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Embraer

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Embraer S.A.
Rechtsform Sociedade Anônima, bis 1994 Staatsunternehmen
ISIN BREMBRACNOR4
US29082A1079 (ADR)
Gründung 1969
Sitz São José dos Campos, Brasilien
Leitung Paulo Cesar de Souza e Silva
Mitarbeiter 18.506 (2016)[1]
Umsatz 6,218 Mrd. USD (2016)[1]
Branche Luft- und Raumfahrt
Website www.embraer.com

Die Empresa Brasileira de Aeronáutica S.A. mit Sitz in São José dos Campos (Brasilien) ist ein börsennotierter Flugzeugbauer; nach Boeing, Airbus und Bombardier Aerospace gilt er als der viertgrößte weltweit. Embraer produziert sowohl für den zivilen als auch den militärischen Sektor. Das Unternehmen ist einer der größten Exporteure Brasiliens und hat weltweit über 18.000 Beschäftigte, von denen 95 Prozent in Brasilien tätig sind, und es unterhält Büros und Servicestützpunkte weltweit (Australien, China, Frankreich, Portugal, Singapur und den USA).

Unternehmensgeschichte

Gründung als Technisches Zentrum für Luftfahrt

Die Geschichte von Embraer geht auf einen Beschluss der brasilianischen Regierung zurück, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine eigene nationale Luftfahrtindustrie aufzubauen. In der Kleinstadt São José dos Campos wurde dazu unter militärischer Führung das CTA (Centro Técnico de Aeronáutica) gegründet, das noch heute als Generalkommando für Luft- und Raumfahrttechnik (Comando-Geral de Tecnologia Aeroespacial) der brasilianischen Luftwaffe arbeitet.

Der Deutsche Henrich Focke wurde in den 1950er Jahren gebeten, mit einigen seiner Ingenieure in Brasilien Aufbauarbeit zu leisten. Er entwickelte von 1952 bis 1956 mehrere Hubschrauber, den zweisitzigen Leichthubschraubers Beija-Flôr (deutsch Kolibri) und den Convertiplane HC-1.[2] Diese Tätigkeit mündete schließlich in die Gründung der Embraer. 1956 kehrte er von Brasilien nach Bremen zurück.

Im Jahre 1965 wurde dann beschlossen, unter Leitung von Major Oziras Silva unter der Projektbezeichnung IPD-6504 ein zweimotoriges Kleintransportflugzeug für den Einsatz auf unbefestigten Start- und Landebahnen zu entwickeln. Am 22. Oktober 1968 hob das nun Bandeirante (Pfadfinder) genannte Flugzeug mit den Testpiloten José Mariotto Ferreira und Flugingenieur Michal Cury zum ersten Mal ab.

Embraer - Staatliche Flugzeugfabrik ab 1969

Da das CTA jedoch nicht für eine Serienfertigung von Flugzeugen ausgelegt war, unterzeichnete Staatspräsident Artur da Costa e Silva am 19. August 1969 die Verordnung 770 zur Gründung einer staatlichen Flugzeugfabrik mit dem Namen Empresa Brasileira de Aeronáutica, kurz Embraer. Das neue Unternehmen stand unter der Leitung von Oziras Silva und hatte anfangs eine Belegschaft von 500 Mitarbeitern, ehemaligen Angehörigen der CTA und ITA. Als erster Auftrag stand der Bau von 80 jetzt als C-95 bezeichneten Bandeirantes an. Die erste Maschine aus der Serienfertigung flog 1972. Ein Jahr später folgte ein Passagiermodell für 21 Personen unter der Bezeichnung EMB-110 P.

Bis 1975 wurden verschiedene ausländische Modelle in Lizenz gebaut, bis mit der EMB-121 Xingu das erste, wenn auch wenig erfolgreiche, eigene Flugzeug mit Druckkabine und Turboprop-Antrieb entwickelt wurde. 1980 hatte der erfolgreiche Turboprop-Trainer T-27 Tucano seinen Erstflug. Nach dem AMX folgte dann 1985 das 30-sitzige Turboprop-Regionalflugzeug EMB-120 Brasilia, von dem 352 Stück gebaut wurden.

