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Flughafen Hamburg

Flughafen Hamburg
Kenndaten
IATA-Code HAM
ICAO-Code EDDH
Koordinaten
53° 37 55 N, 9° 59 22 O53.6319444444449.989444444444411 11 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 8,5 km nördlich von Hamburg
Straße B 433
Bahn S-Bahn (S1)
Nahverkehr Bus 26, 39, 292, 606,
Kielius und Traveliner (Autokraft)
Basisdaten
Eröffnung 1912
Betreiber Flughafen Hamburg GmbH
Fläche 570 ha
Terminals 2
Passagiere 12.200.000 (2009)[1]
Luftfracht 77.173 Tonnen (2006)
Flug-
bewegungen
172.000 (2008)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
ca. 16 Millionen Passagiere (T1 & T2)
Beschäftigte ca. 1.700 direkt
ca. 12.500 sonstige
Start- und Landebahnen
05/23 3.250 m × 46 m Asphalt
15/33 3.666 m × 46 m Asphalt

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Der Flughafen Hamburg (auch bezeichnet als Hamburg Airport oder Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel) ist der internationale Flughafen der Stadt Hamburg. Er ist der älteste und fünftgrößte Flughafen Deutschlands. Seit der Einweihung eines neuen Terminals am 25. Mai 2005 zählt der Flughafen Hamburg zu den modernsten Flughäfen Europas. 2008 nutzten 12.838.205 Passagiere den Hamburger Flughafen, was einer Zunahme des Passagieraufkommens von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.[2]

Inhaltsverzeichnis

Lage und Verkehrsanbindung

Der von der Flughafen Hamburg GmbH betriebene Flughafen liegt rund acht Kilometer nördlich der Stadtmitte Hamburgs und acht Kilometer südlich der Stadtmitte Norderstedts im Hamburger Stadtteil Fuhlsbüttel, zwischen den Ortskernen von Niendorf im Südwesten und Fuhlsbüttel im Osten.

Vom Zentrum Hamburgs aus ist der Flughafen mit dem ÖPNV innerhalb des HVVs mit der S-Bahn-Linie S1 zu erreichen. Die Linie S1 verbindet den Flughafen alle zehn Minuten unter anderem mit dem Hauptbahnhof, die Fahrzeit beträgt 25 Minuten. Nachts wird der Flughafen an Werktagen durch die Nachtbuslinie 606 an die Hamburger Innenstadt bzw. an den Wochenenden durch die Buslinie 274 an die dann im durchgehenden Nachtbetrieb fahrenden Schnellbahnlinien U1 und S1 am Bahnhof Ohlsdorf angebunden. Das Busunternehmen Autokraft betreibt zum Flughafen Hamburg Linien von und nach Lübeck (TraveLiner) und Kiel (Kielius).

Vom westlichen und nördlichen Schleswig-Holstein und dem nördlichen Niedersachsen ist der Flughafen für Autofahrer über die A 7 und den ausgebauten Ring 3 (B 433) gut zu erreichen, während Fluggäste aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Osten Schleswig-Holsteins durch die Stadt fahren müssen.

Geschichte

Am 10. Januar 1911 wurde mit privaten Mitteln die Hamburger Luftschiffhallen GmbH (HLG) gegründet. Im Januar 1912 wurde der Luftschiffhafen auf rund 45 Hektar in Betrieb genommen. Zunächst wurde der Flughafen daher vor allem von Luftschiffen genutzt. 1913 wurde die Fläche auf rund 60 Hektar ausgedehnt, wobei der nördliche Bereich den Luftschiffen vorbehalten war, und die Flugzeuge nur den südöstlichen Teil nutzen konnten.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Luftschiffhalle ausschließlich von den Militärs genutzt, bis die Luftschiffhalle 1916 durch ein Feuer zerstört und für die Militärs damit bedeutungslos wurde. Die HLG baute die Einrichtungen zwar wieder auf, musste diese jedoch aufgrund der Versailler Verträge wieder unbrauchbar machen. Anfang 1934 wurde auf Betreiben des Hamburger Innensenators Alfred Richter ein Denkmal eingeweiht, das den Vertrag und die damit einhergehenden Einschränkungen anprangerte.

Seinen Zweitnamen Hamburg Airport erhielt der Flughafen 1945 durch die britische Besatzungsmacht. Für die Zwecke der Berliner Luftbrücke wurde 1948 die erste Startbahn als Behelfsbahn eingerichtet. Als die Lufthansa 1955 den Flugbetrieb wieder aufnahm, war Hamburg ihr Heimatflughafen, bis Frankfurt diese Rolle übernahm. Deshalb ist die Zentrale von Lufthansa Technik heute immer noch in Hamburg beheimatet.

