| Flughafen Berlin-Schönefeld |
||
|---|---|---|
| Kenndaten | ||
| IATA-Code | SXF | |
| ICAO-Code | EDDB | |
| Koordinaten | ||
| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 18 km südlich von Berlin | |
| Straße | A 113, B 96a und B 179 | |
| Bahn | RB, RE | |
| Nahverkehr | S-Bahn Linien S45, S9 | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1946 | |
| Betreiber | Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH | |
| Fläche | 630 ha | |
| Terminals | 4 | |
| Passagiere | 6.638.162 (2008)[1] | |
| Luftfracht | 4.399 t (2008)[1] | |
| Flug- bewegungen |
68.711 (2008)[1] | |
| Kapazität (PAX pro Jahr) |
7 Mio. (seit 11/2005) | |
| Beschäftigte | 5.713 (Stand: 2006)[2] | |
| Start- und Landebahnen | ||
| 07L/25R (Außer Betrieb) |
2710 m × 45 m Beton | |
| 07/25 (ehemals 07R/25L) | 3600 m × 45 m Asphalt | |
Der Flughafen Berlin-Schönefeld (IATA-Code: SXF, ICAO-Code: EDDB) ist neben Berlin-Tegel einer der beiden Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin. Betreiber des Flughafens ist die Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) mit den Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 2008 wurden auf dem Flughafen 6,6 Millionen Passagiere abgefertigt.[1] Gemessen an den Passagierzahlen lag der Flughafen 2007 an achter Stelle in Deutschland.[3] Derzeit wird der Flughafen zum Flughafen Berlin Brandenburg ausgebaut.
Inhaltsverzeichnis |
Der Flughafen Berlin-Schönefeld liegt im Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, und ist 22 Kilometer vom Berliner Stadtkern entfernt, der sich in nordwestlicher Richtung befindet; lange Zeit erstreckte sich außerdem ein Teil der nicht mehr benutzten Nordbahn auf das Stadtgebiet Berlins. Der Flughafen liegt 48 Meter über Normalnull und ist mit einem Gelände von 620 Hektar der flächenmäßig größte Flughafen der Region. Er ist über den Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen an den Schienenverkehr angebunden. Es halten dort Regional- und S-Bahnen (S9, S45). Zweimal pro Stunde verkehrt der sogenannte Airport Express mit den Linien RE7 und RB14 zum Berliner Hauptbahnhof. Der Flughafen ist auch mit verschiedenen Buslinien zu erreichen. Mit dem Auto gelangt man über die Bundesautobahn 113 zum Flughafen. Taxistände befinden sich vor dem Eingangsbereich des Terminals A.
Am 15. Oktober 1934 begann der Bau der Henschel-Flugzeugwerke (HFW) in Schönefeld, wo Henschel bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs über 14.000 Flugzeuge baute. Hierfür wurden drei je 800 Meter lange Start- und Landebahnen aus Beton errichtet. Am 22. April 1945 wurden die HFW durch sowjetische Truppen besetzt. Nachdem die sowjetische Besatzungsmacht die Betriebsanlagen für den Flugzeugbau demontiert und entweder in ihr Heimatland gebracht oder gesprengt hatte, wurden auf dem Gelände bis 1947 Eisenbahnen repariert sowie Landmaschinen gebaut und instandgesetzt.[4]
1946 zogen die sowjetischen Luftstreitkräfte von Johannisthal nach Schönefeld um; Aeroflot nahm im selben Jahr den Flugbetrieb auf. 1947 ordnete die Sowjetische Militäradministration in Deutschland im SMAD-Befehl Nummer 93 den Aufbau eines zivilen Flughafens in Schönefeld an. Nach der Beendigung des ursprünglichen Baus wurde der Flughafen bis zur Wende 1990 mehrmals ausgebaut und damit zum Zentralflughafen der Deutschen Demokratischen Republik; eingeplant war eine Kapazität von langfristig 18 Millionen Passagieren pro Jahr. Er wurde zu einem sogenannten Jugendobjekt erklärt, was die Bedeutung für die DDR unterstrich. Durch die Lage außerhalb der Stadtgrenzen Berlins konnten in Schönefeld (anders als in Tegel und Tempelhof) wegen der besonderen Stellung im Zusammenhang mit dem Viermächtestatus Berlins in dieser Zeit auch DDR-Fluglinien wie Interflug (vorher Deutsche Lufthansa der DDR) starten und landen.
