| Flughafen Brüssel-Zaventem |
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|---|---|---|---|
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| Kenndaten | |||
| IATA-Code | BRU | ||
| ICAO-Code | EBBR | ||
| Koordinaten | |||
| Verkehrsanbindung | |||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 12 km nordöstlich von Brüssel | ||
| Straße | A 201 | ||
| Bahn | SNCB (in Planung Thalys/TGV) | ||
| Nahverkehr | Shuttlebusse, Taxi | ||
| Basisdaten | |||
| Eröffnung | 1940 | ||
| Betreiber | Brussels International Airport Company | ||
| Passagiere | 17.181.000 [1] (2010) | ||
| Luftfracht | 449.132 t[1] (2009) | ||
| Flug- bewegungen |
231.668[2] (2009) | ||
| Start- und Landebahnen | |||
| 02/20 | 2987 m × 50 m Asphalt | ||
| 07R/25L | 3211 m × 45 m Asphalt | ||
| 07L/25R | 3638 m × 45 m Asphalt | ||
Der Flughafen Brüssel-Zaventem (offiziell Brussels Airport, früher ndl. Brussel Nationaal Luchthaven, frz. Aéroport Bruxelles-National) (IATA-Code: BRU, ICAO-Code: EBBR) ist größer und stadtnäher als der Flughafen Brüssel-Charleroi.
Inhaltsverzeichnis |
Der Flughafen liegt zwölf Kilometer nordöstlich der belgischen Hauptstadt Brüssel in der flämischen Gemeinde Zaventem und wird deswegen auch Luchthaven Zaventem oder Aéroport de Zaventem genannt. Zaventem liegt zwar in der Provinz Flämisch-Brabant, grenzt allerdings auch direkt an die Region Brüssel-Hauptstadt. Aufgrund der Sprachenteilung Belgiens kam es in Bezug auf Nachtflugregelungen häufig zu Streitigkeiten zwischen Wallonen und Flamen. Die vorgeschlagenen Pläne würden jeweils eine Bevölkerungsgruppe benachteiligen. Durch die anhaltenden Konflikte wurden Ausbauten des Flughafens häufig verzögert.[3]
Siehe hierzu: Flämisch-wallonischer Konflikt
Ein Bahnhof der NMBS/SNCB befindet sich im Untergeschoss des Flughafens. Ab hier fahren mehrmals pro Stunde Züge vor allem in Richtung Brüssel und Löwen. Ein Anschluss für den Hochgeschwindigkeitszug Thalys ist in Planung. Voraussichtlich 2012 wird der Flughafen an das RER-Netz angeschlossen sein. Der hierfür benötigte Tunnel wird dann unter den Landebahnen entlang führen.[4]
2005 hatte die SNCB die Schaffung zweier Neubaustrecken zur verbesserten Anbindung des Airports angebunden. Dabei sollte der Kopfbahnhof am Flughafen ab 2010 durch einen Durchgangsbahnhof ersetzt werden. Der Anteil der per Bahn anreisenden Fluggäste sollte langfristig von damals 15 auf dann 30 Prozent steigen.[5]
Der Flughafen ist mit dem Auto über den äußeren Ring von Brüssel (R0) zu erreichen.[6] Er liegt am Autobahnkreuz Zaventem in östlicher Richtung an der A201. Vom Brüsseler Zentrum aus ist der Flughafen ca. 15 Straßen-Kilometer weit entfernt. Für Motorrad- und Fahrradfahrer sind überwachte Parkplätze und Fahrradwege vorhanden. Ausgeschildert ist der Flughafen zweisprachig, wie in Brüssel üblich als ndl. Brussel Nationaal und frz. Bruxelles-National oder nur als Zaventem. Taxistände sind in dem untertunnelten Ankunftsbereich und dem oberen Check-In-Bereich zu finden.
Brüssel-Zaventem verfügt über eine Großzahl an Busverbindungen. So ist der Airport an das Busnetz von De Lijn, STIB/MIVB,[7] und [8] angeschlossen. Viele größere Hotels in der Innenstadt bieten einen Shuttle-Service zum Flughafen an.
