| Qantas Airways Limited | ||
|---|---|---|
| IATA-Code: | QF | |
| ICAO-Code: | QFA | |
| Rufzeichen: | QANTAS | |
| Gründung: | 1920 | |
| Sitz: | Botany Bay City, Australien | |
| Drehkreuz: | ||
| Heimatflughafen: | Sydney | |
| Unternehmensform: | Limited | |
| ISIN: | AU000000QAN2 | |
| IATA-Prefixcode: | 081 | |
| Leitung: | Alan Joyce (CEO) | |
| Mitarbeiterzahl: | 33'584[1] | |
| Umsatz: | A$ 15,72 Milliarden[1] (2012) | |
| Fluggastaufkommen: | 46,708[1] (2012) | |
| Allianz: | oneworld | |
| Vielfliegerprogramm: | Qantas Frequent Flyer | |
| Flottenstärke: | 146 (+ 126 Bestellungen) | |
| Ziele: | 41 (National und International) | |
Qantas Airways [kwnts] ist die größte australische Fluggesellschaft mit Sitz in Botany Bay City und Mitglied der Luftfahrtallianz oneworld. Ihr Heimatflughafen ist der Kingsford Smith International Airport in Sydney.
Inhaltsverzeichnis |
Qantas, 1920 gegründet, ist nach der niederländischen KLM und der kolumbianischen Avianca die drittälteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt. Zudem ist sie nach der KLM die zweitälteste ununterbrochen tätige Fluggesellschaft überhaupt.
Die Queensland and Northern Territory Aerial Services (Q.A.N.T.A.S.) wurde am 16. November 1920 in Winton (Queensland; heute ca. 1000 Einwohner) von den Piloten Hudson Fysh und Paul McGinness sowie den wohlhabenden Viehzüchtern Fergus McMasters, Ainslie Templeton und Alan Campbell gegründet.[2]
Als erste Flugzeuge waren zwei Avro 504K geplant. Die Investoren wurden von den Piloten dazu bewegt, auch einen Avro-Dreidecker zu ordern, welcher vier Personen in einer geschlossenen Kabine transportieren konnte - eines der 504K-Flugzeuge wurde daraufhin abbestellt. Ein ausgemustertes Militärflugzeug, eine B.E.2e bildete schließlich gemeinsam mit der 504K-Maschine den Grundstock des Unternehmens, der erste Flug fand am 31. Januar 1921 statt. Schon im selben Jahr wurde der Firmensitz von Winton gut 180 km südöstlich nach Longreach (4500 Einwohner) verlegt, wo er acht Jahre lang bleiben sollte.
Auf Betreiben des einflussreichsten Investors McMasters wurde Q.A.N.T.A.S. nicht nur als Charterflieger und vornehmlich für Show- und Vergnügungszwecke konzipiert, wie zahlreiche andere kleine Flieger-Firmen der Zeit. McMasters hatte vielmehr die Idee von regelmäßigen Fracht- und Postflügen, und warb bei Regionalpolitikern dafür, auch reguläre Passagierflüge im Outback finanziell zu unterstützen. Dies führte dazu, dass Q.A.N.T.A.S. 1922 nach einem erfolgreichen Gebot zwischen den Städten Charleville und Cloncurry die zweite regelmäßig operierende Fluglinie Australiens einrichten durfte. Der erste Passagier war am 2. November 1922 der 84-jährige Alexander Kennedy. Weitere Dienstleistungen, die das junge Unternehmen im strukturschwachen nördlichen Queensland anbot, umfassten Beobachtungs- und Zählungsflüge für Besitzer großer Viehherden und den Transport von Ärzten zu Patienten. Pilot Fysh machte bereits 1921 Bekanntschaft mit John Flynn, welcher 1928 in Zusammenarbeit mit Qantas den Aerial Medical Service als dauerhafte Organisation einrichtete. 1923 löste Fysh Campbell als Geschäftsführer (Managing Director) von Q.A.N.T.A.S. ab.