Von den 1960er-Jahren bis zur Wende war der damals Zentralflughafen Berlin-Schönefeld bezeichnete Flughafen auch für die Bevölkerung aus West-Berlin sehr interessant, da sich von hier aus viele Ziele in Osteuropa, wie beispielsweise Budapest oder Prag, so wie einige wenige Ziele in Westeuropa erreichen ließen, die von den Flughäfen Tempelhof bzw. Tegel aus entweder nicht bedient oder teuer angeflogen wurden. Hierfür gab es auch eine Busverbindung der Ost-Berliner Verkehrsbetriebe, die von 1963 bis 1990 aufrechterhalten wurde; sie führte vom Flughafen zum Hotel Arosa in Berlin-Charlottenburg und hielt auch am West-Berliner Messegelände sowie in Berlin-Wilmersdorf.[5]
1961 wurde der Flughafen als Gruppe 1 der ICAO eingestuft. Die Grenze von einer Million Passagiere wurde 1969 überschritten, was jedoch nur bis auf drei Millionen 1990 gesteigert werden konnte.[6] Kurz vor dem Ende der DDR wurden von der Interflug 53 Ziele auf vier Kontinenten von Berlin-Schönefeld aus bedient.[4]
Am 12. Dezember 1986 stürzte in Berlin-Bohnsdorf beim Anflug auf den Flughafen eine Aeroflot-Maschine vom Typ Tu-134 ab. 72 der 82 an Bord befindlichen Personen kamen dabei ums Leben. Bei einem weiteren Flugzeugunglück am 17. Juni 1989 starben durch den missglückten Startabbruch einer IL-62 der Interflug 19 der 113 Insassen des Flugzeugs sowie eine Person am Boden.
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und Berlins musste der Flughafen trotz weiterer Erweiterungen in den 1990er-Jahren zunächst einen großen Rückgang an Passagierzahlen verbuchen. Dies resultierte aus der Stilllegung der Interflug im Jahr 1991 und der Verlagerung anderer Fluggesellschaften zum moderneren und zentraler gelegenen Flughafen Berlin-Tegel. Der Flughafen entwickelte sich in dieser Periode zurück zumeist wurden seit dieser Zeit Charterflüge abgefertigt. Trotzdem wurde 1992 die renovierte südliche Start- und Landebahn in Betrieb genommen. Von 1991 bis 1993 nutzte das Lufttransportgeschwader 65 der Luftwaffe mit seinen Il-62M den Flughafen. 1995 eröffnete die Betreibergesellschaft eine Erweiterung des Terminals.[4] Im Frühjahr 1996 beschlossen die Bundesrepublik Deutschland sowie die Länder Berlin und Brandenburg den Ausbau des Flughafens zum Großflughafen Berlin Brandenburg. Zu den wenigen verbleibenden klassischen Linienverbindungen in dieser Zeit zählten und zählen Aeroflot nach Moskau und Rossija (ehemals Pulkovo) nach Sankt Petersburg.
Die Periode, in der Charterfluggesellschaften dominant waren, hielt bis 2003; seit diesem Zeitpunkt siedelten sich zunehmend immer mehr Billigfluggesellschaften in Schönefeld an: Ryanair übernahm mit der KLM-Tochter buzz auch die Strecke SchönefeldLondon, V Bird startete Flüge nach Weeze. Germanwings fliegt seit Herbst 2003 nicht mehr von Tegel, sondern von Schönefeld aus verschiedene nationale Ziele an. Besonders wichtig für den Flughafen war jedoch die Ansiedlung der easyJet am 28. Mai 2004, die den Flughafen seither als Ausgangspunkt für mehrere Flugverbindungen nutzt. Berlin-Schönefeld wurde dadurch 2005 zur zweitgrößten easyJet-Basis in Europa nach London-Luton. Am 11. März 2005 kündigte Germanwings an, ab Juni des Jahres Schönefeld als Basisflughafen für zunächst zwei Flugzeuge zu nutzen. So werde eine friedliche Koexistenz mit easyJet auf dem Flughafen Schönefeld angestrebt und es sollten in erster Linie von easyJet nicht bediente Ziele angeflogen werden.
Am 19. Dezember 2005 wurde das neue Terminal D eröffnet, das vor allem für die Abfertigung der Billigflüge genutzt werden soll. Mittlerweile nutzt Germanwings das Terminal. Ursprünglich wurde überlegt, easyJet vom Terminal B in das Terminal D umzusiedeln. Durch die verstärkte Nutzung von Billigfliegern konnte der Flughafen seine Passagierzahlen 2005 um 50 % im Vergleich zum Vorjahr und damit auf 5,08 Millionen Passagiere steigern. Das ist die größte Steigerung im Vergleich zu den anderen Flughäfen Berlins.
