| Flughafen Wien (-Schwechat) |
||
|---|---|---|
| Kenndaten | ||
| IATA-Code | VIE | |
| ICAO-Code | LOWW | |
| Koordinaten | ||
| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 18 km südöstlich von Wien | |
| Straße | A4 Ost Autobahn, B9 Pressburger Straße |
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| Nahverkehr | CAT S 7 | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1954 | |
| Betreiber | Flughafen Wien AG | |
| Fläche | 1.000 ha | |
| Terminals | 3 (4. in Bau) | |
| Passagiere | 18.114.103 (2009)[1] | |
| Luftfracht | 254.006 t (2009) | |
| Flug- bewegungen |
243.430 (2009) | |
| Kapazität (PAX pro Jahr) |
22.500.000 (2007) | |
| Beschäftigte | 4.000 (2007) | |
| Start- und Landebahnen | ||
| 11/29 | 3.500 m × 45 m Bitumen | |
| 16/34 | 3.600 m × 45 m Bitumen | |
| 3. Piste in Planung | ||
Der Flughafen Wien (IATA: VIE, ICAO: LOWW), englisch Vienna International Airport genannt, ist der größte und bekannteste österreichische Flughafen. Darüber hinaus ist er der Heimatflughafen der Fluglinien Austrian Airlines und Niki Luftfahrt. Er befindet sich auf dem Gebiet der südöstlich an Wien angrenzenden Stadt Schwechat und wurde 1938 zunächst als Militärflugplatz in Betrieb genommen. Er übernahm die Rolle des Flughafens für Wien nach dem Zweiten Weltkrieg vom Flughafen Aspern. Der Flughafen verfügt über drei Terminals, ein viertes ist in Bau, und über zwei Start- und Landebahnen. Der Flughafen ist vor allem ein Knotenpunkt bei Flügen nach Osteuropa und in den Nahen Osten und einer der größten Arbeitgeber der Ostregion Österreichs.
Inhaltsverzeichnis |
Der Flughafen Wien befindet sich im niederösterreichischen Schwechat, einer 18 km südöstlich von Wien gelegenen Stadtgemeinde, und 49 km westlich vom slowakischen Bratislava (Pressburg) auf 183 Meter Höhe über dem Meeresspiegel.
Der Flughafen ist an das öffentliche Verkehrsnetz vor allem durch die S-Bahn angebunden, welche im Halbstundentakt fährt. Die Linie S7 verbindet den Flughafen mit dem Umsteigeknoten Wien Mitte in 24 Minuten. Die S-Bahn ist tarifmäßig Teil des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR), der Flughafen daher mit ihr besonders preisgünstig zu erreichen.
Der City Airport Train (CAT) verbindet den Flughafen ebenfalls im (gegenüber der S-Bahn versetzten) Halbstundentakt vom / zum Bahnhof Wien Mitte und der U-Bahnstation Landstraße, jedoch ohne Zwischenhalte und deswegen mit 8 Minuten geringerer Fahrzeit. Für den CAT gilt ein besonderer Tarif. An beiden Enden der Strecke wird der Fahrgast in eigenen CAT-Terminals abgefertigt. Im City Air Terminal im Stadtzentrum können Passagiere der Star Alliance, der Air-Berlin-Gruppe sowie Germanwings[2] für ihren Flug einchecken und bei vorhandenem CAT-Ticket auch das Gepäck abgeben.
Die Autobusse der Vienna Airport Lines der ÖBB-Postbus-Gesellschaft verkehren von mehreren Punkten in Wien aus (unter anderem Schwedenplatz/Morzinplatz, Bahnhof Meidling, Westbahnhof, UNO-City) und von Baden bei Wien meist halbstündlich direkt oder mit wenigen Haltestellen (nicht im Verkehrsverbund) zum Flughafen. Außerdem gibt es eine Busverbindung mit der ÖBB (stündlich) sowie Eurolines und Orangeways nach Budapest, Bratislava, Brno, Prag und zum Flughafen Bratislava.
An das Straßennetz ist der Flughafen durch die A 4 (Ost Autobahn) und die Bundesstraße 9 (Pressburger Straße) angeschlossen. Von der A 2 (Süd Autobahn) und der A 21 (Wiener Außenring Autobahn) ist die A 4 nahe dem Flughafen über die Schnellstraße 1 (Wiener Außenring Schnellstraße) erreichbar.
