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Finnair

Finnair
IATA-Code: AY
ICAO-Code: FIN
Rufzeichen: FINNAIR
Gründung: 1923
Sitz: Vantaa, Finnland Finnland
Drehkreuz:

Helsinki-Vantaa

Heimatflughafen: Helsinki-Vantaa
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung: Mika Vehviläinen (CEO)
Fluggastaufkommen: 7,139 Mio. (2010)[1]
Allianz: oneworld
Vielfliegerprogramm: Finnair Plus
Flottenstärke: 65 (+ 16 Bestellungen)
Ziele: National und international

Finnair ist die größte finnische Fluggesellschaft mit Sitz in Helsinki und Mitglied der Luftfahrtallianz oneworld. Die 1923 gegründete und am Flughafen Helsinki-Vantaa beheimatete Airline ist die sechstälteste noch operierende Fluggesellschaft der Welt[2].

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Erste Jahre [Bearbeiten]

Die am 1. November 1923 als Aero O/Y gegründete Finnair hat schwierige Zeiten, einschließlich des Zweiten Weltkriegs, durchmachen müssen. Sie nahm ihren Flugbetrieb am 20. März 1924 mit einer Junkers F-13 auf, die 162 kg Post von Helsinki nach Tallinn transportierte, wobei die Maschine mit Schwimmern ausgerüstet war und auf dem Wasser landete, da beide Städte noch nicht über Flughäfen verfügten. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Flotte noch um Ju52/3m und de Havilland D.H. 89A erweitert.[3]

Der Zweite Weltkrieg war für die Fluglinie besonders schwierig, weil Helsinki und andere finnische Städte Ziele von Luftangriffen waren. Die Gesellschaft verlor die Hälfte ihrer Flotte, die während dieser Zeit von der finnischen Luftwaffe übernommen worden war. Es wird geschätzt, dass während des Winterkrieges 1939/1940 die Hälfte der Passagiere Kinder waren, die nach Schweden evakuiert wurden. 1953 fügte die Fluggesellschaft Aero O/Y die Bezeichnung Finnair ihrem Namen hinzu. Heute heißt sie offiziell Finnair Oyj. Der finnische Staat hält rund 60 % der Anteile, 20 % sind in ausländischem Besitz.

Das Jet-Zeitalter [Bearbeiten]

Revolutionär war 1957 die Anschaffung der Sud Aviation Caravelle, des ersten Jets der Fluggesellschaft. Sie wurden ab 1960 als Caravelle 1A ausgeliefert, das vierte Exemplar, eine Caravelle VI besaß dabei bereits die fortschrittlicheren Rolls-Royce Avon 527 Triebwerke. Die drei älteren Caravelle 1A wurden zu Caravelle III umgerüstet. Ab 1964 wurde die Caravelle-Flotte modernisiert. Mit Pratt&Whitney JT8 Triebwerken ausgerüstete Caravelle 10 B3 ersetzten die vorhandenen Caravellen. Finnair bezeichnete die Sud Aviation SE 210 Caravelle 10 B3 als "Super Caravelle". Die Kennzeichen (Taufnamen): OH-LSA (Helsinki), OH-LSB (Tampere), OH-LSC (Turku), OH-LSD (Oulu), OH-LSE (Lahti), OH-LSF (Pori), OH-LSG (Jyväskylä), OH-LSH (Kuopio), OH-LSI (N.N.), OH-LSK (N.N.). 1962 übernahm Finnair 27 % der Anteile der finnischen Fluggesellschaft Kar-Air.

