| McDonnell Douglas MD-11 | ||
|---|---|---|
FedEx ist der größte Betreiber der MD-11 |
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| Typ: | Dreistrahliges Großraumflugzeug | |
| Entwurfsland: | Vereinigte Staaten | |
| Hersteller: | McDonnell Douglas | |
| Erstflug: | 10. Januar 1990 | |
| Indienststellung: | Dezember 1990 | |
| Produktionszeit: | 1988 bis 2000[1] | |
| Stückzahl: | 200[1] | |
Die McDonnell Douglas MD-11 (auch Boeing MD-11) ist ein dreistrahliges Großraum-Langstreckenflugzeug, das vom US-amerikanischen Flugzeugbauer McDonnell Douglas als Nachfolger für die McDonnell Douglas DC-10 entwickelt wurde. Der Prototyp der MD-11 absolvierte am 10. Januar 1990 seinen Jungfernflug.[2] Mittlerweile ist sie fast nur noch als Frachtflugzeug anzutreffen.
Inhaltsverzeichnis |
Die MD-11 wurde ab 1985 als Nachfolger für die DC-10 konzipiert und am Anfang offiziell als MD-100 bezeichnet. Äußerlich ähnlich, gibt es doch größere Unterschiede zwischen den beiden Typen. So hat die MD-11 einen 5,66 Meter längeren Rumpf, ein um ein Drittel verkleinertes Seitenleitwerk, größere Tragflächen, sparsamere Triebwerke und besitzt standardmäßig Winglets an den Flügelenden, um den induzierten Widerstand und damit den Treibstoffverbrauch zu verringern. Durch die moderneren Triebwerke und den Einbau eines "Glascockpit" fiel bei der MD-11 der Platz des Bordingenieurs als drittem Mann im Cockpit weg.
Die Entwicklung der MD-11 wurde am 30. Dezember 1986 nach einem Auftrag der British Caledonian Airways offiziell gestartet. Beim Bau der ersten Prototypen 1988 lagen bereits 52 Bestellungen und 40 Optionen auf den Flugzeugtyp vor. Der Erstflug der MD-11 mit dem Kennzeichen N111MD[3] (die Maschine fliegt mittlerweile als N601FE für FedEx)[4] fand am 10. Januar 1990 statt, und da man mit den ersten fünf gebauten Maschinen das Testprogramm durchführte, konnte die Maschine bereits am 8. November 1990 von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA zugelassen werden.[5] Aus Termingründen wurde dabei kein eigenes Typzertifikat für die MD-11 ausgestellt, vielmehr gilt der Typ als Unterversion der DC-10 und wird in deren Zertifikat mitaufgeführt.[6]
Das erste Flugzeug wurde am 29. November 1990 an die Finnair geliefert, die die Maschine ab dem 20. Dezember 1990 zwischen Helsinki und Teneriffa im regelmäßigen Betrieb einsetzte. Bald nach den ersten Auslieferungen wurden jedoch die Probleme bekannt, die der MD-11 letztendlich den wirtschaftlichen Erfolg verwehrten, denn die Maschinen erfüllten die garantierten Reichweiten durch erhöhten Treibstoffverbrauch nicht. Als Folge stornierte etwa Singapore Airlines ihre 20 bestellten MD-11 wieder und orderte stattdessen den zu der Zeit wesentlich moderneren Airbus A340, weil die ursprünglich geplanten MD-11-Routen der Airline zwischen Singapur und Europa mit der realen Reichweite nicht erreicht wurden. McDonnell Douglas hatte etwa 7000 Seemeilen Reichweite mit einer Zuladung von etwa 28000 Kilogramm versprochen, es zeigte sich aber, dass bei dem Gewicht nur etwa 6500 Meilen oder bei voller Ausnutzung der Reichweite nur 22000 Kilogramm transportiert werden konnten.[7] Auch die später erschienene Boeing 777 machte ihr stark zu schaffen.
Um die versprochenen Werte doch noch zu erreichen, wurde von 1990 bis 1995 zusammen mit dem NASA Langley Research Center und den beiden Triebwerksherstellern Pratt&Whitney und General Electric das Performance Improvement Program (PIP) initiiert und durchgeführt, bei dem Aerodynamik und Triebwerke überarbeitet wurden.[7] Obwohl die angesprochenen Nachteile der MD-11 mit der Zeit verringert wurden, war der Imageschaden zu groß, um noch behoben zu werden.
Nach der Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing 1997 wurde die Produktion der MD-11 vorerst weitergeführt, allerdings nur die der Frachtvariante. Altaufträge für Passagiermaschinen wurden noch bearbeitet, so dass am 16. April 1998 die letzte Maschine an Sabena übergeben wurde. Doch schon ein Jahr später gab Boeing bekannt, die Produktion der MD-11 einzustellen.[7] Das 200. und letzte Flugzeug wurde am 22. Februar 2001 an Lufthansa Cargo ausgeliefert[1] McDonnell Douglas wollte ursprünglich mehr als 300 MD-11-Flugzeuge verkaufen.