Die so genannte Götzendorfer Spange, eine in Planung befindliche Neubaustrecke der Bahn, soll den Flughafen direkt an die Ostbahn anschließen und damit auch von Bratislava (Pressburg) aus schnellen Bahnverkehr (z.B. CAT) zum Flughafen Wien ermöglichen.
Der Flughafen wurde ab 14. Mai 1938 (Spatenstich) als Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe von Christoph Miller gebaut[3] und als Luftwaffenstützpunkt Schwechat Ost/Heidfeld bezeichnet. Es wurden fünf Hallen, eine Flugzeugwerft, mehrere Mannschaftsgebäude und eine Großgarage errichtet. Die Jagdfliegerschule 5 war hier untergebracht. 1942 wurden Teile der Anlage den Heinkel-Werken (Rostock) übergeben, die hier Flugzeuge produzierten (Heinkel He 219 und He 162 Volksjäger). Zu diesem Zweck wurden eine Kompensierscheibe und eine Einschussanlage errichtet, dazu kamen noch mehrere Hallen. Das gesamte Heinkel-Planungsbüro wurde hierher übersiedelt. Teile des Flughafens dienten ab 7. Dezember 1944 als Konzentrationslager (KZ-Schwechat II Santa), in dem Häftlinge untergebracht waren, die für die Heinkel-Werke und für die Brauerei Liesing / Ostmärkische Brau AG arbeiteten. Aus der Zeit vor 1945 sind derzeit (2009) noch drei Hangars am Rollfeld erhalten (Objekte 210, 220 und 230), sowie zwei Verwaltungsgebäude (Objekte 610 und 620).
Im Herbst 1945 wurde die Anlage vereinbarungsgemäß von den britischen Besatzungstruppen übernommen, obwohl sie in der sowjetisch besetzten Zone Österreichs lag. Die Briten richteten die Royal Airforce Station Schwechat (RAF Schwechat) ein, ab 1946 flogen die British European Airways Wien im Linienbetrieb an. Auch die französische Besatzungsmacht nutzte den Flugplatz.[4] Die Sowjets nutzten den historischen Wiener Flughafen Aspern, die US-Amerikaner den heutigen Militärflugplatz Langenlebarn. Ab 1953 erfolgte die Abfertigung durch die Austrian Handling Unit, aus der die Wiener Flughafenbetriebsgesellschaft hervorging.[5]
Am 11. Dezember 1953 wurde die Wiener Flughafenbetriebsgesellschaft gegründet und übernahm am 1. Jänner 1954 Verwaltung und Abfertigung. Gesellschafter der heutigen Flughafen Wien AG waren bis 1992 die Republik Österreich (50 %) und die Bundesländer Wien und Niederösterreich (je 25 %).[5] Die damals einzige Start- und Landebahn (Richtung: 11 / 29, das ist im Winkel von 110 und 290 Grad zum Norden) wurde 1954 / 1955 auf 2000 m und 1959 auf 3000 m verlängert. 19561960 wurde ein neues Abfertigungsgebäude, der heutige Terminal 2, errichtet[6][5] und am 17. Juni 1960 eröffnet.
1962 begannen die Planungen für eine zweite Landebahn (3600 m, Richtung: 16 / 34), welche 1972 vom Verkehrsministerium bewilligt und am 6. Oktober 1977 eröffnet wurde. Wichtigstes Nahverkehrsmittel zum Flughafen waren damals Linienautobusse der ÖBB, die alle 20 Minuten bei der City Air Terminal genannten Abfahrtsstelle beim Hilton-Hotel neben dem heutigen Bahnhof Wien Mitte / Landstraße abfuhren.
Weitere Investitionen in den 1970er Jahren waren ein Werftgebäude für Austrian Airlines, eine Frachtimporthalle, das General-Aviation-Center, der unterirdische Flughafenbahnhof, die Ladenstraße im Transitbereich und ein VIP & Business Centre.[5]
Im Jahr 1982 erfolgte die Anbindung des Flughafens an die Ostautobahn A 4.[7] In der Zeit vor der Öffnung des Eisernen Vorhanges wurde der Flughafen von Fluggästen aus dem Ostblock auf Grund der Neutralität Österreichs gern benützt. 1986 begann der Bau des Piers Ost, 1996 wurde Pier West fertiggestellt.[8]
Seit der EU-Osterweiterung sind nicht nur die Passagierzahlen, sondern auch die Frachtmengen enorm angestiegen, da der Flughafen logistisches Zentrum vieler Firmen wurde, die von hier aus den gesamten Raum des früheren Ostblocks bedienen. Der Flughafen hat sich außerdem zunehmend zu einer Langstreckendrehscheibe entwickelt. So bedient Korean Air seit 15. September 2007 Seoul dreimal wöchentlich mit einem Direktflug. Weiters nahm 2007 Delta Air Lines, eine US-amerikanische Fluggesellschaft, Flüge von Atlanta, dem größten Flughafen der Welt, nach Wien auf. Seit 2007 fliegt auch die Billigfluggesellschaft easyJet Wien an (SkyEurope nahm den Betrieb hier ebenfalls 2007 auf, musste ihn aber am 1. September 2009 wegen Insolvenz einstellen).
