| Flughafen Frankfurt-Hahn | ||
|---|---|---|
| Kenndaten | ||
| IATA-Code | HHN | |
| ICAO-Code | EDFH | |
| Koordinaten | ||
| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 100 km westlich von Frankfurt am Main | |
| Straße | B 50, B 327 (Hunsrückhöhenstraße) | |
| Nahverkehr | zehn Fernbuslinien | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1993 | |
| Betreiber | Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH | |
| Fläche | 560 ha | |
| Terminals | 1 | |
| Passagiere | 3.8 Mio (2009) [1] | |
| Luftfracht | 174.664 t (2009) [2] | |
| Flug- bewegungen |
40.586 (2008) | |
| Beschäftigte | 359 (2007) | |
| Start- und Landebahn | ||
| 03/21 | 3.800 m × 45 m Asphalt | |
Der Flughafen Frankfurt-Hahn (engl.: Frankfurt Hahn Airport) ist ein seit 1993 aus US-Militärverwendung konvertierter internationaler ziviler Flughafen in Rheinland-Pfalz. Es handelt sich dabei um den fünftgrößten Frachtflughafen Deutschlands, der als am schnellsten wachsender Flughafen Deutschlands gilt. Im Passagierverkehr wird er vor allem von Billigfluggesellschaften bedient. Für die irische Fluggesellschaft Ryanair bildet er nach London-Stansted das wichtigste europäische Luftfahrt-Drehkreuz. Betreibergesellschaft ist die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG), an der seit dem 3. Februar 2009 (rückwirkend zum 1. Januar 2009) das Land Rheinland-Pfalz zu 82,5 % und das Land Hessen zu 17,5 % beteiligt sind, nachdem Rheinland-Pfalz den 65-prozentigen Anteil der Fraport AG zum symbolischen Preis von einem Euro übernommen hat.[3]
Inhaltsverzeichnis |
Der Flughafen Frankfurt-Hahn befindet sich auf 503 m Höhe auf einer Hochfläche des Hunsrück-Hauptkamms im Dreiländereck der Landkreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Rhein-Hunsrück zwischen Hahn, Bärenbach, Lautzenhausen, Sohren und Büchenbeuren, überwiegend in der Gemarkung Lautzenhausen. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Trier, Koblenz und Mainz. Der Flughafen liegt etwa 100 km westlich von Frankfurt am Main zwischen den Bundesstraßen 50, 327 und 421. Auf allen Straßenschildern und Wegweisern ist allerdings nur ein Flugzeugsymbol und der Name Hahn angegeben.
Die französische Besatzungsmacht begann 1951 mit dem Bau eines Militärflughafens im Hunsrück, der 1952 von der US-amerikanischen Luftwaffe übernommen wurde. Hahn Air Base war die siebtgrößte US-Luftwaffenbasis in Europa und die zweitgrößte in Deutschland. Zum Ende des kalten Krieges waren in Hahn drei Fliegende Staffeln F-16 stationiert mit einem Personal von insgesamt 13.000. Nach dem diese Staffeln 1991 beim zweiten Golfkrieg im Irak eingesetzt worden waren, kehrten die Flugzeuge direkt in die USA zurück. Die U.S. Air Force leitete die Aufgabe des Standortes ein und zog bis 1993 das verbliebene Personal und Gerät ab.[4]
Ein Infotag für Politik und Bevölkerung, mit Landung und Start einer Lufthansamaschine, fand am 13. September 1992 statt. Nach dem Ende der militärischen Nutzung übergaben die US-Streitkräfte die Airbase Hahn am 30. September 1993 der zivilen Verwaltung. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz identifizierte den aufgelassenen Flugplatz als denjenigen, der am leichtesten zu einer zivilen Verwendung zu konvertieren ist.[4] Im Rahmen der Konversion wurde ein internationaler Flughafen geplant, der den Flughafen Frankfurt am Main entlasten soll. Gegenüber diesem und auch anderen Flughäfen besitzt Frankfurt-Hahn eine Nachtfluggenehmigung und ist relativ leicht erweiterbar. Der erste zivile Flug vom Flughafen Frankfurt-Hahn, ein Charterflug nach Mallorca, fand am 22. Mai 1993 statt.