1970 wurde mit der Douglas DC-8 erstmals ein amerikanisches Düsenflugzeug in Dienst gestellt und damit der Langstreckenverkehr über den Atlantik nach New York aufgenommen. 1971 wurden sechs gebrauchte Douglas DC-9-10 aus Kanada erworben, welche hauptsächlich innerhalb Finnlands und auf kürzeren Europa-Strecken zum Einsatz kamen. 1975 begann bei Finnair das Zeitalter der Großraumflugzeuge mit Indienststellung der ersten McDonnell Douglas DC-10-30. Ein Jahr später begann die Erweiterung der DC-9-Flotte mit Indienststellung der ersten McDonnell-Douglas DC-9-50. Dieser Flugzeugtyp wurde das Hauptmuster auf den Europa-Strecken und verdrängte nach und nach die Super Caravelle, deren letztes Exemplar 1983 außer Dienst gestellt und verkauft wurde. Ab Ende 1982 kamen die ersten McDonnell Douglas MD-82 zum Einsatz und Finnair wurde einer der Erstkunden für die MD-83 und MD-87. Ab ca. 1983 wurden die Douglas DC-9-10 durch sechs gebrauchte, in Japan erworbene DC-9-40 ausgetauscht. Die DC-9-Flotte wurde schrittweise ab Mitte der 90er Jahre durch weitere gebrauchte MD-80 ersetzt. Ab Ende der 90er Jahre wurde dann der Ersatz der verbliebenen DC-9 bis Mitte 2003 und der Ersatz der MD-80 bis Mitte 2006 durch die Airbus A320-Familie durchgeführt.

Jüngere Geschichte seit 1990 [Bearbeiten]

Die für den Langstreckenbetrieb eingesetzte DC-10-Flotte wurde ab den frühen 90er Jahren sukzessive durch neue McDonnell Douglas MD-11 ersetzt. Mit Indienststellung der ersten Maschine im Dezember 1990 war Finnair der weltweit erste Betreiber dieses Typs.[4]

1999 trat Finnair der Luftfahrtallianz oneworld bei, nachdem Finnairs skandinavischer Erzrivale SAS 1997 Gründungsmitglied des konkurrierenden Bündnisses Star Alliance war.

2002 gründete Finnair ein Tochterunternehmen in Estland, Aero Airlines. Aero hat schrittweise Finnairs ATR 72-Flugzeuge übernommen und bediente neben der Strecke Tallinn-Helsinki auch innerfinnische Strecken für Finnair. Finnair versprach sich von der estnischen Tochter, im wachsenden baltischen Wettbewerb kostengünstig agieren zu können. Der Flugbetrieb wurde Anfang 2008 aber eingestellt. Finnair gründete auch die Tochter FlyNordic Schweden, die 2007 jedoch verkauft wurde.

Für das Jahr 2006 gab die Fluggesellschaft einen Reinverlust von 13 Mio. Euro an. Dies wurde damit begründet, dass man in diesem Jahr die Fluggesellschaft restrukturiert habe und dies 80 Millionen Euro gekostet habe. Im Jahr 2007 wurde ein Gewinn vor Steuern von 140 Mio. Euro erzielt. Mit dazu beigetragen hat ein Gewinn von 30 Mio. Euro aus dem Verkauf der FlyNordic.[5] 2008 rutschte Finnair im Rahmen der Wirtschaftskrise wieder in die roten Zahlen. Der Jahresverlust betrug 52,1 Mio. Euro.[6]

Am 22. Februar 2010 musterte Finnair ihre letzte McDonnell Douglas MD-11 aus[7], damit ist KLM der letzte europäische Betreiber der Passagierversion dieses Modells. Eine der ausgemusterten Maschinen wurde zu einer Frachtmaschine umgebaut.[8]

Am 1. Juli 2011 wurde gemeinsam mit Flybe auf Basis der übernommenen Finncomm Airlines das Joint Venture Flybe Nordic gegründet.

Seit Juli 2012 werden sämtliche Triebwerke und Komponenten von SR Technics in Zürich gewartet. Finnair begründet den Entscheid damit, sich auf das Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. Mit der Zusammenarbeit werde auch die Kosteneffizienz der Triebwerks- und Komponentenwartung bei gleicher Qualität verbessert.[9]

Ziele [Bearbeiten]

Finnair bedient neben Zielen im Inland sowie in Europa, darunter Barcelona, Genf und Prag auch mehrere interkontinentale Strecken ab Helsinki, beispielsweise nach New York City und Delhi sowie vorrangig asiatische Ziele wie etwa Hongkong, Peking, Shanghai, Singapur und saka. Finnair ist außerdem die erste europäische Fluggesellschaft die direkte Linienflügen nach Chongqing anbietet. Darüber hinaus bestehen Codeshareabkommen mit mehreren Fluggesellschaften, darunter den Partnern der oneworld-Allianz, wie beispielsweise Air Berlin, sowie auch Fluggesellschaften die nicht bei oneworld sind wie beispielsweise Air France.