Im September 2005 wurde der neue Flugsicherungstower eröffnet. Mit 109 m war er zur Bauzeit der höchste in Europa und der vierthöchste der Welt (nach Bangkok, Kuala Lumpur und Atlanta).
2006 wurde auf dem Gelände des Flughafens ein Trainingszentrum der deutschen Lufthansa für Piloten errichtet. Die Piloten der Austrian, die bis dahin ihre Trainings im Ausland absolvieren mussten, können dieses Zentrum mitbenutzen.
Rund 30 % der Passagiere sind Transitpassagiere, welche in Wien in Flüge nach Ost- und Südosteuropa sowie in den Nahen Osten umsteigen.
Der Terminal 1, ein Neubau aus den neunziger Jahren, der westlich an den nunmehrigen Terminal 2 anschließt, beherbergt unter anderen alle Schalter der Austrian Airlines Group und Self-check-in-Automaten. Hier befinden sich auch Büros mehrerer Fluggesellschaften. Eine Ladenzeile und der Zugang zu einem Parkhaus schließen westlich unmittelbar an den Abfertigungsbereich an.
Aufgrund des bis 2008 hohen Passagierwachstums wurden für die Zeit bis zur Eröffnung der Flughafenerweiterung Skylink zusätzliche temporäre Check-in-Kapazitäten geschaffen, ursprünglich nur für die Dauer von drei Jahren gedacht. Das Provisorium entstand auf einem Parkdeck direkt gegenüber den Terminals 1 und 2. Es dient als Terminal für einige Billigfluggesellschaften, die den Flughafen anfliegen. Die Halle ist als Stahlkonstruktion mit einer Höhe von 4,5 m konzipiert.
Der 1960 fertiggestellte Terminal war bis zur Errichtung von Terminal 1 die Abflughalle des Flughafens. Vom Obergeschoss aus konnten Zuschauer auch im Freien das Geschehen beobachten und abfliegenden Passagieren zuwinken, die über das Vorfeld gingen. Nunmehr wird der Terminal von vielen ausländischen Fluggesellschaften benützt. Zwischen den Terminals 1 und 2, die unmittelbar zusammenhängen, befindet sich einer der beiden Eingänge zu den Läden und Gastronomiebetrieben, die die Fluggäste auf ihrem Weg vom Check-in zu den Flugsteigen passieren. Ein zweiter Eingang befindet sich am östlichen Ende des Terminals.
