| Swiss International Air Lines | ||
|---|---|---|
| IATA-Code: | LX | |
| ICAO-Code: | SWR | |
| Rufzeichen: | SWISS | |
| Gründung: | 2002 | |
| Sitz: | Basel, Schweiz | |
| Drehkreuz: | ||
| Heimatflughafen: | Zürich | |
| Unternehmensform: | Aktiengesellschaft | |
| ISIN: | CH0013269698 | |
| IATA-Prefixcode: | 724 | |
| Leitung: | Harry Hohmeister (CEO)[1] | |
| Mitarbeiterzahl: | 7449 (30. Juni 2009)[1] | |
| Umsatz: | 5,267 Mrd. CHF (2008)[2] | |
| Fluggastaufkommen: | 13,47 Mio. (2008)[1] | |
| Allianz: | Star Alliance | |
| Vielfliegerprogramm: | Miles and More | |
| Flottenstärke: | 61 (+9 Bestellungen) | |
| Ziele: | national und international | |
Swiss International Air Lines[3] ist eine Schweizer Fluggesellschaft mit Sitz in Basel. Die Swiss ist zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG und hat ihren Heimatflughafen am Flughafen Zürich. Die Swiss beförderte im Jahr 2008 bei einem durchschnittlichen Sitzladefaktor für das gesamte Streckennetz von 80.3 % 13.5 Millionen Passagiere (2007: 12.2 Millionen; 2006: 10.5 Millionen)[4] und ist damit die grösste Fluglinie der Schweiz. Das Streckennetz von Swiss umfasst 90 Ziele (58 europäische und 32 interkontinentale) in 42 Ländern (Sommerflugplan 2009)[1]
Inhaltsverzeichnis |
In Folge der Insolvenz der Swissair, der damaligen nationalen Fluggesellschaft der Schweiz, im Oktober 2001, wurde die Crossair mit Statutenänderung vom 13. Mai 2002 in Swiss International Air Lines umbenannt.[3][5]
In der Zeit zwischen dem sogenannten Grounding der Swissair am 2. Oktober 2001 und dem Start der Swiss am 1. März 2002 wurde die Swissair vom Schweizer Staat mit den notwendigen liquiden Mitteln unterstützt, um den Flugbetrieb aufrechterhalten zu können und die Gründung der Swiss zu ermöglichen.
Entwicklung und Einführung der Marke «Swiss» wurden dabei seinerzeit von Winkreative, dem Unternehmen des Wallpaper*-Gründers Tyler Brûlé, durchgeführt.
Gesellschaftsrechtliche Ausgangsgrundlage der Swiss bildete die Basler Regionalfluggesellschaft Crossair, deren Strukturen mit finanzieller Unterstützung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, einiger Kantone und der Schweizer Wirtschaft (namentlich der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse) für den Aufbau einer neuen, international tätigen Schweizer Linienfluggesellschaft genutzt wurde. Die Crossair änderte ihren Namen in Swiss und übernahm je 26 Lang- und Kurzstreckenflugzeuge der ehemaligen Swissair sowie zu einem grossen Teil deren Flugverbindungen. Das Projekt trug den Namen «Phönix+».
Swiss führte neben den erwähnten Linienflügen auch Charterflüge zu Ferienzielen in Europa und Nordafrika durch. Bis einschliesslich Sommerflugplan 2004 wurden die Charterflüge unter der Marke Swiss Sun durchgeführt. Ihre Airbusflotte lässt Swiss durch SR Technics Switzerland warten.
Im Oktober 2005 teilte die Führung der Swiss mit, dass man die Regionalflotte in eine neue Gesellschaft Swiss European Air Lines AG auslagern werde. Diese Tochtergesellschaft der Swiss erhielt ihre Betriebsgenehmigung zum Winterflugplan 2005.
