| Douglas DC-8 | ||
|---|---|---|
Douglas DC-8-72 der NASA |
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| Typ: | Vierstrahliges Standardrumpfflugzeug | |
| Entwurfsland: | Vereinigte Staaten | |
| Hersteller: | Douglas Aircraft Company | |
| Erstflug: | 30. Mai 1958 | |
| Indienststellung: | September 1959 | |
| Produktionszeit: | 1958 bis 1972 | |
| Stückzahl: | 556 | |
Die Douglas DC-8 ist ein vierstrahliges Düsenpassagierflugzeug der Douglas Aircraft Company. Sie ist ein Tiefdecker mit einem konventionellen Leitwerk. Die Maschine war wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich.
Zwischen 1959 und 1972 wurden insgesamt 556 Maschinen ausgeliefert. Die DC-8 war das erste Passagierflugzeug, das Überschallgeschwindigkeit erreichte. Am 21. August 1961 durchbrach eine DC-8-43 im Sinkflug die Schallmauer (Mach 1,0124). Dies geschah während eines Testfluges und beweist, dass die DC-8 aerodynamisch dazu in der Lage ist.
Inhaltsverzeichnis |
Die DC-8 wurde hauptsächlich von Fluggesellschaften als Passagiermaschine eingesetzt. Ab den 1960er Jahren erfolgte eine vermehrte Nutzung als Fracht- oder als Fracht/Passagier-Kombi-Maschine. Insgesamt wurden 48 Fluggesellschaften in 28 Nationen mit diesen Maschinen beliefert. Ein Beweis für die Zähigkeit der Serie ist, dass einige der Maschinen mehr als 100.000 Flugstunden absolvierten.
Neben der zivilen Nutzung wurde die DC-8 auch von den Streitkräften von Frankreich, Gabun, Spanien und Togo eingesetzt hauptsächlich als VIP- oder Transportflugzeug. Die US-Marine setzt eine Maschine als Feinddarstellungsflugzeug ein. Die NASA setzt seit 1985 eine DC-8-72 als fliegendes Laboratorium (DC-8 Airborne Laboratory) für die Überprüfung von Weltraum-Sensorik, Atmosphärenforschung und andere wissenschaftliche Missionen, wie z. B. der Erforschung des Polareises, ein.[1][2][3]
Der Rumpf der DC-8 ist in Ganzmetallbauweise und druckbelüftet ausgeführt und ist als Doppelkreisquerschnitt ausgelegt. Die freitragenden Tragflächen haben zwei Holme. Auf der Flügeloberseite befinden sich Spoiler. Zur Auftriebserhöhung sind Doppelspaltklappen montiert.
Die Tragflächen werden mit heißer Zapfluft enteist. Das Leitwerk ist ebenfalls in Ganzmetallbauweise ausgeführt und freitragend. Das Fahrwerk ist einziehbar und besteht aus einem zwillingsbereiften, steuerbaren Bugrad und dem Hauptfahrwerk mit zwei Fahrwerksbeinen und je vier Rädern. Das Hauptfahrwerk wird mit Hilfe von Scheibenbremsen gebremst. Für die Landung steht außerdem eine Schubumkehr zur Verfügung.
Ursprünglich verbaute man bei der DC-8 Turbojet-Triebwerke vom Typ JT3D, spätere Versionen bekamen das General Electric/SNECMA CFM56. Außerdem konnte die Maschine mit dem JT8 ausgerüstet werden.
Die Entwicklung der DC-8 begann 1952 mit Vorstudien für ein Flugzeug, das, neben dem Passagiertransport, auch die sich abzeichnende Nachfrage der US-Luftwaffe nach einem Tanker für die Luftbetankung ihrer strahlgetriebenen strategischen Bomberflotte befriedigen konnte. Im Sommer 1953 waren die grundsätzlichen Eckdaten der Maschine definiert. Die US-Luftwaffe entschied sich jedoch für die Boeing KC-135.
Zivile Fluggesellschaften zeigten aufgrund der negativen Erfahrungen mit DeHavilland-Comet-Flugzeugen sowie den noch jungen Beständen noch nicht abgeschriebener viermotoriger Kolbenmotor-Propellermaschinen noch kein großes Interesse für ein Düsenpassagierflugzeug. Deshalb ging Douglas bei den Fluggesellschaften in die Offensive und führte intensive Gespräche über die konkreten Wünsche für ein Strahlflugzeug. Insbesondere geschah dies, weil Douglas durch die angekündigte Entwicklung der Boeing 707 aufgeschreckt wurde.[4] Um sechs Sitze in einer Reihe anbieten zu können, wurde der Rumpfdurchmesser geringfügig vergrößert, was wiederum Änderungen am Tragflügel und am Leitwerk erforderte. Letztendlich hatte sich Douglas schon in der Frühphase der Entwicklung zunächst übernommen. Die Maschine wurde relativ spät ausgeliefert, hatte Kinderkrankheiten in Bezug auf Reichweite und Verbrauch und wurde in rascher Folge in acht Versionen entwickelt, um allen Wünschen gerecht zu werden. Die DC-8 war ein Erfolg für Douglas, aber nicht in wirtschaftlicher Hinsicht.[4]
Die DC-8 wurde am 7. Juni 1955 offiziell angekündigt, die endgültige Entscheidung zum Bau fiel am 5. Juli 1955.[4] Der Entwurf sah ein 45,90 m langes Flugzeug mit einer Flügelspannweite von 43 m vor. Abhängig von den Antrieben und der Treibstoffkapazität sollte das Startgewicht zwischen 120 und 139 Tonnen liegen. Es wurden zunächst vier Varianten angeboten. Der Durchbruch für die DC-8 geschah, als Pan American gleichzeitig mit 20 Boeing 707 auch 25 Douglas DC-8 bestellte. Daraufhin orderten auch United, National, KLM, Eastern, JAL, SAS, Delta Air Lines, Swissair, Alitalia, TAI, Trans-Canada Air Lines und UAT Exemplare des Flugzeugs. Als erste Charterfluggesellschaft bestellte Trans International Airlines im Jahr 1960 zwei Maschinen.