Seit 2004 wird ein weiterer Terminal gebaut, der den Projektnamen Skylink trägt. Die Eröffnung war ursprünglich für 2008 vorgesehen, Schwierigkeiten in der Projektsteuerung haben jedoch dazu geführt, dass die Eröffnung aktuell auf 2012 verschoben wurde und die Kosten sich von ca. 400 Mio. auf voraussichtlich ca. 890 Mio. mehr als verdoppeln. Der verantwortliche Geschäftsführer wurde deshalb im Herbst 2008 abgezogen (siehe Abschnitt Flughafen Wien AG). Am 30. Juni 2009 wurde der Bau gestoppt, um Verträge mit Lieferanten und Konsulenten neu zu verhandeln und die befürchtete enorme Kostensteigerung nicht in vollem Umfang eintreten zu lassen. Im Juli 2009 stellte sich heraus, dass das für den Flughafen geltende Bundesvergabegesetz außer Acht gelassen worden war. Der Bau des Terminals Skylink ist derzeit gestoppt, nach einer Gesetzesänderung durch den Nationalrat soll so schnell wie möglich mit einer Prüfung des unfertigen Baus durch den Rechnungshof beginnen. Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten ist gegenwärtig für das Frühjahr 2010 geplant, ein Fertigstellungstermin wird nicht mehr vor Sommer 2012 erwartet.[9] Im Februar 2010 wurde bekannt, dass auch die bereits erteilte Bauaufsicht seitens des Bundesvergabeamts auf Grund eines Interessenkonflikts für nichtig erklärt wurde. Darüber hinaus gebe es Klärungsbedarf bezüglich der Neuausschreibung oder Verlängerung der im Juni 2009 stornierten Verträge. Der noch im Januar 2010 kommunizierte angestrebte Fertigstellungstermin im Sommer 2012 sei durch diese neue Sachlage wieder in Frage gestellt.[10]
Der Pierbereich des neuen Terminals wird bei einer Länge von 460 m und einer Breite von 33 m eine Fläche von 71.000 m² aufweisen und über 51 Flugsteige verfügen. Auf der nördlichen Seite wird es acht Andockpositionen für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge geben, auf der südliche Seite neun Andockpositionen, davon fünf für Großflugzeuge wie den Airbus A380. Der Terminalbereich wird 270 m lang sein und über eine Fläche von 76.000 m² verfügen. Dort entstehen weitere 96 Check-in-Schalter sowie Läden und Lounges. Über Rollsteige und -treppen ist eine direkte Verbindung zum ebenfalls neu gebauten Flughafenbahnhof vorgesehen. Nach Fertigstellung von Skylink sollen bestehende B-Flugsteige, die mit Vorfeldbussen bedient werden, großteils aufgelassen werden.
In der Halle A werden hauptsächlich Flüge ins Nicht-Schengen-Ausland abgefertigt. Die Passkontrolle befindet sich am Zugang / Ausgang der Halle. Die Fluggäste gelangen entweder über Fluggastbrücken (Gate A1 bis A8) oder per Bus (Gate A10 bis A50) zu den Flugzeugen.
In der Halle B werden nur Flüge in den Schengen-Raum abgefertigt. Die Fluggäste werden per Bus zum Flugzeug gebracht (wie dies vor dem Bau der beiden Piers für fast alle Flüge der Fall war).
In der Halle C werden Flüge in alle Länder abgefertigt (allerdings überwiegend in den Schengenraum). Hier befinden sich Fluggastbrücken (Gates C51 bis C62) und Busgates (C71-75). Fällt eine Passkontrolle an, wird sie direkt am jeweiligen Flugsteig durchgeführt.
Mit 109 m ist der Flugsicherungstower der höchste in Europa. Der Neubau war notwendig geworden, um Platz für den neuen SkyLink-Terminal zu schaffen und um die Sicht auf das erweiterte Vorfeld zu gewährleisten. Betreiber des Towers ist hauptsächlich die Flugsicherungsgesellschaft Austro Control.
Die Inbetriebnahme erfolgte 2005 / 2006. Der Luftfahrtinformationsdienst (AIM), die Flugdatenbearbeitung für ganz Österreich (FDU), die Verwaltung, die Flugsicherungstechnik (AES), die An- und Abflugskontrollstelle Wien (APP), der Flugwetterdienst (MET), die Vorfeldkontrolle des Flughafens (MOVEMENT) und die Flugplatzkontrollstelle (TWR) befinden sich hier. Insgesamt haben ungefähr 200 Personen ihren Arbeitsplatz im Kontrollturm.
Architektonisch interessant ist, dass die Kanzel an der Spitze zum Sockel um ungefähr 45 Grad verdreht ist. Der Raum dazwischen ist nur von einer Membran umhüllt, die von innen und von außen mit Lampen beziehungsweise Projektoren beleuchtet werden kann. Weiters steht der Schaft nicht in der Mitte des Sockels, so dass der Turm von jeder Richtung her ein anderes Erscheinungsbild hat, das mitunter schief wirkt. Die Membranfassade hat eine Fläche von zirka 3.300 m² und macht den Tower damit zum größten Membranbauwerk Österreichs.
Bauherr waren die Flughafen Wien AG und die Austro Control GmbH. Die Architektur entwarf das Büro Zechner & Zechner Ziviltechniker GmbH. Der Tower wurde mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet.
Der Flughafen Wien plant den Bau einer dritten Piste in Form einer Parallelpiste zur bestehenden Piste 11/29 mit etwa 3.680 m Länge und 60 m Breite. Die Piste würde etwa 2.400 m südlich der Piste 11/29 und 2.600 m westlich der Piste 16/34 liegen. Im Rahmen der Planung wurden viele Bedenken vor allem seitens der Anrainer des Flughafenumlands laut, die sich in erster Linie auf höhere Lärmbelastungen durch die zusätzliche Piste beziehen.