1914 errichteten deutsche Besatzungstruppen bei Evere, gegenüber dem jetzigen NATO-Hauptquartier, einen Zeppelinlandeplatz. Seit 1923 diente das Gelände als ziviler Flughafen, erwies sich später aber als unzureichend. 1940 errichtete die deutsche Besatzungsmacht am heutigen Standort den Fliegerhorst Melsbroeck. Dieser wurde 1948 in einen Verkehrsflughafen umgewandelt. Ein erster größerer Ausbau erfolgte zur Weltausstellung 1958.
1994 wurde ein renovierter Terminal und der dazu gehörige neu gebaute 650 Meter lange Pier B durch König Albert II. eröffnet. Dieser wird hauptsächlich für Nicht-Schengen- und Langstreckenflüge benutzt.
Bis zu ihrer Insolvenz 2001 nutzte die belgischen Fluggesellschaft Sabena den Flughafen als Luftfahrt-Drehkreuz. Deren Nachfolgerin, die SN Brussels Airlines, vereinigte sich 2007 mit der ebenfalls von Brüssel aus operierenden Virgin Express zur Brussels Airlines. Daneben diente der Flughafen bis 2008 als Drehkreuz des Logistikunternehmens DHL. Seit 2007 nutzt Jet Airways den Flughafen als Europa-Hub auf Flügen nach Indien, Kanada und den USA.
2002 ging der neue Schengen-Pier A in Betrieb und löste damit ältere Gebäudeteile, die teilweise noch aus dem Jahr 1958 stammten, und den so genannten Satelliten im Pier C ab. Dieser ist jedoch architektonisch geschützt und steht nun leer. Der neue ca. 750 Meter lange Pier A besitzt rundum Glasflächen und bietet somit einen guten Blick auf die parkenden Flugzeuge und den parallel liegenden Pier B.
2005 wurde im Osten des Geländes, in der Gemeinde Steenokkerzeel, der neue Tower des Flughafens fertiggestellt. In ihm ist die Zentrale der belgischen Flugsicherung, Belgocontrol, untergebracht. Im gleichen Jahr wurde ein Rauchverbot auf dem ganzen Flughafenareal eingeführt.
2006 bekam der Flughafen seine heutige Bezeichnung Brussels Airport, Welcome to Europe. Diese löste den alten Namen Brüssel National ab. Somit stellt er sich namentlich als einzigen Brüsseler Flughafen dar, um sich vom Flughafen Brüssel-Charleroi abzugrenzen. Außerdem stellt der Flughafen damit seine internationale Rolle in den Mittelpunkt.
2006 und 2007 war der Flughafen Brüssel-Zaventem der pünktlichste Flughafen Europas.[9]
2008 hat der Flughafen vier neue Flugfeldlöschfahrzeuge (Ziegler Z8 FLF 80/125-10 Snozzle) in Betrieb genommen, die mit ihren spitzen Schläuchen in ein brennendes Flugzeug eindringen und innere Brände löschen können.[10] Der Flughafen Zaventem ist der erste Flughafen Belgiens, der diese Technik einsetzt.
Das Flughafengebäude ist in mehrere Stockwerke unterteilt und besitzt zwei Terminals (Piers), die beide von der zentralen Check-In-Halle im 3. Stockwerk zu erreichen sind. Das Straßenleitsystem führt einen per Auto anhand von Brücken und Tunnels zu den verschiedenen Bereichen.
In den unteren Geschossen befinden sich der Ankunftsbereich, ein Bahnhof, Taxistände und Bushaltestellen. Des Weiteren gibt es viele verschiedene Parkhäuser und Kurzparkmöglichkeiten. Direkt auf dem Gelände liegt ein Sheraton-Hotel. Die drei Landebahnen sind 2.984 m bis 3.638 m lang und ermöglichen den Start und die Landung von Maschinen wie der Boeing 747. Im Moment fertigt der Flughafen bis zu 74 Flugbewegungen pro Stunde ab.