Die Bezeichnung Hahn stammt aus US-amerikanischer Zeit. Üblicherweise tragen Flughäfen den Namen des Ortes, auf dessen Fläche sie gebaut sind. Im Fall des Flughafens Frankfurt-Hahn wäre dies die Ortsgemeinde Lautzenhausen. Nach ersten Planungen sollte der Militärflughafen ursprünglich leicht versetzt vom späteren Standort bei Hahn und nicht bei Lautzenhausen gebaut werden. Obwohl die Planungen geändert wurden, blieb man bei der ersten Bezeichnung Hahn. Hinzu kam, dass viele Amerikaner Schwierigkeiten hatten die Namen der benachbarten Gemeinden Lautzenhausen und Büchenbeuren auszusprechen, weshalb man aus praktischen Gründen den Ort Hahn als Namenspaten wählte.
In der ersten Zeit der Zivilnutzung wurde der Flughafen als Rhein-Mosel-Flughafen bekannt und erst später in Flughafen Frankfurt-Hahn umbenannt. Nach gerichtlichen Entscheidungen, vor allem zwischen der Lufthansa und der Ryanair, darf der Flughafen offiziell und werbewirksam Frankfurt-Hahn genannt werden, obwohl die Metropole Frankfurt am Main, auf die sich der Name bezieht, etwa 100 km weit entfernt liegt.
Eine schwere Störung ereignete sich am 16. Oktober 2006: Ein Tornado der Luftwaffe kam einer Ryanair-Passagiermaschine im Kurven-Steigflug hinter der Maschine so nahe, dass das Kollisionswarngerät der Boeing auslöste. Durch die Anweisung des Geräts wurde der Anflug abgebrochen und neu angeflogen. Beide Flugzeuge landeten sicher; die Passagiermaschine auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, der Tornado im nordrhein-westfälischen Nörvenich im Kreis Düren.[5] Das Ereignis löste eine Diskussion über die Sicherheit im Luftraum aus. [6] Die Ermittlungen wurden aber mittlerweile eingestellt, da der nach militärischen und zivilen Vorschriften vorgegebene Mindestabstand nicht unterschritten wurde. Der Militärpilot gab an, er habe Auffälligkeiten beim Landeanflug bemerkt und daher die Passagiermaschine wie in solchen Fällen üblich in Augenschein genommen. [7]
Eine Verlängerung der Start- und Landebahn von 3.040 m auf 3.800 m nach Westen ist bereits fertiggestellt, um für Langstrecken-Frachtflugzeuge geeignet zu sein. Deshalb sollte ursprünglich auch die Hunsrückhöhenstraße entsprechend verlegt werden. Gegen den Ausbau des Flughafens wurde von Naturschutzbund und BUND geklagt, da die geschützte Mopsfledermaus im Rodungsgebiet gefunden wurde. Die Klage des Naturschutzbundes wurde mittlerweile zurückgezogen, nachdem sich die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH bereit erklärte, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des Ausbaus vorzunehmen. Diesen Naturschutzmaßnahmen fiel somit der geplante Lückenschluss der B 327 zum Opfer, so dass nunmehr eine Streckenführung über eine noch zu erstellende Umgehung von Bärenbach angedacht ist.
Am 26. Januar 2006 entschied das Oberlandesgericht Koblenz in einem Eilantrag, dass die bisher verlängerte Landebahn Richtung Nordosten auf einer Länge von 3.500 m benutzt werden darf, unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Rodungen notwendig sind. Inzwischen wurde der Streit zwischen Flughafen und BUND außergerichtlich beigelegt. Die Betreibergesellschaft verzichtet auf einige Rodungen, die Start- und Landebahn kann seit 2006 (nach Abschluss der restlichen Rodungen sowie Überprüfung durch die Flugsicherung) genutzt werden.
Eine neue 440 Meter lange Cargo-Zufahrtsstraße wurde am 15. Januar 2007 eröffnet; von ihr aus verbinden insgesamt drei Stichstraßen mit einer Länge von 265 Metern die Frachthallen mit dem Vorfeld.
Ähnlich der Airport Development Fee des irischen Flughafens Knock[8] wollte die Betreibergesellschaft 2009 zur Finanzierung der Ausbauten eine Gebühr in Höhe von 3 direkt von jedem Passagier erheben (den sogenannten Hahn-Taler), scheiterte jedoch am Widerstand der rheinland-pfälzischen Politik.