1929 bewarben sich Q.A.N.T.A.S. und drei weitere Firmen um die geplante internationale Luftpost-Beförderung zwischen Australien und Singapur, von wo aus Imperial Airways die Post nach London weiterbefördern sollte. Dies sollte die erste regelmäßige Flugverbindung des Britischen Empires von Australien über Indien und Ägypten nach London ermöglichen. Im Zuge der Bewerbung verlegte man 1929 den Unternehmenssitz von Longreach nach Brisbane, und Q.A.N.T.A.S. als erfolgreichster Bieter führte 1931 bis 1933 Probeflüge durch. Der Vertrag mit Imperial Airways wurde am 18. Januar 1934 geschlossen, und gemeinsam gründeten Q.A.N.T.A.S. und Imperial Airways ein neues Unternehmen mit dem Namen Qantas Empire Airways, welches bald zum Mutterkonzern von Q.A.N.T.A.S. werden sollte. McMasters wurde Vorstandsvorsitzender von Qantas, Fysh blieb Geschäftsführer.
Der Zweite Weltkrieg setzte Qantas wegen seiner Spezialisierung auf internationale und regionale Flüge in Nordaustralien stark zu: Darwin wurde 1942 von den Japanern bombardiert und in der Schlacht um Singapur wurde die Hälfte der Qantas-Flotte zerstört. Zudem wurden die meisten Maschinen für Transport- und Versorgungsflüge des Militärs benötigt, vor allem in Neuguinea. 1943 konnte Qantas Empire Airways allerdings die Route ins restliche Commonwealth wieder anbieten: Anstatt über das nach wie vor japanisch besetzte Südostasien zu fliegen, führte die Verbindung nun von Perth nach Colombo. Diese Non-Stopp-Flüge dauerten 27 Stunden und stellten damit einen Langzeitrekord für regelmäßige Passagierrouten dar.[2]
Am 31. März 1945 flog die Linie zum ersten Mal mit der Avro Lancastrian direkt nach London. Dies war zugleich die erste bemerkenswerte internationale Route. Der Flug zwischen Sydney und London-Heathrow hat noch heute die Flugnummer QF 1; die Route ist als Kangaroo-Route bekannt.
Unter Mitarbeit von Geschäftsführer Hudson Fysh wurde Qantas Empire Airways zwischen 1946 und 1949 verstaatlicht, die australische Regierung kaufte alle Aktien der Firma zu Marktpreisen auf. Dies ging konform zur Zwei-Fluglinien-Strategie der australischen Regierung, die zur selben Zeit den staatlichen Inlandsfluganbieter TAA gründete. Hudson Fysh wurde 1947 auch Vorstandsvorsitzender und löste damit den Mitgründer McMasters ab. In der Folgezeit war Qantas die einzige große australische Passagierfluglinie, die internationale Flüge anbot. Neben den existierenden Strecken nach Singapur, Indien und England nahm Qantas in den 1950ern auch die Flugziele Südafrika, Japan und USA auf.
1955 ging die immer noch existierende Tochterfirma Q.A.N.T.A.S. insolvent. Im gleichen Jahr gab deren Mitgründer Fysh den Posten als Geschäftsführer, den er seit 1923 innehatte, ab. 1966 zog er sich auch aus dem QEA-Vorstand zurück, dessen Vorsitz er bis dahin hatte.
Am 1. April 1959 wurde das erste Düsenflugzeug, eine Boeing 707-138B, in Dienst genommen und ersetzte wenig später die Lockheed Constellation, die seit April 1954 flog.
Seit dem 1. August 1967 heißt die Firma Qantas Airways.
Die erste Boeing 747 wurde am 30. Juli 1971 geliefert, der Typ wird auf den meisten Strecken nach Europa, Afrika und dem amerikanischen Festland geflogen.
1992 übernahm Qantas den ebenfalls staatlichen Fluganbieter Australian Airlines (vormals TAA). 1993 bis 1995 wurde Qantas dann privatisiert.
Nach ihrer Inbetriebnahme soll die Boeing 787 einige der asiatischen Strecken übernehmen. Am 19. September 2008 erhielt Qantas darüber hinaus ihren ersten Airbus A380.[3]
Bei der Erstauslieferung mehrerer (außer der Besatzung allerdings leeren) Flugzeuge wurden Nonstop-Streckenrekorde aufgestellt: 1989 mit einer B747-400 von London nach Sydney; einige Jahre später mit einem A330-200 von Toulouse nach Melbourne (Rekord für zweistrahlige Flugzeuge).
