angeflogen, in den folgenden Monaten kamen mehrere Routen nach Westeuropa hinzu. Als erste interkontinentale Verbindungen wurden im April 1947 die Strecken Prag-Kairo und Prag-Ankara eröffnet.

Ab 1949 vollzog sich die Umorientierung auf sowjetische Technik. Die Lissunow Li-2 und Iljuschin Il-12 ersetzten die bis dahin eingesetzten Maschinen, Mitte der 1950er Jahre kamen als Avia Av-14 in Lizenz gebaute Il-14 und für größere Entfernungen ab 1960 Il-18 hinzu. 1957 hielt der Strahlantrieb mit drei Tupolew Tu-104 bei SA Einzug. Anfang der 1960er flog SA 37 Länder auf vier Kontinenten an. Mit zunehmender politischer Eiszeit im Rahmen des Kalten Krieges wurden viele Verbindungen nach Westeuropa und in den Nahen beziehungsweise Mittleren Osten wieder eingestellt.

Als Ableger für den Agrar- und Geologiebereich wurde 1951 die Agrolet gegründet. In ihrem Bestand befanden sich einheimische L-60 Brigadýr und Z-37 melák, sowjetische An-2 sowie Hubschrauber vom Typ Mi-1 und Ka-26. Stützpunkte befanden sich in Prag-Ruzyn (mit Werft), Koice, Bratislava und Holeov. Daraus entstand am 1. Juli 1969 Slov-Air, die außer Spezialaufgaben wie Luftbildwesen oder Schädlingsbekämpfung auch einen kleinen innerstaatlichen Flugbetrieb mit Let L-410 Kurzstreckenflugzeugen unterhielt (Lufttaxi).

SA im Jet-Zeitalter [Bearbeiten]

Im Jahr 1957 wurde die SA der einzige Exportkunde für die Tu-104 und ging damit ins Jet-Zeitalter über. Am 15. Dezember 1964 wurde die Linie Prag-Frankfurt mit Tu-124 eröffnet. Am 15. Juni 1968 wurde der Flughafen Prag-Ruyne wiedereröffnet, zwei Jahre später der Flughafen Bratislava. Auf den internationalen Routen verkehrte ab 1969 das Langstrecken-Verkehrsflugzeug Iljuschin Il-62. Im Mai 1970 wurden mit Montreal und New York erstmals transatlantische Flughäfen angeflogen. Anfang der 1970er Jahre beförderte SA nach eigenen Angaben 1,5 Millionen Passagiere und 25000 Tonnen Fracht.

Nach dem Ende der Sowjetunion [Bearbeiten]

In den Neunzigern ersetzte man alle sowjetischen Flugzeuge durch westliche Muster, zum Beispiel durch Boeing 737 und Airbus A320, auch wurden wieder westliche Flughäfen angeflogen. 1990 wurden Routen nach Hamburg und Mexiko-Stadt eröffnet, 1991 kamen Tel Aviv und Istanbul hinzu. Im Juni 1992 wurde SA privatisiert, 38 % der Anteile gingen an die Europäische Bank für Wiederaufbau und an Air France, 49,3 % an den National Property Fund, der Rest an kleine Eigner.[3] Außerdem erfolgte eine Ausweitung des Streckennetzes nach Chicago, Bahrain, Toronto, Manchester, Düsseldorf, Lemberg, Riga und Wien. Nach finanziellen Turbulenzen zum Ende 1993 übernahm die tschechische Regierung im März 1994 die Anteile von Air France.

Nach der Dismembration der Tschechoslowakei übernahm die Fluggesellschaft im Mai 1995 ihren Namen SA Czech Airlines, der Namensbestandteil SA geriet in den folgenden Jahren immer mehr in den Hintergrund und wird mit Stand 2013 offiziell nicht mehr ausgeschrieben.

Entwicklung seit 2000 [Bearbeiten]

Die Luftfahrtallianz SkyTeam ernannte Czech Airlines am 18. Oktober 2000 zum Mitglied. Das Finanzministerium der Tschechischen Republik (56,92 %) und die tschechische Konsolidierungsagentur (43,59 %) sind Hauptanteilseigner. Im März 2007 beschäftigte SA 5440 Mitarbeiter.

Am 14. September 2007 stellte Czech Airlines ihre neue Corporate Identity der Öffentlichkeit vor. Das erste Flugzeug mit der neuen Lackierung (OK-DGL) wurde Mitte Oktober in Southend umlackiert und am 15. Oktober 2007 übergeben.