Um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen, wurde ein Mediationsvertrag abgeschlossen, der Regelungen zur Entlastung der Bevölkerung vorsieht. Weiters wurde ein Dialogforum[11] ins Leben gerufen, das sich im Speziellen der Vermittlung zwischen Flughafen, Bürgerinitiativen und sonstigen betroffenen Parteien widmet und diesen ein Mitspracherecht bei der Planung der dritten Piste und der damit verbundenen Projekte einräumt.
Am 29. April 1992 wurde das bis dahin als GmbH. geführte Unternehmen in die Flughafen Wien AG umgewandelt und teilweise privatisiert.[5] Die Republik Österreich zog sich als Gesellschafter zurück, die Bundesländer Wien und Niederösterreich blieben mit je 20 % Anteilseigner. 10-%-Aktionär ist eine Stiftung der Flughafenmitarbeiter. Die Aktien der Flughafen Wien AG sind im ATX vertreten.
Neben dem weitergeführten Ausbau des Flughafens Wien widmete sich die Flughafen Wien AG strategischen Kooperationen. Enge Zusammenarbeit besteht mit dem Flughafen Luqa auf Malta. Im Zuge der Privatisierungen in der Slowakei war der Flughafen an einem Bieterkonsortium für den Flughafen M. R. tefánik in Bratislava beteiligt und plante für den Fall des Zuschlags eine gemeinsame, koordinierte Betriebsführung der beiden nur 60 km voneinander entfernten Flughäfen. Obwohl die Slowakei 2006 entschied, den Flughafen Wien mit 66 % an den Flughäfen Bratislava und Koice zu beteiligen, kam das Gesamtprojekt auf Grund eines Regierungswechsels in Bratislava nicht zustande. Nur die Investition in Koice erschien unproblematisch.
Große Probleme bei der Errichtung des neuen Terminalgebäudes Skylink führten im Juni 2009 zum Wunsch des Rechnungshofes, die Flughafen Wien AG zu prüfen. Die Länder Niederösterreich und Wien besitzen 40 % der Aktien; der Rechnungshof ist zuständig, wenn die öffentliche Hand über 50 % des Unternehmens besitzt oder eine bestimmende Rolle im Unternehmen ausübt.
Der Rechnungshof geht von dieser bestimmenden Rolle der beiden Bundesländer in der Flughafen Wien AG aus. Er verweist auf den Syndikatsvertrag zwischen Wien und Niederösterreich, der die beiden Bundesländer in der Hauptversammlung der AG zu gemeinsamem einheitlichen Stimmverhalten verpflichtet. Damit soll erreicht werden, dass Vorstandsmitglieder der AG jedenfalls das Vertrauen dieser beiden Aktionäre der öffentlichen Hand besitzen. Der Rechnungshof verweist weiters darauf, dass die beiden Bundesländer wegen der Abwesenheit vieler anderer Aktionäre in den Hauptversammlungen der Flughafen Wien AG regelmäßig die Mehrheit haben.
Vom Rechnungshof zitiertes Indiz für den starken öffentlichen Einfluss bei der Flughafen Wien AG ist unter anderem, dass der Austausch des der ÖVP zugerechneten Vorstandsdirektors Christian Domany (eines früheren Generalsekretärs der Wirtschaftskammer Österreich) gegen den bis dahin der Niederösterreichischen Landesregierung angehörenden Ernest Gabmann per 1. März 2009[12] am 18. Februar von Landeshauptmann Erwin Pröll bekanntgegeben wurde, bevor der Aufsichtsrat des Flughafens am 20. Februar 2009 mit der Sache befasst wurde. (Domany scheidet formal am 30. September 2009 aus dem Unternehmen aus.)
Weitere (vom Rechnungshof nicht erwähnte) Indizien für die bestimmende Rolle der öffentlichen Hand in der AG sind, dass Vorstandssprecher Herbert Kaufmann zuvor SPÖ-Nationalratsabgeordneter und Vorstandsmitglied Gerhard Schmid zuvor Assistent des Wiener Bürgermeisters Helmut Zilk gewesen war. Im Ausgleich dazu, dass zwei von drei Vorstandsmitgliedern Wien und somit der SPÖ zuzurechnen sind, besitzt der Vorsitzende des Aufsichtsrats das Vertrauen Niederösterreichs und somit der ÖVP: Johannes Coreth wurde im August 2009 auf Vorschlag Niederösterreichs durch den Wiener Rechtsanwalt Christoph Herbst ersetzt. Coreth hat den Skylink-Problemen anscheinend nach Meinung Niederösterreichs und Wiens zu wenig Aktivität und Kontrolle entgegensetzt.