Im nordwestlichen Bereich des Flughafens befindet sich das Fracht- und Logistikzentrum Brucargo mit verschiedenen Hangars, Gebäuden und Büros.
Die Architektur des gesamten Flughafens ist nicht einheitlich, da der Flughafen mit der Zeit gewachsen ist und immer wieder neue Teile angebaut, renoviert oder leerstehend gelassen wurden. So stammen einige Gebäudeteile noch aus den 1950er-Jahren. Zaventem bietet somit einen Mix aus verschiedenen architektonischen Epochen.
Die Flughafengesellschaft BIAC (Brussels International Airport Company) entschied sich im Jahre 2008, wieder einen dritten Terminal in Betrieb zu nehmen. Dieser soll nur für den Low-Cost-Bereich konzipiert werden und mehr Billigfluggesellschaften anziehen als zuvor. Bisher nutzen Low-Cost-Airlines eher den Flughafen Brüssel-Charleroi 50 km südlich von Brüssel.[19] In der Diskussion befand sich seinerzeit die Renovierung des ca. 50 Jahre alten (seit der Inbetriebnahme des Pier A geschlossenen) südlichen Teils des Flughafengebäudes in Verbindung mit einem Neubau an der Stelle des ehemaligen südlichen Piers.[20][21] Mit den Bauarbeiten sollte im Sommer 2008 begonnen werden, eine Fertigstellung wäre frühestens im April 2009 erfolgt.[22][23] Neuere Pläne sehen vor, auf die Errichtung eines neuen Piers zu verzichten und stattdessen den Betrieb ohne Fluggastbrücken durchzuführen und hierfür den Apron Bereich 3 zu nutzen. Mehrere umliegende Gemeinden haben bereits Beschwerde eingelegt, da eine Erhöhung der Flugbewegungen und somit auch eine höhere Fluglärmbelastung befürchtet wird.[24]
Den Flughafen fliegen ca. 80 Personenfluggesellschaften und ca. 16 Frachtfluggesellschaft an. Die Fluggesellschaften Brussels Airlines, Jet Airways, Jetairfly und Thomas Cook Belgium Airlines haben in Brüssel-Zaventem ein Luftfahrt-Drehkreuz. Es werden ca. 200 Flugziele in 66 Ländern angeboten. Hauptsächlich werden innereuropäische Flüge durchgeführt, die auf Geschäftsreisende abzielen. Daneben gibt es ein großes Angebot an Flügen nach Afrika (besonders von Brussels Airlines), Asien und Amerika.
DHL unterhielt bis 2010 unter dem Namen European Air Transport (EAT) eine eigene Frachtfluggesellschaft mit Sitz in Brüssel. Seit März 2008 ist das europäische Luftfrachtdrehkreuz von Brüssel zum Flughafen Leipzig/Halle verlagert worden, da in Brüssel kein politischer Konsens über einen weiteren Ausbau und die Nachtflugregelungen gefunden wurde. Auch den DHL-Frachtflugverkehr übernahm im April 2010 die EAT Leipzig. Das Drehkreuz Brüssel blieb nach 2008 noch als regionales bestehen.[25]
Von Brüssel aus existieren viele Verbindungen zu anderen deutschsprachigen Ländern. Brussels Airlines bietet Flüge nach Basel (Freiburg), Berlin, Frankfurt, Genf, Hamburg, und München, Wien & Zürich an. Die Lufthansa fliegt von Brüssel nach Berlin-Tegel, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München, Nürnberg & Stuttgart. Die Austrian Airlines fliegen nach Wien, die Swiss International Airlines steuert Basel (Freiburg), Genf und Zürich an und British Airways (bzw. ihr Franchise-Partner SUN-AIR of Scandinavia) verbindet Brüssel mit Bern.[26] Die kleine Fluggesellschaft Ostfriesische Lufttransport fliegt täglich nach Bremen. Transavia Airlines bot bis zum Winter 2009/2010 Flüge nach Salzburg und Innsbruck an.