Nachdem frühere Übernahmeangebote des Lufthansa-Konzerns seitens der Schweizer Eigentümer scheiterten, einigte sich die Swiss im Herbst 2003 mit der Oneworld-Allianz unter der Führung von British Airways auf eine baldige Mitgliedschaft. Anfang Juni 2004 wurden die Beitrittsverhandlungen jedoch ergebnislos abgebrochen.
Für 2003 wies Swiss einen Verlust von 687 Millionen Schweizer Franken (Vorjahr 980 Mio.) bei einem Umsatz von 4,126 Mrd. (Vorjahr 4,395 Mrd.) aus. Für 2004 hatte Swiss ursprünglich ausgeglichenes Ergebnis prognostiziert, kündigte aber im Juni 2004 einen Jahresverlust an, der mit hohen Treibstoffkosten begründet wurde.
Die Chefetagen von Swiss und Deutsche Lufthansa AG führten monatelange geheime Verhandlungen über eine Übernahme. Am 22. März 2005 einigte sich der Lufthansa-Konzern mit den Swiss-Grossaktionären, zu denen insbesondere Credit Suisse, UBS, die Schweizerische Eidgenossenschaft und der Kanton Zürich gehören. Im Ergebnis wurde für einen Kaufpreis von 310 Millionen Euro eine schrittweise Übernahme der Swiss durch den Lufthansa-Konzern, der Fortbestand der Marke Swiss und der Erhalt des Drehkreuzes Zürich neben den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt am Main und München vereinbart.
Im Februar 2005 rapportierte der im April 2004 ernannte frühere Lufthansa- und Deutsche-Bahn-Manager und neue Swiss-Konzernchef, der Deutsche Christoph Franz, einen Nettoverlust von 140 Mio. Der konsolidierte Betriebsertrag im Geschäftsjahr 2005 stieg auf 3,732 Mrd. Schweizer Franken (Vorjahr: 3,642 Mrd.). Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Restrukturierungskosten verbesserte sich auf -14 Mio. (Vorjahr: -122 Mio.). Aufgrund von währungsbedingten Wertanpassungen in Höhe von 65 Mio. (cash-neutral) auf Verbindlichkeiten in US-Dollar sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 41 Mio. resultierte ein im Vorjahresvergleich deutlich gestiegener Nettoverlust von 178 Mio. (Vorjahr: Nettoverlust von 140 Mio.).
Bereits im Herbst 2005 wurden alle Flugverbindungen zwischen Deutschland und der Schweiz von Lufthansa und Swiss im Codesharing betrieben, d. h. sowohl unter Lufthansa-, als auch unter Swiss-Flugnummer. Um den Fluggästen das Umsteigen zu erleichtern, wurden ab diesem Zeitpunkt die Flüge in denselben Terminals der Flughäfen Frankfurt, München und Zürich abgefertigt. Zum Beginn des Winterflugplans 2005 traten auch Kooperationsvereinbarungen mit Austrian, TAP, United Airlines und Air Canada als Vorbereitung des Beitritts der Swiss zur Star Alliance in Kraft.
Am 2. Juni 2005 beschloss die von der Lufthansa und United Airlines gegründete Star Alliance die Aufnahme der Swiss im Jahr 2006. Der Beitritt erfolgte am 1. April 2006. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte Swiss mit einem plus von 263 Millionen Schweizer Franken bei einem Umsatz von 4,153 Milliarden Franken zum ersten Mal einen Jahresgewinn.[6]
2008 erwirtschaftete Swiss einen Umsatz von 5,267 Milliarden Schweizer Franken (2007: 4,895 Milliarden Franken) und einen Betriebsgewinn von 507 Millionen Franken (2007: 542 Millionen Franken). Der Personalbestand lag per Ende 2008 bei 7'337 Mitarbeiter bzw. 6'026 Vollzeitstellen (Ende 2007: 7'277 Mitarbeiter bzw. 6'022 Vollzeitstellen).[2]
Am 21. Juni 2007 verkündete die Deutsche Lufthansa AG die komplette Übernahme der Swiss zum 1. Juli 2007[7]. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Lufthansa 100 % der Anteile des Schweizer Unternehmens. Zuvor gehörte aus rechtlichen Gründen die Swiss bis zur Neuaushandlung von Landerechten mit vielen aussereuropäischen Ländern nur zu 49 % der Lufthansa. Die restlichen 51 % verblieben bei der eigens zu diesem Zweck gegründeten Schweizer Stiftung Almea. Almea und Lufthansa waren in diesem Verhältnis (51:49) Eigentümer der Firma AirTrust AG, die wiederum Alleineigentümerin der Swiss war. Somit galt die Swiss als Schweizer Firma und konnte so die vorhandenen Verkehrsrechte in den Ländern ausserhalb der Europäischen Union beibehalten, die seit jeher weltweit zwischenstaatlich geregelt und nicht an andere Staaten veräussert werden.