Für die Produktion der Maschine wurde in Long Beach ein neues Montagewerk errichtet. Die erste Serienmaschine verließ im April 1958 die Fertigung und startete in Long Beach vor 60.000 Zuschauern und Mitarbeitern am 30. Mai 1958 zu ihrem Erstflug.[4]
Um schnell die Zulassung zu bekommen, wurden zehn Maschinen für Testflüge eingesetzt. Es ergaben sich während der Testflüge noch einige Änderungen. Die vorgesehenen Luftbremsen erwiesen sich als unzureichend und wurden mit Einführung der Schubumkehr weggelassen. Damit gehört die DC-8 zu den wenigen Flugzeugen, bei denen die Schubumkehr auch im Flug aktiviert werden kann. Um die Langsamflugeigenschaften zu verbessern, wurden Vorflügel montiert. Die Maschinen erwiesen sich im Reiseflug jedoch langsamer als berechnet. Daher mussten die Flügelspitzen nochmals geändert werden, um den Luftwiderstand zu verringern. Die Zulassung wurde am 31. August 1959 erteilt.
Am 18. September 1959 schließlich gingen die ersten Maschinen für United und Delta in den Liniendienst.
Nach dem exzellenten Start der Serie liefen die Verkäufe schon bald schleppend. Grund war die unternehmerische Entscheidung des Herstellers Douglas, trotz der großen Zahl an Varianten zunächst keine verkürzte oder verlängerte Kabine anzubieten, weil die Entwicklungsabteilung mit der Entwicklung der Douglas DC-9 vollkommen ausgelastet war. Im Jahr 1964 wurden nur noch 14 Maschinen und davon wiederum ein Großteil als Frachtmaschinen verkauft. Boeing mit der 707 zeigte sich in der Kabinenlänge anpassungsfähiger und errang immer höhere Marktanteile.
Nach Abschluss der Entwicklung der DC-9 und deren Erstflug am 25. Februar 1965 reagierte Douglas schließlich im April 1965 und gab die Kabinenverlängerung für DC-8 mit drei neuen Modellen bekannt. Bis zum Erscheinen der Boeing 747 im Jahre 1970 waren die sogenannten Super Sixties mit über 250 Passagiersitzen die größten Flugzeuge ihrer Zeit.
Diese Baureihe galt bis zur Einführung der Großraumflugzeuge als größtes Passagierflugzeug der Welt.
Die letzte Maschine dieses Typs verließ am 13. Mai 1972 die Montagehalle. Unmittelbar danach wurden die Produktionsanlagen für die Fertigung der McDonnell Douglas DC-10 verwendet.
Mit Beginn der 1970er Jahre begannen Diskussionen über den zunehmenden Luftverkehr, insbesondere über die wachsende Geräuschbelastung von Flughafenanwohnern. Die DC-8-Typen der Serie 61 bis 63 waren die lautesten aller Düsenflugzeuge. Mit der Zeit wurden die Lärmemissionen für die Fluggesellschaften zu einem Problem: Mit den lauten DC-8-Maschinen hätten sie einige Flughäfen nicht mehr anfliegen dürfen.
Daher wurde bei McDonnell Douglas Anfang der 1970er Jahre von einigen Fluggesellschaften angefragt, ob sich nicht leisere Triebwerke an den DC-8-Maschinen installieren ließen. Zunächst drängten Firmen mit Lösungen zur Reduzierung der Lärmemissionen, sogenannten Hush Kits, auf den Markt, erfüllten dabei aber nicht alle Erwartungen. Schließlich brachte CFM International mit dem CFM56-Triebwerk eine Variante ins Spiel, der sich weder McDonnell Douglas noch Boeing verschließen konnten. Die Entwicklung begann Ende der 1970er Jahre und führte zu den Super Seventies. Von den Super Seventies wurde keine Maschine neu produziert, vielmehr sind sie Umbauten ihrer Vorgänger. Bei den Super Seventies ist die Benutzung der Schubumkehr vor der Landung nicht erlaubt.[5]
Die DC-8-72 und die DC-8-73 wurden ohne weitere äußerliche Änderungen der DC-8-62 und DC-8-63 auf die neuen Triebwerke umgerüstet. Dies waren 98,50 kN Schub liefernde CFM56-2C5-Turbofan-Triebwerke mit hohem Bypass-Verhältnis. Alternativ konnte auch ein Pratt & Whitney PW JT8D-209 verwendet werden. Die Triebwerksverkleidung wurde von Grumman neu konstruiert. Den Umbau leitete die Firma Cammacorp in Los Angeles. Zusätzlich zu den geänderten Triebwerken waren auch ein Hilfstriebwerk (APU) zur autonomen Stromversorgung sowie ein Umweltmanagementsystem lieferbar.