Seit November 2006 versucht Airline Partners Australia unter Führung der australischen Investmentbank Macquarie Bank und unter Beteiligung amerikanischer und kanadischer Investoren u.a. TPG Capital, Qantas Airways zu übernehmen.[4]
Im Juli 2007 präsentierten sie erstmals ein Flugzeug mit dem neuen Logo auf dem Seitenleitwerk. Das Känguru wurde gegenüber der vorherigen Version leicht modifiziert und etwas schlanker und dynamischer gestaltet. Auch die Schriftart des Qantas-Schriftzugs wurde leicht verändert. In Australien traf die Veränderung auf geteiltes Echo. Es handelt sich um die vierte Veränderung des Känguru-Logos seit seiner Einführung 1944.[5]
Aufgrund einer Reihe glimpflich verlaufener Zwischenfälle 2008 ordnete die australische Flugsicherheitsbehörde eine umfassende Überprüfung der Qantas Airways an und stellte ernsthafte Mängel bei den Wartungsabläufen fest.[6]
Am 29. Oktober 2011 stellte Qantas vorübergehend den gesamten Flugbetrieb ein und ließ alle 108 Maschinen aufgrund von Streitigkeiten mit der Pilotengewerkschaft am Boden. Die Flüge der (Regional-)Töchter waren davon nicht betroffen.[7] Auf Anordnung eines australisches Schiedsgericht musste der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden. Betroffen von der Einstellung des Flugbetriebes waren ca. 70.000 Passagiere und 500 Flüge.[8]
Im Juli 2012 wurde bekannt, dass Qantas eine Kooperation mit Emirates plant.[9] In Europa soll nur noch London Heathrow von Qantas bedient werden, Frankfurt soll mit Emirates via Dubai an Sydney angebunden werden. Durch die Kooperation würde sich das Streckennetzwerk um etwa 40 Ziele vergrößern.
Qantas internationales Netzwerk besteht vor allem aus Strecken nach Neuseeland und Asien. Insgesamt fliegt Qantas ungefähr 140 Ziele in 37 Ländern an.[10]
Wichtigste Interkontinentalziele sind London-Heathrow (jeweils einmal täglich von Sydney über Singapur beziehungsweise Bangkok und von Melbourne über Singapur beziehungsweise Hongkong) und Los Angeles (jeweils einmal täglich von Sydney, Melbourne und Brisbane, sowie Sydney - Los Angeles - New York-JFK und Melbourne - Auckland - Los Angeles). Die Strecken von Melbourne und Sydney nach Los Angeles und London sind auch die ersten, auf denen nach und nach die Boeing 747 durch Airbus A380 ersetzt werden.
Darüber hinaus fliegt Qantas von Sydney aus drei- bis sechsmal pro Woche nach Santiago de Chile, Honolulu, Johannesburg und San Francisco.
Seit 1952 wird der Flughafen Frankfurt am Main in Deutschland angeflogen.[11] Diese Strecke wird heute täglich über Singapur bedient. Am 14. September 2010 landete zum ersten Mal in der Geschichte des Frankfurter Flughafens ein Airbus A380 der Qantas mit der Registrierung VH-OQA. Zum 15. April 2013 wird die Route nach Frankfurt eingestellt.[12]
Wichtigstes Drehkreuz außerhalb Australiens ist der Flughafen Singapur, wo von den Flügen aus mehreren australischen Städten zu den Direktflügen nach Frankfurt und London sowie den Codeshare-Flügen zu weiteren Zielen in Europa und Asien, beziehungsweise umgekehrt, umgestiegen werden kann.