Die Marke click4sky wurde von Czech Airlines am 17. September 2007 auf den Markt gebracht, die den Billigfluggesellschaften Konkurrenz machen soll. Click4sky verkaufte Tickets der Czech Airlines zu festen Preisen ausschließlich über das Internet.

Am 23. März 2009 wurde bekannt, dass sowohl Air France-KLM als auch Aeroflot Interesse an der Übernahme der Czech Airlines haben,[4] wobei die tschechische Regierung die Verkaufsverhandlungen im November 2009 gestoppt hat, da der letzte verbliebene Kaufinteressent Unimex Travel Services nur 40 Millionen Euro bot.[5]

Im Sommer 2011 wurde die Tochtergesellschaft Holidays Czech Airlines gegründet, die seither mit eigener Corporate Identity und eigener Flotte Charterflüge zu europäischen Urlaubsdestinationen betreibt.[6]

Im Januar 2013 verließen die letzten Boeing 737 die Flotte der Czech Airlines.[7] Das Skyteam-Mitglied Korean Air übernahm im April 2013 die knapp 44 % Anteile der tschechischen Konsolidierungsagentur für umgerechnet 2,6 Mio. Euro.[8]

Flugziele [Bearbeiten]

Czech Airlines bedient mehrere Ziele innerhalb Tschechiens sowie zahlreiche Metropolen in Europa und Asien, beispielsweise Paris, Rom, Moskau, Madrid und Beirut. Einige Langstreckenflüge, wie etwa nach New York, Toronto und Montreal wurden zwischenzeitlich eingestellt. In Deutschland werden Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Stuttgart angeflogen. Die Verbindungen nach Köln/Bonn und München wurden im Oktober 2010 eingestellt. Die mit einer ATR 42 betriebene Verbindung nach Hannover wurde zum Winterflugplan 2012/2013 eingestellt. Zum Sommerflugplan 2013 wird die Verbindung nach München jedoch wieder aufgenommen.[9] Außerdem will Czech Airlines zum Sommerflugplan 2013 auch wieder eine Langstrecke nach Seoul, der Heimatbasis von SkyTeam-Partner Korean Air, ins Programm nehmen.

Flotte [Bearbeiten]

Mit Stand April 2013 besteht die Flotte der Czech Airlines aus 23 Flugzeugen[10] mit einem Durchschnittsalter von 9,9 Jahren[11]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[12] Anmerkungen
Airbus A319-100 09 6
Airbus A320-200 06
ATR 42-500 04 geleast von Air Contractors; 1 in SkyTeam-Sonderlackierung
ATR 72-500 04 1 in SkyTeam-Sonderlackierung
Gesamt 23 6

Zwischenfälle [Bearbeiten]

Die heutige Czech Airlines verzeichnet bisher weder Unfälle mit Todesopfern noch Flugzeugverluste. Ihre Vorgängerin eskoslovenské aerolinie verzeichnet neun solche Zwischenfälle in der Zeit von 1950 bis 1976.[13]

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Czech Airlines  Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2010, Seite 45
  2. aerosecure.de: Die 10 ältesten Airlines der Welt
  3. Ditmar Hauer: SA auf höchstem Stand. In: Flieger Revue 5/1994. S 14
  4. airliners.de: Air France/KLM will Czech Airlines kaufen
  5. FlugRevue Dezember 2009, S.16, Vorerst kein CSA-Verkauf
  6. holidayscsza.com - about us (englisch) abgerufen am 14. Juni 2011
  7. ch-aviation.ch - CSA completes B737-500 retirement (englisch) 17. Januar 2013
  8. airliners.de: Korean Air kauft sich für 2,6 Millionen Euro bei Czech Airlines ein. vom 12. April 2013.
  9. http://www.airliners.de/verkehr/netzwerkplanung/csa-neu-nach-muenchen/28638
  10. ch-aviation.ch - CSA Czech Airlines (englisch) abgerufen am 28. April 2013
  11. airfleets.net - Fleet age CSA (englisch) abgerufen am 28. April 2013
  12. Airbus: airbus.com: Bestellungen der Czech Airlines (englisch) abgerufen am 6. Januar 2011
  13. airdisaster.com - Eintrag der Ceskoslovenske Aerolinie (englisch) abgerufen am 18. Februar 2011

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