Im Jahr 2006 betrug die Zahl der Mitarbeiter am Flughafen Berlin-Schönefeld 5713.[2]
Seit 2006 ist der Bahnhof Schönefeld kein Fernbahnhof mehr.[7] Im November 2007 wurde die Nordbahn des Flughafens geschlossen und anschließend teilweise abgerissen, um den Lückenschluss der Autobahn A 113 zu ermöglichen. Der Flugverkehr wird seitdem nur noch auf der südlichen Start- und Landebahn abgewickelt.
In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre lief ein aufwendiges Raumordnungsverfahren für den neuen Flughafen Berlin Brandenburg. 1994 belegte von den fünf in Betracht kommenden Standorten Schönefeld den fünften, also schlechtesten Platz. Die Entscheidung fiel jedoch auf Grund von massivem politischen Druck aus der Berliner Landespolitik und aus bundespolitischer Seite zu Gunsten Schönefelds. Seit 1996 plant die Flughafengesellschaft mit den Bundesländern Berlin und Brandenburg sowie der Bundesregierung, Schönefeld bis 2011 zu einem leistungsfähigeren Single Airport auszubauen. Schönefeld soll damit zum wichtigsten Passagier- und Luftfracht-Flughafen in Berlin und Brandenburg werden. Der Flughafen Berlin-Tegel soll spätestens sechs Monate nach Inbetriebnahme des neuen Flughafens geschlossen werden. Der Flughafen Berlin-Tempelhof wurde bereits Ende Oktober 2008 geschlossen. 2006 begannen die Bundesländer Brandenburg und Berlin sowie die Bundesregierung mit dem Ausbau. Der neue Flughafen wird südlich des heutigen Flughafens und zwischen seinen zukünftigen Landebahnen liegen die neue nördliche Landebahn wird dabei aus der alten südlichen Landebahn des heutigen Flughafens entstehen, die um 600 auf 3600 Meter verlängert wird . Die zweite, südliche Landebahn ist als Neubau mit einer Länge von 4000 Metern vorgesehen.
Der Flughafen Berlin-Schönefeld verfügt über die vier Terminals, die A, B, C und D genannt werden. Die meisten Fluggesellschaften landen und starten am Terminal A. EasyJet ist die einzige Fluggesellschaft im Terminal B. Terminal D wird von Condor, Germanwings und SunExpress genutzt. Im Terminal C gab es bis 2008 eine besondere Sicherheitsausrüstung, weswegen hier lange Zeit Flüge mit besonders hohem Sicherheitsbedarf, zum Beispiel nach Israel, abgefertigt wurden. Heute findet sich im Terminal eine Show- und Eventlocation, die für Konferenzen und Privatfeiern gebucht werden kann, zudem starten von hier aus Rundflüge mit historischen Rosinenbombern[8]. Alle vier Terminals sind untereinander verbunden. Das Terminal A besitzt als einziges Terminal Fluggastbrücken, von denen drei auf dem Vorfeld angeordnet sind. Insgesamt gibt es 36 Flugzeugabstellpositionen.[9] Im Süden der Anlage befindet sich das Terminal für Allgemeine Luftfahrt, das General Aviation Terminal (GAT) genannt wird. Von dort aus können Privatflugzeuge, Taxiflugverkehr, Charter- und Helikopterflüge abgefertigt werden.[10] Das Frachtterminal verfügt auf einer Bruttogrundfläche von 3850 Metern über eine Frachtkapazität von bis zu 30.000 Tonnen pro Jahr; im Gebäude befindet sich unter anderem eine Quarantänestation für Tiere. Auf dem Flughafen befinden sich außerdem drei Hangars für den normalen Flugverkehr sowie drei Flugzeughallen für die Allgemeine Luftfahrt.[9]
Der Flughafen verfügte bis Ende 2007 über zwei Start- und Landebahnen, die nördliche war 2710 Meter lang, die südliche 3000 Meter. Beide Bahnen haben eine Breite von 45 Metern. Im Zuge der Bauarbeiten für den Flughafen Berlin Brandenburg wurde die nördliche Landebahn teilweise abgerissen, um Platz für die im Frühjahr 2008 neu errichtete Verlängerung der Autobahn 113 zu schaffen.[11] Zuvor war bereits die südliche Landebahn als künftige Nordbahn für den neuen Flughafen auf 3600 Meter verlängert worden.[12]
Der Flughafen verfügt darüber hinaus über eine eigene Flughafenfeuerwehr[13], sowie ein Instrumentenlandesystem der Kategorien CAT I, II und III, das Flugbewegungen bei nahezu jeder Wetterlage ermöglicht.