Der Flughafen ist bisher nicht per Bahn zu erreichen. Die stillgelegte Hunsrückquerbahn soll bis 2014 von Langenlonsheim bis zum Flughafen reaktiviert werden. Damit würde insbesondere die Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet durch einen dann stündlichen verkehrenden Airport-Express verbessert. Bis dahin ist die Anbindung an den öffentlichen Verkehr nur über Fernlinienbusse gewährleistet. Vom Flughafen Frankfurt-Hahn fahren Busse im Linienverkehr nach Köln, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz, Mannheim, Frankfurt, Saarbrücken, Metz, Idar-Oberstein, Trier, Kirn, Heidelberg, Simmern, Bullay, Würzburg, Darmstadt, Bingen und Luxemburg. Die Städte Hanau, Offenbach und Neu-Isenburg werden ebenfalls durch einen Bustransferdienst eingebunden.
Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering veröffentlichte Ende November 2006 außerdem Überlegungen, die Flughäfen Frankfurt-Hahn, Saarbrücken und Zweibrücken in ein gemeinsames System einzubinden.
Ferner gab es Überlegungen bezüglich einer Transrapidverbindung zwischen dem Frankfurter Flughafen und dem Flughafen Hahn, die jedoch niemals über das Stadium einer engagierten Idee hinausgekommen sind.[9] Vom BUND Hessen wurde eine solche Verbindung, deren Kosten im Jahr 2002 auf 2,5 bis 3 Milliarden Euro geschätzt wurden, als völlig unsinnige Subvention der Luftfahrt kritisiert.[10]
Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und die umliegenden Unternehmen zählen zu den bedeutendsten Arbeitgebern der strukturschwachen Hunsrückregion. Im Umfeld des Flughafens konnten 110 Betriebe mit knapp 2900 Arbeitsplätzen angesiedelt werden - neu geschaffen aufgrund des wachsenden Bedarfs oder dort hin verlagert von anderen Standorten. 13 % der Anstellungen sind geringfügig Beschäftigte (400-Euro-Job). Die Flughafenbetreibergesellschaft geht (in einer Selbsteinschätzung) bis 2012 von insgesamt 10.000 neuen Arbeitsplätzen aus. Dies sei laut eigenem Bekunden besonders auf den Ausbau zum großen Standort der Fluggesellschaft Ryanair und die wachsende Präsenz neuer Dienstleistungsunternehmen im Flughafengewerbe zurückzuführen. [11] Ein Teil der Beschäftigten arbeitet in den Büros der Betreibergesellschaft selbst und bei den direkt zuarbeitenden Unternehmen (443). Darüber hinaus umfasst die Palette der sonst vor Ort vorhandenen Arbeitsplätze Flugzeugabfertiger (190) und Lkw-/Taxifahrer (115) über Beamte bei Zoll und Bundespolizei (244) bis zu Lagerarbeitern (123) und Piloten (87). Etwa 60 Prozent der Beschäftigten kommen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, 13 Prozent aus dem Landkreis Birkenfeld, zehn Prozent aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich und zwei Prozent aus den übrigen Landkreisen der Region Trier.[12]
Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist der elftgrößte Passagierflughafen Deutschlands. Die Fluggesellschaft Ryanair ist die größte Passagierfluglinie auf dem Flughafen Hahn. Das irische Unternehmen begann im April 1999 mit zwei Linienflügen von London-Stansted zum Flughafen Hahn. Ab dem 14. Februar 2002 wurde der Flughafen Hahn erstes Drehkreuz in Deutschland und zweite kontinentale Basis von Ryanair in Europa. Drei auf Hahn stationierte Flugzeuge bedienten über 30 tägliche Flüge auf zehn europäischen Strecken. Im November 2005 kündigte die Fluggesellschaft an, die Zahl der auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn stationierten Flugzeuge bis 2012 auf 18 aufzustocken und ihn damit zum zweitgrößten Drehkreuz ihrer Fluggesellschaft nach London-Stansted zu machen. Bisher sind 11 (Stand Mai 2008) Ryanair-Boeing 737-800 in Frankfurt-Hahn stationiert.
Von 2007 bis 2008 sank die Passagierzahl am Flughafen Frankfurt-Hahn von 4.014.878 um 74.689 auf 3.940.189. Prognostiziert für das Jahr 2008 waren 5.000.000 Passagiere. In den ersten drei Monaten des Jahres 2009 gingen die Passagierzahlen weiter zurück. Bis Ende März 2009 sank die Passagierzahl um ca. 55.000 gegenüber dem Vorjahr.