Der Rechnungshof kündigte am 10. Juli 2009 an, den Prüfauftrag demnächst fertigzustellen. Die drei parlamentarischen Oppositionsparteien stellten im Juli 2009 die Zulassung der Prüfung durch den Rechnungshof als Bedingung für die von ihnen erwartete Zustimmung zu einem Bundesverfassungsgesetz betreffend das Bankgeheimnis bei nicht in Österreich wohnhaften Personen, das bis September 2009 erlassen sein muss, um Sanktionen der G-20-Staaten bzw. der OECD zu vermeiden. Die Flughafen Wien AG lehnte laut Medienberichten vom 21. Juli 2009 gemäß Aufsichtsratsbeschluss die Prüfung durch den Rechnungshof ab; die Mitarbeiterstiftung lehnte diese Prüfung als Aktionär ebenfalls ab. Der Rechnungshof kündigte an, den Verfassungsgerichtshof anzurufen, wenn die AG diesen Standpunkt beibehält. Der Aufsichtsrat beschloss jedoch eine aktienrechtliche Sonderprüfung.
Laut ORF-Website vom 10. Juli 2009 befasst sich die Staatsanwaltschaft Korneuburg ebenfalls mit dem Skylink-Vorgang. Ein anonymer Anzeiger habe die Vorstandsmitglieder Kaufmann und Schmid und den abgetretenen Aufsichtsratsvorsitzenden Coreth der Untreue im Sinne des StGB bezichtigt.
In der letzten Augustwoche 2009 wurde bekannt, dass sich Vertreter der Bundesregierung, der Grünen und des BZÖ darauf geeinigt haben, dem Rechnungshof auch die Prüfung tatsächlich von der öffentlichen Hand beherrschter Unternehmen zu ermöglichen, auch wenn die öffentliche Hand formal nicht die Aktienmehrheit besitzt. Die legislative Durchführung der politischen Vereinbarung soll ab September 2009 erfolgen.
Am Flughafen Wien waren mit Stand Dezember 2007 rund 18.000 Angestellte beschäftigt, davon 4.050 bei der Flughafen Wien AG. Die 18.000 Beschäftigten haben ihren Wohnsitz in
Damit ist der Flughafen einer der größten Arbeitgeber im östlichen Österreich. Generell wird die Faustregel verwendet, dass auf ungefähr 1 Million Passagiere pro Jahr 1000 Arbeitsplätze kommen. Der Flughafen bewirkt in der gesamtösterreichischen Wirtschaft rund 52.500 Arbeitsplätze.
Die Wertschöpfung des Flughafens betrug 2007 rund 4,8 Milliarden Euro, dies sind etwa 2 % der Wertschöpfung Österreichs. In Österreich sind rund 1200 Unternehmen mit 600.000 Beschäftigten vom Flughafen Wien abhängig.
Zu möglichen vom Flughafen Wien hervorgerufenen Störfaktoren gibt es, vor allem von den Anrainern rings um das Flughafengelände, im Besonderen zwei Schwerpunktbedenken: Die Belästigung durch Fluglärm sowie die Umweltproblematik.
An und um einen Flughafen treten, bedingt durch Landungen und Abfertigungen der Flugzeuge, bestimmte Lautstärkepegel auf, die vor allem von Anrainern des Umlands mitunter als sehr belästigend empfunden werden können. Unterschieden werden muss jedoch in jedem Fall zwischen der subjektiven (gefühlten) Lärmbelästigung, die je nach Person unterschiedlich ausfallen kann, und der gemessenen (effektiven) Lärmbelastung (Schallpegel).