Mitte der 1960er Jahre wurde die Verlegung des Flughafens nach Heidmoor bei Kaltenkirchen angestrebt. Gründe dafür liegen einerseits in der massiven Umweltbelastung durch Fluglärm, der die Bevölkerung in Hamburg, Norderstedt, Quickborn und Hasloh ausgesetzt ist. Andererseits sind die Kapazitäten der beiden sich kreuzenden Start- und Landebahnen weitgehend erschöpft. Da der Flughafen mitten in dicht besiedelten Wohngebieten liegt, wäre der Bau einer weiteren Landebahn aufgrund der notwendigen Enteignungen etwa fünfmal so teuer wie ein kompletter neuer Flughafen. Weiterhin blockiert der Flughafen Fuhlsbüttel mehr als 500 Hektar innenstadtnahe Baugrundstücke, die im Zuge des politischen Konzepts Wachsende Stadt für Wohnungsbau und Gewerbe genutzt werden könnten.

In den letzten Jahren haben die Bestrebungen, den Flughafen nach Kaltenkirchen zu verlegen durch negative Erfahrungen mit stadtfernen Flughäfen und Veränderungen in der Verteilung der Großflughäfen im norddeutschen Raum auch von Seiten der Wirtschaft scharfen Widerspruch erhalten. Die vor allem auf Dienstleistungen ausgerichtete Wirtschaft in Hamburg ist auf einen schnell erreichbaren Stadt-Flughafen mit europäischen Verbindungen angewiesen. An einem weiteren primär interkontinental ausgerichteten Großflughafen besteht nach der Baugenehmigung für den zentralen Großflughafen in Berlin ohnehin kein Bedarf mehr. Eine baldige Realisierung der seit den 1960er Jahren laufenden Umzugsplanungen ist daher heute unwahrscheinlich.

Der 29. April 1985 war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Flughafens: Die Pan Am nahm täglich mit einer Boeing 747 den Interkontinentaldienst nach New York, John F. Kennedy International Airport auf.

Anfang der 1990er-Jahre wurde mit dem Ausbauprogramm HAM21 eine grundlegende Modernisierung des gesamten Flughafens begonnen. Zunächst wurde das alte Terminal 4 (heute Terminal 2) gebaut. Gleichzeitig wurde eine etwa 500 Meter lange Pier errichtet, welches aber weitreichende Auswirkungen für die Terminals 2 und 3 mit sich brachte. Hier konnten keine Flugzeuge mehr direkt andocken. Das damalige Terminal 2 wurde daraufhin geschlossen. In der Folgezeit diente es als Überdachung für den Weg von Terminal 1 zu Terminal 3. Letzteres wurde in der Folgezeit nur noch für Boardingaktivitäten im Vorfeldbereich benutzt. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde das Terminal 2 abgerissen und moderner neu gebaut. Am 25. Mai 2005 wurde das Terminal eingeweiht und erhielt die Bezeichnung Terminal 1. Zur gleichen Zeit fand die Umbenennung des Terminal 4 in Terminal 2 statt. Das bis dahin als Abfluggebäude für Charter-Fluggesellschaften genutzte Terminal 1 existiert noch bis heute, wird aber seit diesem Moment nur noch für Veranstaltungen vermietet. Es wird heute als Terminal Tango bezeichnet. Das ehemalige Terminal 3 wurde für den Bau der neuen AirportPlaza abgerissen. Ende Oktober 2009 wurde das neue Radisson Blu Hotel Hamburg Airport eröffnet.[3] Es ist das letzte zum Ausbauprogramm HAM21 gehörende Teilprojekt und wurde vom Hamburger Büro K2B entworfen.

Passagierabfertigungsgebäude

Die Passagierabfertigung erfolgt in zwei Terminals. Dazwischen befindet sich die sogenannte AirportPlaza. Vom Rollfeld aus gesehen ist allen drei Gebäuden eine knapp 800 m lange Pier mit 17 Fluggastbrücken vorgelagert. Alle Gebäude sind das Ergebnis des Ausbauprogramms HAM21.

Terminal 1

Terminal 1 ist das neuere der beiden Abfertigungsgebäude. Es wurde 2005 eingeweiht und vom Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner entworfen. Die Hallengrundfläche beträgt 6.300 . Von architektonischer Bedeutung ist u.a. eine Regenwassernutzungsanlage, die die sanitären Einrichtungen versorgt, und ein sogenanntes ThermoLabyrinth, das die Klimaanlage durch Nutzung von Erdwärme entlastet.[4]

Terminal 2

Terminal 2 wurde 1993 in Betrieb genommen. Bereits hier war das Büro Gerkan, Marg und Partner für den Entwurf verantwortlich. Die Hallengrundfläche beträgt 5.850 m². Architektonisch sticht zu allererst die gewölbte Dachform ins Auge. Sie ist einer Tragfläche eines startenden Flugzeuges nachempfunden. Nach Fertigstellung des Terminal 1 wurden auch hier wesentliche Neuerungen nachgerüstet, die beide Terminals auf den gleichen technischen Stand bringen. So wurde unter laufendem Flughafenbetrieb, die gesamte Gepäckförderanlage im Terminal 2 ins Untergeschoss verlegt. Daneben wurden auch die Check-In-Schalter auf den damals neuesten technischen Stand gebracht.[5] Hier werden vor allem die Lufthansa- und Star Alliance-Flüge abgefertigt. Weitere Fluggesellschaften sind unter anderem die mit der Lufthansa verbundenen Luftverkehrsunternehmen Germanwings und Condor.