2006 führte Swiss die Kaizen-Methode ein, um rascher und günstiger zu wirtschaften, das Wachstum «ohne eine Kostenexplosion» zu bewältigen. Christoph Franz, der damalige Swiss-CEO, liess sich dafür von den Kaizen-Erfahrungen des ehemaligen CFO, Ulrik Svensson inspirieren.[8][9]
Am 8. Februar 2008 wurde die Übernahme der Gesellschaft Edelweiss Air AG durch die Swiss bekanntgegeben welche im Zuge einer strategischen Partnerschaft zwischen dem bisherigen Besitzer Kuoni und Swiss den Besitzer wechselt. Die Chartergesellschaft wird mit eigener Geschäftsleitung, eigener Flotte und eigener Crew weiterbetrieben. Die Marke «Edelweiss» wird beibehalten.
Am 18. Juli 2008 gab Swiss die Übernahme der in der Geschäftsluftfahrt tätigen Servair Private Charter AG bekannt. Sie wird unter dem Namen Swiss Private Aviation und dem bisherigen Management und Mitarbeitern weitergeführt werden. Mit der Übernahme schafft Swiss eine Plattform für den Betrieb der Lufthansa Private Jet Flotte (LPJ), welche bis zu diesem Zeitpunkt von Swiss European Air Lines betrieben wird.[10]
2009 wurde Swiss unter 160 bewerteten Fluggesellschaften als «Beste Fluggesellschaft Europas» auf der Kurz- und Langstrecke ausgezeichnet. An der vom britischen Beratungsunternehmen Skytrax durchgeführten Umfrage nahmen mehr als 15,4 Millionen Fluggäste aus 95 verschiedenen Nationen teil.[11]
Mit Stand Januar 2010 besteht die Flotte der Swiss aus 61[12] Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 10,4[13] Jahren.
| Flugzeugtyp | aktiv | bestellt | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Airbus A319-112 | 7 | ||
| Airbus A320-214 | 23 | 2 | Auslieferung voraussichtlich ab 2011; drei Maschinen an Edelweiss Air verleast |
| Airbus A321-111 | 6 | ||
| Airbus A330-223 | 6 | werden aktuell ausgemustert; Ersatz durch Airbus A330-300X | |
| Airbus A330-343X | 5 | 6 | |
| Airbus A340-313X | 15 | ||
| Summe | 62 | 8 |
Weitere 20 Avro RJ100 werden durch das im Herbst 2005 gegründete Tochterunternehmen Swiss European Air Lines betrieben.
Mit Ausnahme der A330 mit Triebwerken von Pratt & Whitney (Codeziffer 2) respektive Rolls-Royce (Codeziffer 4) ist die gesamte Airbus-Flotte mit der CFM56-Triebwerksfamile von CFM International (Codeziffer 1) ausgerüstet. Die Codeziffern stehen bei Airbus-Modellen an der zweiten Stelle der vollständigen dreistelligen Variantenbezeichnung.