Die Fluglärmbelastung um den Flughafen Wien variiert je nach Entfernung zu den Landebahnen, der Tageszeit sowie täglichen Verkehrsaufkommensschwankungen. Um die tatsächlichen Schallpegel zu messen, bedient sich der Flughafen des sogenannten FANOMOS. Dieses besteht im Umkreis des Flughafens Wien aus 14 stationären (Wien Donaustadt, Groß-Enzersdorf, Fischamend, Klein-Neusiedl, Enzersdorf an der Fischa, Schwadorf, Margarethen am Moos, Rauchenwarth, Zwölfaxing, Schwechat, Wien Simmering, Himberg, Karlsdorf und Maria-Lanzendorf) sowie vier mobilen Messstationen, die die Geräuschimmissionen von startenden und landenden Flugzeugen aufzeichnen. Zur Sicherstellung der Messgenauigkeit führt das System alle vier Stunden eine akustische und elektrische Überprüfung durch.
Die für die Aufzeichnung notwendigen Radar- und Fluginformationsdaten stellt Austro Control zur Verfügung. FANOMOS führt diese Flugdaten mit den an anderen Messstellen erfassten Ereignissen (Windstärke, etc.) zusammen. Im Jahr 2007 erfolgten auf diese Weise 47 Messreihen, von denen 28 zum Vergleich mit den Messreihen des Vorjahres 2006 herangezogen wurden. Das Ergebnis zeigte, dass die Flugbewegungen innerhalb der sechs verkehrsreichsten Monate des Jahres um 7,1 % zunahmen, die LDEN-Werte (Lärmindex) sich jedoch an den Messstellen maximal um 0,8 dB (Margarethen am Moos, Rauchenwarth) beziehungsweise 2,2 dB (Maria-Lanzendorf, hier wurde jedoch im Oktober 2007 ein vergleichsverfälschender Standortwechsel durchgeführt) erhöhten, sich größtenteils jedoch um bis zu 1,3 dB senkten (Fischamend, Schwechat).
Seit dem Frühjahr 2009 werden zudem auch die Flugspuren der An- und Abflüge auf den bzw. vom Flughafen Wien[13] im Internet öffentlich dargestellt.
Da die effektive Fluglärmbelästigung anders als die -belastung nicht in Zahlen erfasst werden kann, trifft der Flughafen Wien intensive Maßnahmen dahingehend, einen positiven Dialog mit den Betroffenen zu führen und diese soweit wie möglich zu unterstützen und zu entlasten. Zu diesem Zweck wurde unter anderem das konkrete Lärmschutzprogramm des Flughafens[14] ins Leben gerufen, das etwa Anrainern in Nähe des Flughafens Kostenzuschüsse für Anti-Lärm-Maßnahmen, wie schallisolierte Fenster, zusichert.
Neben der Problematik des Fluglärms werden oft Bedenken zur Umweltverträglichkeit des Flughafenbetriebs an sich geäußert, die sich im Speziellen auf Verschmutzungen von Luft und Wasser, großes Müllaufkommen sowie Energieverschwendung beziehen.
Auch zu diesen Themen stellt der Flughafen Wien regelmäßige Untersuchungen und Maßnahmen an, um möglichst umweltverträglich zu agieren. 1997 wurde ein spezielles Schadstoffmesssystem angeschafft, um die Luftgütewerte am und um den Flughafen zu ermitteln. Diesen zufolge hat der Flughafen bloß geringen Einfluss auf die Luftgüte; die Werte entsprechen jenen einer Randlage einer Großstadt wie etwa Wien. Weiters baut der Flughafen unter anderem auf strenge Mülltrennung, umweltfreundlich gewonnene Wärme (Fernwärme), setzt technisch moderne Kühlungs- sowie sanitäre Anlagen zur Wasserverbrauchsreduktion ein und nutzt Unterflurbetankung, um zusätzlich Grundwasserverschmutzungen vorzubeugen. Das vollständige Umweltschutzprogramm ist im Internet der vom Flughafen ins Leben gerufenen Website Umwelt und Luftfahrt[15] zu entnehmen.
Von Umweltwissenschaftlern wird außerdem auf die Luftverschmutzung durch Abgase der Flugzeuge und auf die Notwendigkeit, den Flugverkehr generell zu reduzieren, hingewiesen.
Beim Umgang mit Kritikpunkten, die von den Anrainern des Flughafens immer wieder geäußert werden, setzt der Flughafen vor allem auf Mediation mit den betroffenen Parteien. Mediationsverhandlungen begannen im Jahr 2000, als der Flughafen seinen Masterplan 2015 präsentierte, und liefen bis 2005. Als Ergebnis wurde ein Vertrag unterschrieben, der weitere Mediation und Kooperation vorsieht. Dafür wurde der Verein Dialogforum gegründet, in dem der Flughafen, die betroffenen Gemeinden und die Bundesländer Wien und Niederösterreich vertreten sind.