Im Jahre 2000 wurde der Flughafen noch von ca. 21,6 Millionen Passagieren genutzt. 2001 litt der Flughafen jedoch stark durch die Insolvenz der belgischen Fluggesellschaft Sabena und den Auswirkungen der Anschläge vom 11. Septembers 2001, so dass die Passagierzahlen noch im selben Jahr rapide auf ca. 14,4 Millionen sanken. 2008 lag die Anzahl bei 18,516 Millionen.
| Betriebsjahr | Fluggastaufkommen | Flugbewegungen |
|---|---|---|
| 2008 | 18.516.000 | ? |
| 2007 | 17.877.000 | 264.368 |
| 2006 | 16.707.892 | 254.772 |
| 2005 | 16.179.733 | 253.255 |
| 2004 | 15.632.773 | 254.070 |
| 2003 | 15.194.097 | 252.249 |
| 2002 | 14.410.555 | 256.889 |
| 2001 | 19.684.867 | 305.532 |
| 2000 | 21.637.003 | 325.972 |
| 1999 | 20.048.532 | 312.892 |
| Kontinental | |||
|---|---|---|---|
| Rang | Ziel | Passagiere | Fluggesellschaften |
| 1 | Madrid | 613.176 | Brussels Airlines, Iberia |
| 2 | London/Heathrow | 574.497 | British Airways, Brussels Airlines |
| 3 | Rom/Fiumicino | 484.604 | Alitalia, Brussels Airlines |
| 4 | Barcelona | 459.731 | Brussels Airlines, Vueling Airlines |
| 5 | Genf | 434.493 | Brussels Airlines, Easyjet Switzerland |
| 6 | Frankfurt | 420.074 | Lufthansa |
| 7 | Mailand (alle) | 406.939 | Alitalia, Brussels Airlines, Easyjet |
| 8 | Wien | 403.334 | Austrian Airlines, Brussels Airlines |
| 9 | Lissabon | 395.348 | Brussels Airlines, TAP Portugal |
| Interkontinental | |||
| Rang | Ziel | Passagiere | Fluggesellschaften |
| 1 | New York/Newark | 570.512 | American Airlines, Continental Airlines, Delta Air Lines, Jet Airways |
| 2 | Antalya | 405.930 | Pegasus Airlines |
| 3 | Monastir | 160.413 | Tunisair |
| 4 | Hurghada | 155.882 | Jetairfly |
| 5 | Washington | 155.556 | United Airlines |
| 6 | Tel Aviv | 140.724 | Brussels Airlines, El Al |
| 7 | Chicago | 135.275 | American Airlines, United Airlines |
| 8 | Djerba | 133.474 | Jetair, Tunisair |
| 9 | Casablanca | 126.563 | Royal Air Maroc |
| 10 | Mumbai | 120.996 | Jet Airways |
| 11 | Toronto | 115.040 | Jet Airways |
Das westlich auf dem Flughafengelände gelegene Cargo-Zentrum Brucargo beheimatet viele Flugfrachtgesellschaften. Das Luftfrachtaufkommen in Brüssel-Zaventem lag 2006 im Europavergleich auf Platz 7, dicht gefolgt vom Flughafen Lüttich (Platz 8). Auf den ersten drei Plätzen der größten Luftfracht-Umschlagplätze europaweit lagen die Flughäfen Frankfurt/Main, Amsterdam und Paris CDG.[28]
Das Frachtaufkommen lag im Jahr 2007 bei 783.727 Tonnen.[2] Aufgrund der Verlagerung des Hubs der DHL von Brüssel nach Leipzig ist das Frachtaufkommen im Jahr 2008 um 15,6% auf 661.100 Tonnen gesunken.[1]
Der Flughafen wird auch vom Militär des Luftwaffenstützpunktes Melsbroek genutzt. Häufig fliegen auch, aufgrund der Nähe zu den Institutionen der NATO und der EU, Maschinen von ausländischen Regierungen auf dem Flughafen ein.
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