Man nimmt an, dass das Ende der Fertigung mit der Nähe der MD-11 zum internen Konkurrenzprogramm Boeing 777 zusammenhängt. Diese Entscheidung wurde allerdings oft kritisiert, da die MD-11F bis zum Erscheinen der Boeing 777F (2007) das modernste und produktivste Frachtflugzeug ihrer Klasse war. Daher wurden und werden auch viele der im Passagierbetrieb unrentablen MD-11 in Frachter umgewandelt, etwa bei Paketdiensten wie Federal Express oder UPS Airlines. Die große Beliebtheit als Frachtflugzeug rührt daher, dass die MD-11 einen guten Kompromiss in der Größe darstellt. So kann sie zwar weniger Ladung transportieren als die Frachtversionen der Boeing 747, allerdings hat Letztere auch einen höheren Treibstoffverbrauch.
McDonnell Douglas bot die MD-11 in verschiedenen Varianten an: Eine reine Passagier-(MD-11 bzw. inoffiziell MD-11P genannt) sowie eine reine Frachtversion (MD-11F), eine Version, die beide Eigenschaften gleichzeitig erfüllen kann (MD-11C für Combi) sowie eine als Convertible Freighter (MD-11CF) bezeichnete Ausführung. Statt gleichzeitig als Frachter und Passagiermaschine zu fungieren, legt man je nach Bedarf vor dem Start fest, ob die Maschine Nurfrachter oder reiner Passagierjet ist, wobei die Umrüstung von der Passagier- auf die Frachtversion zwei Tage dauert; die Konversion des Frachters zurück zum Passagiertransport benötigt drei Tage.[2][8] Von McDonnell-Douglas war diese Version zum Beispiel für Charter-Airlines angedacht, die die Maschine im Sommer mit Passagieren auslasten und außerhalb der Saison mit dem Cargo-Geschäft Geld verdienen konnten. Sechs MD-11CF wurden gebaut, vier davon gingen an Martinair, zwei an World Airways. Von der MD-11C wurden nur fünf Exemplare gebaut, die sämtlich an Alitalia gingen und nach und nach zu reinen Frachtern umgerüstet wurden.[9]
Aufgrund der unterschiedlichen Frachtzusammenstellung variiert auch die Größe des Frachttors zwischen den Versionen. Die beiden Versionen, die als Vollfrachter fliegen können, also der Convertible Freighter MD-11CF sowie die reine Frachtversion MD-11F besitzen ein Tor kurz hinter dem Cockpit mit einer Höhe von 2,59 Metern und einer Breite von 3,56 Metern. Die MD-11C hingegen sollte im vorderen Teil des Rumpfes Passagiere befördern und im hinteren Teil Fracht, sodass das Tor sich auch im hinteren Teil des Flugzeuges befindet, es hat bei gleicher Höhe wie das Tor der CF-/F-Version eine Breite von 4,06 Metern.[2]
Verteilt man die 200 gebauten Exemplare auf die Versionen, sind das 131 MD-11 an 22 Kunden, fünf MD-11C an einen Kunden, fünf MD-11ER an zwei Kunden und 59 MD-11F an sieben Kunden.
Wie beim Vorgänger DC-10 wurden auch bei der MD-11 Triebwerke mehrerer Hersteller angeboten. Die Kunden konnten zwischen General Electric- und Pratt & Whitney-Triebwerken wählen, eine der britischen Fluggesellschaft Air Europe angebotene Variante mit Rolls-Royce-RB211-524L-Triebwerken (29.484 kp Standschub) wurde verworfen, nachdem Air Europe Insolvenz anmelden musste und kein Interesse eines anderen Kunden mehr nach einer Version mit diesen Triebwerken bestand. 119 Maschinen erhielten schließlich das General Electric CF6-80C2, 14 Flugzeuge das Pratt&Whitney PW4462 (die Flotte von Martinair), die verbleibenden 67 Flugzeuge das PW4460.[9]
Studien von McDonnell Douglas und Boeing, die MD-11 mit nur zwei Triebwerken zu bauen, führten zu keinem Ergebnis.