Am 14. November 2006 wurde die erste zweier zusätzlicher Airbus A330-223 (in einer Zweiklassenkonfiguration) von der Lufthansaflotte in die Swissflotte übertragen und ersetzte einen kurzzeitig angemieteten Airbus A300, am 5. Dezember 2006 folgte eine zweite A330. Für den Mittelstreckenverkehr ist seit dem 12. Dezember eine zusätzliche A320 im Dienst, der im Frühling 2007 zwei ältere A321 von der Turkish Airlines und zwei weitere A320 folgten, um den Zubringerverkehr auszubauen. Zum Sommerflugplan 2008 wurden drei A340-300 von Air Canada und Austrian Airlines integriert.[14] Drei weitere A340-313X wurden 2008 von Air Canada übernommen und haben zwei A330-223 mit Zweiklassenkonfiguration ersetzt.
Die Swiss-Konzernmutter Lufthansa bestellte am 19. September 2007 neun neue Airbus A330-343X als Ersatz für die kleineren Maschinen vom Typ Airbus A330-223. Die Auslieferung dieser Maschinen hat 2009 begonnen. Zusätzlich wurden auch vier weitere Maschinen vom Typ Airbus A320 beschafft. Davon sind zwei bereits im Rahmen des Sommerflugplan 2008 in Betrieb (Leasing) genommen worden, die übrigen werden in den Jahren 2011 und 2012 folgen. [15]
Am 14. Dezember 2008 gab Lufthansa bekannt, zwei zusätzliche Airbus A330-300X aus einer eigenen Bestellung an Swiss übergeben zu wollen. Dadurch steigt die Anzahl der bestellten Airbusse A330-300X der Swiss von neun auf elf.[16]
Nach der Übernahme der Edelweiss Air durch die Swiss, wurden die Flugzeuge vom Typ A320 zu Swiss transferiert und an Edelweiss Air verleast.
Das Vielfliegerprogramm der Swiss, «Swiss Travel Club» (ehem. Qualiflyer von Swissair), wurde am 1. April 2006 in das von Lufthansa geführte Miles & More-Programm überführt, dem sich u. a. auch die Austrian angeschlossen hat. So wurden aus den «regulären» TravelClub-Konten Miles-&-More-Konten; TC Silber wurde zu M&M Frequent Traveller; TC Gold zu M&M Senator.
Vertragliche Änderungen ergaben sich für Mitglieder der höchsten Klasse («Swiss Circle»). Ursprünglich waren 200'000 Meilen zur Aufnahme notwendig, davon 150'000 im ersten Jahr der Mitgliedschaft (Aufnahme erfolgte nur auf Empfehlung durch das Swiss-Management). Im Lufthansa-Vielfliegerprogramm sind für die vergleichbare Klasse hingegen 600'000 Meilen in zwei Jahren notwendig.
Tochtergesellschaften: Lufthansa Cargo | Swiss | Lufthansa Italia | Austrian Airlines | British Midland Airways
Lufthansa Regional: Air Dolomiti | Augsburg Airways | Contact Air | Lufthansa CityLine | Eurowings (Germanwings)
Kapitalbeteiligungen: JetBlue Airways (19,0 %) | Brussels Airlines (45,0 %)
Technik: Lufthansa Technik | Lufthansa Flight Training | Lufthansa Systems
Catering: LSG Sky Chefs
Sonstige: AirPlus | Fraport | Terminal 2 am Flughafen München | Delvag | Miles & More
Allianzen: Star Alliance | Lufthansa Regional | WOW
Gründungsmitglieder: Air Canada | Lufthansa | SAS Scandinavian Airlines | Thai Airways International | United Airlines
Weitere Mitglieder: Air China | Air New Zealand | All Nippon Airways | Asiana Airlines | Austrian | British Midland Airways | Brussels Airlines | Continental Airlines | EgyptAir | LOT | Shanghai Airlines | Singapore Airlines | South African Airways | Spanair | Swiss International Air Lines | TAP Portugal | Turkish Airlines | US Airways
Regionale Mitglieder: Adria Airways | Blue1 | Croatia Airlines
Beschlossene Beitritte: Aegean Airlines | Air India | TAM Linhas Aéreas