Für die Flughafengesellschaft hat der Flughafen Berlin-Schönefeld seit den 1990er-Jahren eine große Bedeutung als Basis von Charterflügen. Bis zum Aufschwung der Billigflüge, die im Jahr 2007 rund 80 % des gesamten Flugverkehrs ausmachten,[14] hatten die Charterflüge den größten Anteil aller Flüge. Seit 1992 wird alle zwei Jahre die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) auf dem Flughafengelände durchgeführt. Der Flughafen dient außerdem der allgemeinen Luftfahrt. In der Nachbarschaft befindet sich ein Simulatorzentrum der Lufthansa.
Auf dem Flughafengelände betreibt das Deutsche Rote Kreuz seit 2007 ein Logistikzentrum für die Katastrophenhilfe im In- und Ausland. Auf 4000 m² lagert ständig einsatzbereit gehaltenes Hilfsmaterial. Über den Flughafen können Hilfsmodule (sogenannte Emergency Response Unit ERU) innerhalb von 72 Stunden in jeden Teil der Welt zum Einsatz gebracht werden. Auch spezielle Fahrzeuge, z. B. für Kommunikation und Führung bei Großschadenslagen in Deutschland, sind hier vorhanden (sogenannte Bundesvorhaltung des DRK).
Die Passagierzahlen am Flughafen Berlin-Schönefeld wachsen stark. Wurden im Jahr 2003 erst 1,7 Millionen Passagiere abgefertigt, waren es im Jahr 2005 schon knapp über fünf Millionen. Im Jahr 2006 überschritt der Flughafen die Sechs-Millionen-Marke.[15]
| Betriebsjahr | Fluggastaufkommen | Luftfracht [t] | Luftpost [t] | Flugbewegungen |
|---|---|---|---|---|
| 1991 | 1.069.886 | 6.349 | 553 | 29.472 |
| 1992 | 1.446.933 | 4.686 | 1.153 | 28.723 |
| 1993 | 1.572.361 | 3.284 | 3.825 | 31.334 |
| 1994 | 1.804.490 | 5.823 | 3.895 | 36.185 |
| 1995 | 1.861.674 | 10.573 | 3.260 | 31.827 |
| 1996 | 1.766.452 | 13.716 | 1.479 | 31.649 |
| 1997 | 1.870.213 | 14.473 | 1.128 | 29.563 |
| 1998 | 1.876.209 | 12.111 | 811 | 30.711 |
| 1999 | 1.861.385 | 9.372 | 565 | 29.304 |
| 2000 | 2.133.919 | 9.604 | 505 | 33.947 |
| 2001 | 1.851.377 | 9.785 | 193 | 27.635 |
| 2002 | 1.615.171 | 11.099 | 202 | 25.755 |
| 2003 | 1.684.384 | 12.418 | 242 | 25.549 |
| 2004 | 3.325.348 | 12.546 | 3.229 | 39.420 |
| 2005 | 5.026.115 | 8.833 | 4.294 | 52.852 |
| 2006 | 6.026.228 | 3.720 | 4.373 | 58.647 |
| 2007 | 6.313.343 | 3.870 | 4.386 | 58.198 |
| 2008 | 6.638.162 | 4.399 | 4.415 | 68.771 |
Berlin-Tegel | Berlin-Schönefeld | Braunschweig-Wolfsburg | Bremen | Dortmund | Dresden | Düsseldorf | Erfurt | Frankfurt am Main | Frankfurt-Hahn | Friedrichshafen | Hamburg | Hannover-Langenhagen | Heringsdorf | Karlsruhe/Baden-Baden | Köln/Bonn | Leipzig/Halle | Lübeck | Memmingen | München | Münster/Osnabrück | Neubrandenburg | Niederrhein | Nürnberg | Paderborn/Lippstadt | Rostock-Laage | Saarbrücken | Schwerin-Parchim | Siegerland | Stralsund/Barth | Stuttgart | Sylt | Zweibrücken
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