AirportPlaza

Ebenfalls vom Büro Gerkan, Marg und Partner entworfen, ist die AirportPlaza, das neueste der drei Abfertigungsgebäude. Sie wurde im Dezember 2008 eröffnet und bildet, zwischen den beiden Terminals liegend, einen Übergang zwischen beiden. In der Plaza ist die zentrale Sicherheitskontrolle untergebracht. Dahinter befinden sich zahlreiche Shops und gastronomische Einrichtungen für die Flugpassagiere. Darüber hinaus werden hier die Gepäckförderanlagen der beiden Terminals im Untergeschoss zusammengeführt.[6] Hier befindet sich auch die Endhaltestelle der Flughafen-S-Bahn Hamburg, die am 12. Dezember 2008 in Betrieb gegangen ist.

Betreiber

Betreiber des Flughafens ist die Flughafen Hamburg GmbH. Die Gesellschaft gehört zu 51 Prozent der Freien und Hansestadt Hamburg und zu 49 Prozent der Hochtief AirPort, einer Tochtergesellschaft des internationalen Baudienstleisters Hochtief.

Kapazität und Sicherheit

Nach der Eröffnung des neuen Terminal 1 verfügt der Flughafen Hamburg über eine Jahreskapazität von 15 bis 16 Millionen Passagieren.

Die fast 13 Millionen Passagiere 2007 wurden durch über 173.500 An- und Abflüge transportiert. Gleichzeitig können 53 Flugzeuge abgefertigt werden. Die beiden sich kreuzenden Start- und Landebahnen lassen maximal 48 Starts und Landungen pro Stunde zu.

Von 23:00 bis 5:50 Uhr herrschen Nachtflugbeschränkungen, 2007 gab es 456 Ausnahmegenehmigungen für den Zeitraum von 00:00 bis 6:00 Uhr, von denen etwa 300 auf Postmaschinen entfielen. Die Post hat die Einstellung dieser Flüge für Ende März 2008 angekündigt.[7] Insgesamt stieg die Zahl der gezählten Flüge zwischen 23:00 und 00:00 an; 2007 fanden insgesamt 1438 Flüge während dieser Zeit statt, 2006 waren es noch 1365 Flüge.[8]

Ein Hauptkritikpunkt an der Sicherheit des Flughafens Hamburg sind die dicht bebauten Einflugschneisen.

Die Instrumentenlandeeinrichtungen auf dem Flughafen selbst entsprechen dem Standard, allerdings verfügt die Landebahn 33 nur über ein Nichtpräzisionsanflugverfahren LOC/DME.

Fluggesellschaften und Ziele

Der Internationale Flughafen von Hamburg wird von etwa 60 verschiedenen Fluggesellschaften aus etwa 125 direkten Zielen angeflogen.

Standortwettbewerb

Im Einzugsbereich des Flughafens Hamburg befinden sich außerdem

Verkehrszahlen

Jahr Fluggastaufkommen Flugbewegungen Umsatz
2008 12.840.000 172.065 230,7 Mio.
2007 12.780.509 173.500 234,2 Mio.
2006 11.954.560 168.395 223 Mio.
2005 10.677.268 156.128 203 Mio.
2004 9.893.703 151.434 199 Mio.
2003 9.529.924 149.366 187 Mio.
2002 8.946.505 150.271 184 Mio.
2001 9.490.432 158.569 192 Mio.
2000 9.949.269 164.932 198 Mio.
1990 6.861.255 141.042
1980 4.558.939 100.279
1970 3.138.467 89.788
1960 935.213 53.951

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung Hamburg Airport vom 5. Januar 2010
  2. http://www.airport.de
  3. Ulrich Gassdorf, Wer in dem neuen Airport-Hotel übernachten soll, in: Hamburger Abendblatt vom 22. Oktober 2009.
  4. http://www.airport.de/de/u_ham21_terminal1.html
  5. http://www.airport.de/de/u_ham21_terminal2.html
  6. http://www.airport.de/de/u_ham21_airport_plaza.html
  7. http://www.abendblatt.de/daten/2008/02/14/847710.html
  8. http://www.abendblatt.de/daten/2008/05/27/886099.html

Weblinks

 Commons: Hamburg Airport  Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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