Krise und Privatisierung

Nach dem Scheitern des CBA-123 Vector 1990 befand sich das Unternehmen in einer Krise, was drei Viertel der damaligen Belegschaft von 12.000 den Arbeitsplatz kostete. Die Privatisierung Ende 1994 und die Berufung von Maurício Botelho zum Präsidenten des Unternehmens brachte dann die Rettung. Er konnte 1995 die Entwicklung der erfolgreichen Embraer-Regional-Jet Baureihe, 2002 dann die Embraer E-Jets und deren Finanzierung durchsetzen und ebnete so den Weg zum viertgrößten Flugzeughersteller der Welt.

Heute befindet sich Embraer mehrheitlich im Besitz von institutionellen brasilianischen Anlegern. Einen Anteil von 2,12 % verkaufte EADS Mitte Februar 2007 für 124 Millionen Euro, womit Embraer verglichen mit den 2,75 Milliarden, die BAE Systems für einen 20 %-Anteil an Airbus 2006 erhielt fast halb so viel wert war wie Airbus.[3]

2008 begann Embraer mit dem Bau eines Werkes am Melbourne International Airport im US-amerikanischen Melbourne (Florida), das im Februar 2011 eröffnet wurde. Dort werden seitdem Phenom 100 für nordamerikanische Kunden gebaut.[4]

Aktualität

Am ersten Juli 2016 trat Embraers CEO Frederico Fleury Curado zurück, dies nach neun Jahren an der Spitze der Firma. 2015 erwirtschaftete das Unternehmen 69 Millionen Gewinn. Im für Embraer immer wichtiger werdenden Markt privater Jets, von dem sie weltweit 10 Prozent abdeckte, waren die Margen von Investmentbanken bemängelt worden. Dazu waren Schmiergeldzahlungen bekannt geworden, diese betrafen Geschäfte mit der Dominikanischen Republik und Indien. Der Börsenwert der Firma verringerte sich im Jahr 2016 um 50 Prozent bei steigender Börsenentwicklung in Brasilien.[5]

Seit Herbst 2017 war bekannt, dass Boeing Embraer übernehmen wollte, ursprünglich durch Kauf. Dabei wollte Boeing Garantien abgeben, dass sowohl der Name, das Management als auch die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die brasilianische Regierung besitzt seit der Privatisierung 1994 eine Goldene Aktie[6] und der amtierende Präsident Temer sprach sich gegen die Fusion aus.[7] Die Börse reagierte auf die Gespräche mit einem Kurssprung von über 20 Prozent, das Problem war jedoch, dass die Firma in Brasilien eine Art Nationalheiligtum ist: Angesichts des gerade zu diesem Zeitpunkt beginnenden Wahlkampfs für die Wahlen im Herbst 2018 und der politischen Situation in Brasilien würde ein Befürworter eines Verkaufs unwählbar.[8] Statt einer Übernahme könnte ein gemeinsames Unternehmen gegründet werden, das für beide Seiten Vorteile brächte; Embraer verfolgte aufgrund seiner voraussichtlichen Auslastung und finanziellen Kapazitäten keine neuen Entwicklungsprojekte mehr und drohte, Ingenieure zu verlieren, welche bei Boeing gebraucht werden könnten. Boeing könnte seinerseits seine Lücke im Segment der Flugzeuge von 70 bis 150 Plätzen füllen.[9]

Zivile Modelle

Militärische Modelle

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b Embraer Annual Report 2016. Abgerufen am 26. Dezember 2017 (PDF, englisch).
  2. CTA Heliconair HC-I, -II Convertiplano internationalresinmodellers.com, abgerufen am 23. Dezember 2017
  3. FliegerRevue Januar 2009, S. 1014, Aus dem Nichts an die Weltspitze Embraer feiert seinen 40. Geburtstag
  4. Erste Phenom 100 "Made in USA" ist geflogen. In: aerokurier.de. 16. Dezember 2011, abgerufen am 22. Dezember 2011.
  5. Skandal um Embraer weitet sich aus, NZZ, 21. September 2016, Seite 26
  6. Boeing und Embraer prüfen Fusion, abgerufen am 23. Dezember 2017
  7. Brasilien lehnt Verkauf von Embraer ab, abgerufen am 23. Dezember 2017
  8. Boeing träumt von einer Hochzeit, NZZ, 23. Dezember 2017
  9. Boeing und Embraer sprechen über eine Fusion, 6. Februar 2018

Weblinks

 Commons: Embraer  Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Embraerexterner Link aus der freien Enzyklopädie Wikipediaexterner Link und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autorenexterner Link verfügbar.

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