Die DC-8-71 entstanden aus den DC-8-61, erfuhren jedoch größere Modifikationen, da auch die Tragflügel und die Triebwerksaufhängung geändert werden mussten. Wegen des höheren Gewichts der neuen Triebwerke verringerte sich die Nutzlast geringfügig, wobei das maximale Startgewicht jedoch unverändert blieb. Der Erstflug einer derart umgerüsteten Maschine geschah am 15. August 1981. Die Zulassung wurde 1982 erteilt. Insgesamt wurden bis Ende 1986 110 Maschinen der DC-8-60er-Serie entsprechend modifiziert.
Der Umbau reduzierte die Geräuschemission um 70 Prozent und bewirkte einen um 20 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch der Triebwerke, so dass sich die Reichweite der Maschine beträchtlich vergrößerte.
Im Juni 2004 wurden noch 150 Exemplare der DC-8 eingesetzt, hauptsächlich als Frachtmaschinen. Mit Stand Februar 2013 hat sich diese Zahl auf nur noch 32 weltweit reduziert[6]:
In der Vergangenheit setzten die folgenden Länder die DC-8 für militärische Zwecke ein: Frankreich, Spanien, Peru, die Philippinen, Thailand sowie die USA.
| Kenngröße | Daten der letzten Serienvariante DC-8-63 |
|---|---|
| Spannweite: | 45,24 m |
| Länge: | 57,04 m |
| Höhe: | 13,00 m |
| Kabineninnenlänge: | 42,29 m |
| Kabinenbreite: | 3,50 m |
| Kabinenhöhe: | 2,21 m |
| Flügelfläche: | 271,93 m² |
| Flügelpfeilung: | 30,6° |
| Leergewicht: | 89.017 kg |
| Maximales Startgewicht: | 158.757 kg |
| Nutzlast: | 30.125 kg |
| Höchstgeschwindigkeit: | 965 km/h |
| Steiggeschwindigkeit: | 11 m/s (in Bodennähe) |
| Maximale Reichweite: | 12.390 km |
| Passagiere: | 259 |
| Besatzung: | 3 Cockpit, 5 Kabine |
| Bomber: |
AD A2D A3D A4D BT TBD SBD BTD XTB2D DT T2D XT3D XA-2 A-20 A-24 A-26 A-33 A-1 A-4 AV-8 A-12 XB-7 YB-11 B-18 XB-19 XB-22 B-23 B-26 XB-31 XB-42 XB-43 B-66 DB-1 DB-2 DB-7 |
| Transportflugzeuge: |
C-1 C-21 C-26 C-32 C-33 YC-34 C-38 C-39 C-41 C-42 C-47 C-48 C-49 C-50 C-51 C-52 C-53 C-54 C-58 UC-67 C-68 C-74 C-84 C-110 XC-112 / YC-112 XC-114 XC-115 YC-116 C-117 C-118 C-124 YC-129 C-133 XCG-17 RD R2D R3D R4D R5D R6D C-9 KC-10 YC-15 C-17 C-24 |
| Jagdflugzeuge: |
XFD F2D F3D F4D F5D XF6D FH F2H F3H XP-48 XP-67 P-70 XF-85 XF-88 F-101 F-110 F-2 F-3 F-4 F-6 F-10 F-15 F/A-18 YF-23 |
| Hubschrauber: |
XH-20 XHJH XHCH XHRH AH-64 MD 500 |
| Aufklärungsflugzeuge: | |
| Seepatrouillenflugzeuge: |
PD P2D P3D |
| Trainingsflugzeuge: |
XT-30 T-45 |
| Versuchsflugzeuge und UAVs: |
Siehe auch: Liste der zivilen Flugzeugtypen des Herstellers McDonnell Douglas
| Sequentielle Bezeichnungen: |
C-1 C-2 VC-3 VC-4 C-5 C-6 C-7 C-8 C-9 KC-10 C-11 C-12 YC-14 YC-15 C-17 C-18 C-19 C-20 C-21 C-22 C-23 C-24 VC-25 C-26 C-27 C-28 C-29 C-31 C-32 C-33 UC-35 C-37 C-38 C-39 C-40 C-41 KC-45 KC-46 C-47 |
| Parallel verwendete Bezeichnungen seit 2005: | |
| Nicht sequentielle Bezeichnungen: |
Siehe auch: USAAS/USAAC/USAAF/USAF-Transportflugzeuge bis 1962 und USN/USMC-Transportflugzeuge bis 1962