Der Umsatz der Flughafen Wien AG betrug im Jahr 2008 548,1 Mio. (+ 5,1 %), wobei davon 250,8 Mio. dem Flugbetrieb selbst (+ 3,6 %), 152,2 Mio. dem Handling (+ 3,5 %) und 144,5 Mio. nicht dem Flugverkehr dienenden (Non-Aviation) Geschäften (+ 9,3 %) zuzurechnen sind. Das Betriebsergebnis 2008 betrug 133,3 Mio. (+ 10,7 %).
| Jahr | Umsatz | Gewinn | Änderung des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 2005[20] | 410,0 Mio. | ||
| 2006[20] | 463,89 Mio. | 77,55 Mio. | +13,1 % |
| 2007[20] | 521,42 Mio. | 87,45 Mio. | +12,4 % |
| 2008[20] | 548,06 Mio. | 91,14 Mio. | +5,1 % |
Passagieraufkommen, Flugbewegungen und Luftfracht des Flughafens sind in den letzten Jahrzehnten fast ständig gestiegen, worauf die Ausbaupläne beruhen. Als Spitzentage wurden der 7. Juli 2008 mit 66.034 Passagieren (+ 4,2 %) und der 10. Oktober 2008 mit 812 Flugbewegungen (+ 4,5 %) registriert, wobei der Flughafen vor allem durch die Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli 2008 profitierte.
| Betriebsjahr | Passagierzahlen | davon Transferpassagiere | Flugbewegungen | Luftfracht (t) |
|---|---|---|---|---|
| 2003[21] | 12.784.505 | 197.089 | 115.651 | |
| 2004[22] | 14.785.529 | 224.809 | 145.602 | |
| 2005[23] | 15.859.050 | 5.443.078 | 230.900 | 167.494 |
| 2006[24] | 16.855.725 | 5.673.586 | 237.490 | 187.852 |
| 2007[25] | 18.768.468 | 5.991.884 | 254.870 | 191.789 |
| 2008[26] | 19.747.289 | 5.936.560 | 266.402 | 187.300 |
| 2009[1] | 18.114.103 | 5.450.308 | 243.430 | 185.724 |
In den ersten Monaten 2009 sind die Passagierzahlen auf Grund der Wirtschaftskrise deutlich zurückgegangen. Die Prognosen für die Verkehrsentwicklung in den nächsten zehn Jahren wurden entsprechend angepasst; die dritte Piste wird, wenn überhaupt, wesentlich später benötigt werden als noch 2008 angenommen. Die Unklarheit darüber, wie viel Verkehr der Home Carrier Austrian Airlines nach seiner Anfang September 2009 erfolgten Übernahme durch Lufthansa in Zukunft generieren können wird, stellt einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor in der Entwicklung des Flughafens dar.
Der Flughafen Wien war im Gesamtjahr 2007 laut der Pünktlichkeitsstatistik der Association of European Airlines (AEA)[27] einer der pünktlichsten Flughäfen Europas. Von 27 europäischen Flughäfen belegt Wien nach Düsseldorf und Brüssel den drittbesten Platz. Insgesamt waren in diesem Jahr 17,9 % der Flüge am Flughafen Wien verspätet.
Im Vergleich mit den anderen Luftfahrt-Drehkreuzen (Hubs) Amsterdam Schiphol (21,4 %), Frankfurt am Main (24,3 %), London Heathrow (35,5 %), Madrid-Barajas (26,5 %), Mailand-Malpensa (21,1 %), München Franz Josef Strauß (22,6 %), Paris-Charles de Gaulle (27,3 %) und Zürich (21,4 %) schnitt der Flughafen Wien am besten ab und wies den geringsten Anteil an verspäteten Abflügen auf. Bereits 2006 war der Flughafen Wien der drittpünktlichste Europas. Im ersten Quartal 2008 war Wien hinter München der zweitpünktlichste Flughafen Europas.
Andritz AG | bwin Interactive Entertainment AG | Erste Group Bank AG | EVN AG | Flughafen Wien AG | Intercell AG | Mayr-Melnhof Karton AG | Österreichische Post AG | OMV AG | Palfinger AG | Raiffeisen International Bank-Holding AG | RHI AG | Schöller Bleckmann AG | STRABAG SE | Telekom Austria AG | Verbundgesellschaft AG | voestalpine AG | Wienerberger AG | Vienna Insurance Group AG | Zumtobel AG
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