Weitere Fluggesellschaften im Passagierverkehrsbereich, die den Flughafen anfliegen, sind: Wizz Air und Iceland Express (nur im Sommerflugplan). Im April 2008 startete die russische Fluggesellschaft Vladivostok Avia vom Flughafen Frankfurt-Hahn nach Russland. Die Linie wurde im Januar 2009 eingestellt.
Hahn ist der fünftgrößte Frachtflughafen Deutschlands (hinter Frankfurt am Main, Köln/Bonn, Leipzig/Halle und München). Insbesondere Aeroflot bedient den Flughafen mehrmals täglich. Das russische Unternehmen hat vier Frachtmaschinen vom Typ MD-11F fest stationiert. Die geplante Stationierung von Iljuschin Il-96 wurde vertagt. Außer Aeroflot fliegt die arabische Fluggesellschaft Etihad (mit MD-11) zwei mal wöchentlich von Abu Dhabi den Flughafen Hahn an. Die ägyptische Fluggesellschaft Egypt Air fliegt laut Flugplan den Flughafen Frankfurt-Hahn einmal in der Woche von Kairo aus an. Sonstige Frachtflüge starten aus Armenien, Russland, Asien, Afrika und Europa. Am 25. Februar 2009 landete die erste Maschine der am Flughafen sitzenden Fluggesellschaft Air Cargo Germany (ACG), die zweite folgte am 29. Juli 2009.
Air France unterhält am Flughafen Hahn zwar eine Niederlassung, fliegt den Airport allerdings nicht an. Die Niederlassung verteilt die Import-Sendungen aus Paris (CDG) kommend auf die übrigen Niederlassungen in Deutschland und bereitet die Exportsendungen für die Flüge vor, die wiederum per LKW nach Paris gefahren und von dort ausgeflogen werden.
2006 wurden zwei neue Frachthallen fertigstellt. Im Jahr 2009 ist die Luftfracht am Flughafen Frankfurt-Hahn stark eingebrochen. Qantas Airfreight hat ihre Flüge von und zum Flughafen Frankfurt-Hahn eingestellt. Am 21. September 2009 stellte Emirates die Flüge nach/von Hahn ein.[13] Etihad Crystal Cargo die Flüge von ehemals 4 Flügen in der Woche auf 2 reduziert. In der Zeit von Januar bis März 2009 betrug die umgeschlagene Luftfracht nur noch 18.344 t. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 29.508 t. Dies ist ein Rückgang um 11.163 t oder 37,83 %.
Am 11. August 2009 wurde das schwerste Frachtstück (189,89 Tonnen inkl. Verladegestell) der Luftfrachtgeschichte verladen, ein für Armenien bestimmter Gasgenerator. Die Fracht wurde mit dem größten Frachtflugzeug der Welt, einer Antonow 225, transportiert.[14] [15]
Auf Grund des Nachtflugbetriebes in Hahn und dem Nachtflugverbot in Frankfurt wurde - durch die Landesregierungen der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen - Hahn als Ausweichflughafen ins Gespräch gebracht.[16] Jedoch weigern sich einige Fluggesellschaften (u. a. Lufthansa Cargo), ihre Nachtflüge über Hahn zu leiten, da die Kapazitäten in Hahn nicht ausreichend seien und es ein zu großer logistischer Aufwand sei, da die meiste Fracht mit Passagiermaschinen transportiert wird. Dennoch gibt es Bemühungen, eine Kooperation zwischen Hahn und Frankfurt zu erreichen. [17]
Personen- und Frachttransporte für das US-amerikanische Militär werden von Delta Airlines, Polet Flight, FedEx, Polar Air Cargo, Evergreen International Airlines, Atlas Air, Ryan International Airlines, Continental Airlines und Volga-Dnepr Airlines durchgeführt.
Für das Jahr 2008 weist die Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ca. 27.000 Transitpassagiere (= zwischengelandete Soldaten) aus. Für den gleichen Zeitraum weist die Statistik insgesamt 55.457 t Transitfracht (= zwischengelandete Militärfracht auf dem Weg in den Irak oder Afghanistan) aus.
Die Bundeswehr versandte bis 2006 mehrmals wöchentlich Fracht aus dem Materialdepot Mechernich nach Afghanistan. Hierzu wurden Iljuschin Il-76 verschiedener Gesellschaften gechartert. Seit 2007 finden diese Flüge vom Flughafen Neubrandenburg aus statt.
Durch Übernahme von Gebäuden und Gelände der früheren Flughafen Family Housing der United States Air Force ist seit 1996 die Landespolizeischule Rheinland-Pfalz hier beheimatet.
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