Flotte [Bearbeiten]

Mit Stand November 2012 besteht die Flotte der Finnair aus 65 Flugzeugen[10] mit einem Durchschnittsalter von 8,6 Jahren[11]:

Typ aktiv bestellt[12] Anmerkungen
Airbus A319-100 09
Airbus A320-200 10
Airbus A321-200 06 05 Auslieferung vsl. ab 2013; Finnair ist Erstkunde des A321 mit Sharklets[13]
Airbus A330-300 08
Airbus A340-300 07
Airbus A350-900 11 Auslieferung vsl. ab 2014; Finnair ist Erstkunde des A350-900
Boeing 757-200 04
Embraer 170 09 2 betrieben durch Flybe Nordic
Embraer 190 12 betrieben durch Flybe Nordic
Gesamt 65 16

Zwischenfälle [Bearbeiten]

In den 1960er-Jahren musste Finnair zwei Unfälle mit Todesopfern hinnehmen:

  • Am 3. Januar 1961 stürzte eine Douglas DC-3 bei Koivulahti ca. 10 km vom Flughafen Vaasa entfernt in einen Wald, keiner der 25 Insassen überlebte.
  • Am 8. November 1963 stürzte ebenfalls eine Douglas DC-3 in der Nähe von Mariehamn ab und brannte aus, 22 von 25 Insassen starben.

Farbgestaltung [Bearbeiten]

Mit Einführung der Douglas DC-8-62CF (OH-LFR) am 27. Januar 1969 flog Finnair mit metallischer Unterseite und blauer Cheatline, dazu das finnische Kreuz auf dem Leitwerk. Ab Februar 1976 kam die DC-9-51 dazu, mit der sich auch die Farbgebung änderte. Die metallische Unterseite der Flugzeuge wurde durch Weiß ersetzt. Dazu kamen drei Streifen Blau, die sich von dunkel nach hell abstuften und schräg an der vorderen Rumpfunterseite zu sehen waren. Im Jahr 2000 wurde auch die blaue Cheatline durch eine weiße Fläche ersetzt. Das Leitwerk wurde neu gestaltet mit geschwungenem weißen "F" auf wechselnd-blauem Grund. Dazu änderte sich auch der Schriftzug. Man entschied sich 2010 erneut für ein neues optisches Auftreten. Nunmehr werden die Flugzeuge fast gänzlich in weiß lackiert, das geschwungene "F" im Leitwerk wird dunkelblau und die Schriftart des Namenszuges wurde modernisiert.

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Finnair: FINNAIR IN BRIEF 8. September 2007
  2. aerosecure: Die 10 ältesten Airlines der Welt
  3. FliegerRevue November 2008, S.14-15, Fliegen wie vor fast 50 Jahren - Finnair bietet zum Jubiläum einen Nostalgie-Jet
  4. The McDonnell Douglas MD-11: [1] 20. März 2009
  5. Finnair: Finnair's good result prepares way for future investments 5. Februar 2008
  6. FliegerWeb.com:Auch Finnair verzeichnet Jahresverlust 5. Februar 2009
  7. airliners.de: Finnair verabschiedet MD-11 22. Februar 2010
  8. airliners.de: Finnair nimmt Frachtflüge auf 14. Mai 2010
  9. Finnair will mit SR Technics kooperieren. Neue Zürcher Zeitung, 11. April 2012, abgerufen am 14. September 2012: Die angeschlagene finnische Fluggesellschaft Finnair will 280 Stellen streichen und die Triebwerk- und Komponentenwartung an SR Technics auslagern.
  10. ch-aviation.ch - Finnair (englisch) abgerufen am 10. November 2012
  11. airfleets.net - Fleet age Finnair (englisch) abgerufen am 10. November 2012
  12. airbus.com - Bestellungen der Finnair (englisch) abgerufen am 10. Juni 2011
  13. airliners.de: Finnair will A321 mit Sharklets bestellen 10. Juni 2010

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Finnairexterner Link aus der freien Enzyklopädie Wikipediaexterner Link und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autorenexterner Link verfügbar.

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