Im September 2012 hat Qantas eine strategische Allianz mit dem Konkurrenten Emirates verkündet. Das internationale Drehkreuz wird hierfür von Singapur nach Dubai verlagert.[13]
Mit Stand November 2012 besteht die Flotte der Qantas aus 139 Flugzeugen[14] mit einem Durchschnittsalter von 10,6 Jahren[15]:
| Flugzeugtyp | aktiv | bestellt[16][17] | Anmerkungen | Sitzplätze[18]1 |
|---|---|---|---|---|
| Airbus A320neo | 78 | - offen - | ||
| Airbus A320-200 | 32 | - offen - | ||
| Airbus A330-200 | 8 | 235 (-/36/-/199) 301 (-/36/-/265) 304 (-/36/-/268) |
||
| Airbus A330-300 | 10 | 297 (-/30/-/267) | ||
| Airbus A380-800 | 12 | 8 | Erste Auslieferung am 19. September 2008 | 450 (14/72/32/332) 484 (14/64/35/371) |
| Boeing 737-400 | 10 | 144 (-/12/-/132) | ||
| Boeing 737-800 | 54 | 168 (-/12/-/156) | ||
| Boeing 747-400 | 12 | 305 (14/66/40/187) 353 (14/52/32/255) 412 (-/56/-/356) 371 (-/56/40/275) 364 (-/58/36/270) |
||
| Boeing 747-400ER | 6 | 305 (14/66/40/187) 364 (-/58/36/270) |
||
| Boeing 747-400FSCD | 3 | Frachtmaschinen; betrieben durch Atlas Air | - | |
| Boeing 767-300ER | 23 | 229 (-/25/-/204) 244 (-/30/-/214) 250 (-/30/-/220) 251 (-/30/-/221) 254 (-/30/-/224) |
||
| Boeing 767-300ERF | 1 | Frachtmaschine; betrieben durch Express Freighters Australia | - | |
| Boeing 787-8 | 15 | Auslieferung voraussichtlich ab 2013 | - offen - | |
| Gesamt | 139 | 133 |
1(First/Business/Premium-Economy/Economy)
Qantas bietet nur noch auf den A380-Strecken von Melbourne und Sydney nach London via Singapur und nach Los Angeles eine First Class an. Daher weisen die neueren A380 der Gesellschaft eine Konfiguration ohne First Class auf. Neun Boeing 747-400 sollten auch nach Erhalt der A380 in der Flotte verbleiben, wurden allerdings ab Ende 2011 ebenfalls auf eine Konfiguration ohne First Class umgerüstet.[19]
Auf dem Gelände des Flughafens von Longreach (LRE), welcher von 1921 bis 1929 Hauptsitz der Qantas war, gibt es das Qantas Founders Outback Museum mit Informationen über die Anfänge der Luftfahrt in Australien und zahlreichen Ausstellungsstücken, darunter die Boeing 747-238B mit der Kennung VH-EBQ, Erstflug 28. November 1979, eine Schenkung von Qantas im Jahr 2002. Das Flugzeug sollte eigentlich ausgemustert werden und auf einem Flugzeugfriedhof enden. Um auf der Landebahn des Longreach Airports landen zu können, die eigentlich nur für Kleinflugzeuge gebaut wurde, wurden alle Sitze, die Innenverkleidung und jeglicher Ballast ausgebaut und das Flugzeug mit gerade ausreichend Kerosin betankt, um die Strecke von Brisbane nach Longreach (ca. 1000 km) zurückzulegen. Alle ausgebauten Teile wurden per Lkw nach Longreach transportiert. Die Reparatur der Landebahn wurde mit dem Verkauf des restlichen Kerosins finanziert. Des Weiteren wurde die Ausstellung um die im Jahr 1957 gebaute Boeing 707-138 mit der aktuellen Kennung VH-XBA[30] erweitert. Sie war die 29. produzierte und die erste 707 im aktiven Liniendienst der Qantas mit der damaligen Kennung VH-EBA und ist weltweit die älteste einsatzfähige Maschine dieses Typs. Sie wurde bis Ende 2006 in der Werft des englischen Flughafens Southend (SEN/EGMC) vollständig restauriert, nachdem sie dort rund sieben Jahre eingelagert war.[31]
Qantas ist die älteste große Fluggesellschaft, bei der es noch nie einen Absturz eines Jets mit Toten gab. In der Zeit von 1927 bis 1951 gab es jedoch elf Zwischenfälle mit Propellerflugzeugen, bei denen Todesopfer zu beklagen waren. In jüngerer Zeit erlangten zudem mehrere Zwischenfälle große mediale Aufmerksamkeit.
Eine Bestimmung von Qantas Airways, nach der Männer nicht neben alleine reisenden Kindern im Flugzeug sitzen dürfen, hat im August 2012 wegen des damit einhergehenden Generalverdachts der Pädophilie gegen Männer für Kritik und Entrüstung gesorgt.[38]
| Mitglieder |
Air Berlin American Airlines British Airways Cathay Pacific Finnair Iberia Japan Airlines LAN Malaysia Airlines Qantas Royal Jordanian S7 Airlines |
|
| Zukünftig | ||
| Ehemalig |
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