Mit Stand Januar 2013 sind von den insgesamt 200 hergestellten MD-11/MD-11F noch 176[10] im aktiven Dienst, etwa 90 Prozent davon als reine Frachter:
| Betreiber[10] | Stückzahl | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Betreiber der Passagier- und Frachtversion | ||
| World Airways | 7 | 2 Passagiermaschinen (N271WA, N272WA), u.A. eingesetzt für Charter der US Army & 5 Frachter (N275WA, N276WA, N380WA, N381WA, N381WA), betrieben für verschiedene Airlines |
| Betreiber der Passagierversion | ||
| KLM Royal Dutch Airlines | 6 | Werden bis 2014 ausgemustert[11][12] |
| Mid East Jet | 1 | MD-11 mit der Kennung HZ-AFAS, derzeit auf dem Flughafen Jeddah abgestellt |
| Saudi Arabian Royal Flight | 1 | MD-11 mit der Kennung HZ-HM7, derzeit auf dem Flughafen Jeddah abgestellt |
| Betreiber der Frachtversion (inkl. Umrüstungen) | ||
| Aeroflot Cargo | 3 | Drei MD-11F (VP-BDP, VP-BDQ, VP-BDR) |
| Avient Aviation | 1 | MD-11F mit der Registrierung Z-BVT |
| Centurion Air Cargo | 3 | Drei MD-11(C)F (N984AR, N985AR, N986AR) von Alitalia Cargo übernommen |
| China Cargo Airlines | 3 | Ursprünglich an EVA Air geliefert |
| Ethiopian Airlines | 2 | Eine MD-11F(ER) (ET-AML) von TAM übernommen, eine MD-11F (ET-AND) von Finnair |
| EVA Air Cargo | 8 | Acht MD-11F (bereits als Frachter geliefert) |
| FedEx | 64 | Zwei MD-11F(ER) (N625FE, N572FE), 37 Maschinen aus ehemaligen Passagier-MD-11 umgebaut |
| Lufthansa Cargo | 18 | Lufthansa Cargo betreibt mit der D-ALCN (Seriennummer 646) die letzte je produzierte MD-11. Werden ab 2013 schrittweise durch werksneue Boeing 777F ergänzt bzw. ersetzt[13][14]. Zwei Maschinen von Varig (D-ALCO, D-ALCP), zwei von Alitalia (D-ALCR, D-ALCS) übernommen |
| Martinair | 7 | Vier MD-11CF, drei MD-11F, davon eine (PH-MCY) von Swiss übernommen |
| Nordic Global Airlines | 2 | Von Finnair übernommen (OH-LGC, OH-LGD) |
| Saudi Arabian Airlines | 4 | Vier MD-11F (HZ-ANA, HZ-ANB, HZ-ANC, HZ-AND) |
| SkyLease Cargo | 6 | Sechs MD-11F übernommen von China Cargo Airlines |
| UPS Airlines | 38 | Alle aus ehemaligen Passagiermaschinen umgebaut |
| Gesamt | 176 | |
Einzelne Exemplare der MD-11, wenn auch vorrangig als Frachtflugzeug eingesetzt, wurden von ihren Betreibern in vom Standard abweichenden Bemalungen eingesetzt:
Daneben existierten noch eine StarAlliance-Maschine (von Varig) sowie eine Maschine der Lufthansa Cargo mit Hinweis auf das Luftfracht-Netzwerk WOW.
Von den insgesamt 200 gebauten MD-11 wurden acht Flugzeuge von 1997 bis heute soweit beschädigt oder zerstört, dass sie abgeschrieben werden mussten[10]. Die Zahl der Totalverluste ist mit 2,95 pro 1 Mio. Flüge deutlich überdurchschnittlich und wird nur von wesentlich älteren Flugzeugen übertroffen. Auffällig ist die Konzentration der Totalverluste auf zwei relativ kurze Zeiträume, einmal zwischen Juli 1997 und Oktober 1999 (fünf Zwischenfälle) sowie zwischen März 2009 und Juli 2010 (drei Zwischenfälle)[30]. Die Ursachen für diese Häufungen sind nicht bekannt und werden oftmals der hohen Anfluggeschwindigkeit und Flächenbelastung der MD-11 zugeschrieben, wobei diese These offenlässt, warum es über einen Zeitraum von fast zehn Jahren zu keinem Unfall kam.
| Kenngröße | MD-11 | MD-11ER | MD-11F | MD-11C |
|---|---|---|---|---|
| Länge | 61,2 m bzw 61,4 m (PW 4460 bzw CF6 Triebwerk) | |||
| Spannweite | 51,7 m | |||
| Höhe des Seitenleitwerks | 17,3 m bis 18,0 m (abhängig vom Ladezustand) | |||
| Rumpfdurchmesser | 6,02 m | |||
| Flügelfläche | 338,9 m² | |||
| Antrieb | Drei Mantelstromtriebwerke: Pratt & Whitney PW 4460 von je 266,9 kN oder General Electric CF6-80C2D1F von je 273,57 kN Standschub.[2] Das Rolls-Royce Trent 600 war lediglich dafür geplant, ging aber nicht in Serie. |
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| Max. Geschwindigkeit gegenüber der Luft | 967 km/h in 7800 m Höhe | |||
| Typische Langstrecken-Reisegeschwindigkeit | 890 km/h in 9450 m Höhe | |||
| Max. Reichweite bei voller Passagierzahl/Zuladung | 12.633 km | 13.408 km | 7.242 km | 12.392 km |
| Passagiere/Zuladung | Zwei-Klassen-Einteilung: 323 Passagiere maximal 410 Passagiere |
94.922 kg | 204 in Zwei-Klassen-Aufteilung und vier Paletten | |
| maximales Startgewicht | 273.314 kg | 285.990 kg | 283.700 kg | |